Bekämpfung der Glücksspielsucht Bei der Glücksspielsucht handelt es sich um eine nicht stoffgebundene zumeist heimliche

Bekämpfung der Glücksspielsucht

Bei der Glücksspielsucht handelt es sich um eine nicht stoffgebundene zumeist heimliche Suchtform.

Die Spielsüchtigen sind meistens unauffällig und für die Gesellschaft zunächst nicht unbedingt als Süchtige zu erkennen. Die Problematik und die Folgen, die sich aus dieser Suchtform ergeben, sind allerdings erheblich und betreffen nicht nur die Spielsüchtigen, sondern auch die nächsten Angehörigen. Der hohe Geldbedarf kann einerseits den persönlichen und familiären Ruin bedeuten und andererseits in die Beschaffungskriminalität führen. In Hamburg gibt es ca. 1500 bis 2500 Menschen, die von Glücksspielsucht betroffen sind. Rechnet man die betroffenen Angehörigen hinzu, so ist die Gruppe der Betroffenen drei- bis viermal so groß. Die Spielsucht wird zwar mittlerweile von Krankenkassen als behandlungsbedürftige Krankheit anerkannt. Dies hat jedoch zur Folge, dass sich die Wartezeiten für Therapieplätze deutlich erhöht haben. Außerdem ist es schwer, für Spielsüchtige Therapeuten zu finden. Durch die Troncabgabe der Spielbank Hamburg nimmt das Land ca. 400000 Euro jährlich ein. Diese Finanzmittel sind bisher nicht zweckgebunden. Es liegt nahe, einen Teil der Einnahmen, die durch die Spielbank Hamburg erzielt werden, für die Bekämpfung der Spielsucht zu verwenden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:

1. Für die Bekämpfung der Glücksspielsucht werden 125000 Euro dauerhaft bereitgestellt. Mit diesem Geld wird ein niedrigschwelliges Beratungs- und Kontaktangebot für Spielsüchtige und deren Angehörige bereitgestellt. Bestandteil des Angebots soll die Vermittlung in stationäre und teilstationäre Einrichtungen, die Unterstützung beim Geld- und Schuldenmanagement sowie die Hilfe bei der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung sein.

2. Im Einzelplan 8.2 wird der Ansatz des Kapitels 8660 Drogen und Sucht mit dem Titel 684.

Zuschüsse an Vereine u.dgl. um 125000 Euro erhöht.

Zur Deckung wird im Einzelplan 8.2 der Ansatz Arbeitsschutz des Kapitels 4330 der Titelgruppe Z 64 von 14 530 000 Euro um 125 000 Euro auf 14 299 000 Euro abgesenkt.

3. Der Senat wird ersucht, über die Ergebnisse von Gesprächen mit den Krankenkassen über die Finanzierung niedrigschwelliger Beratungs- und Kontaktangebote für Spielsüchtige und deren Angehörige mit der Vorlage des Haushaltsplan-Entwurfs 2003 zu berichten.