Ausbildung

Informationsunterricht in den Schulen im Bereich Drogen, speziell den Designerdrogen 35000 junge Leute aus Hamburg und dem Umland schlucken jedes Wochenende Ecstasy.

Ecstasy ist in Deutschland die zurzeit am meisten verbreitete synthetische Droge. Das Einstiegsalter verschiebt sich in immer jüngere Altersgruppen. Wobei im Vordergrund der aktuellen Konfliktschilderungen Probleme in der Schule oder in der Berufsausbildung stehen. Oftmals wird die Wirkung der Designerdrogen verkannt. Speziell Ecstasy schädigt eindeutig die Hirnfunktion. Damit gerade die jungen Menschen nicht bleibende Hirnschäden davontragen, ist ein Informationsunterricht in der Schule unumgänglich.

Ich frage deshalb den Senat.

Der Senat äußert sich nicht zu den in der Vorbemerkung enthaltenen Behauptungen. Die Fragen beantwortet der Senat wie folgt.

1. Erfolgt ein Informationsunterricht in Hamburger Schulen im Hinblick auf die Gefährdungen durch Designerdrogen?

Ja. Suchtprävention gehört zu den ständigen Aufgaben der Schulen und erfolgt fächerübergreifend vorrangig im Rahmen des Aufgabengebiets Gesundheitsförderung gemäß § 5 Hamburgisches Schulgesetz aber z. B. auch im Zusammenhang mit der Verkehrserziehung und der Sozial- und Rechtserziehung.

Sachinformationen über einzelne Drogen ­ so auch über Ecstasy, eine synthetische Substanz mit der chemischen Bezeichnung MDMA (Methylendioxy-N-Methylamphetamin), die 1986 unter das Betäubungsmittelgesetz gestellt wurde ­ und Aufklärung über die Risiken des Drogenkonsums werden in der Regel im Biologie- und Chemieunterricht und in fächerübergreifenden Projekten vermittelt.

2. In welcher Klasse erfolgt dieser Unterricht und wie viel Zeit wird für die Information vorgesehen (bitte detailliert aufschlüsseln)?

3. Wie erfolgt der Ablauf des Informationsunterrichts? (Zum Beispiel Film, Besuch von Kliniken usw.)

In der Sekundarstufe I wird vornehmlich über Alkohol, Tabak und Cannabis informiert, am Ende der Sekundarstufe I und in der Sekundarstufe II über Designerdrogen wie z. B. Ecstasy, weil im Mittelpunkt präventiver Bemühungen die Auseinandersetzung mit den Drogen stehen muss, die von Jugendlichen der jeweiligen Altersgruppe in größerem Ausmaß konsumiert werden oder für die sie sich interessieren. In welcher Klassenstufe die Aufklärung über Designerdrogen im Einzelnen erfolgt, wird von der zuständigen Behörde nicht erhoben. Die konkrete Gestaltung des Unterrichts und entsprechend auch der für einzelne Themen vorgesehene Zeitumfang sowie die didaktisch-methodische Konzeption des Unterrichts liegt in der Verantwortung der Lehrkräfte und ist sowohl von den Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler einer Klasse als auch von dem Konsumverhalten der Jugendlichen bezüglich einzelner psychoaktiver Substanzen abhängig.

Anregungen zur Verankerung der Drogenaufklärung in den Schulen gibt die zuständige Behörde vor allem durch Lehrerfortbildungsveranstaltungen und weitere Angebote des (SPZ), wie z. B. Informations- und Reflexionsgespräche mit Schulklassen und Schülergruppen, und durch die Entwicklung und Bereitstellung von Informationsmaterialien.

So wird die präventive Arbeit der Schulen durch die Drogenkundlichen Bausteine für Suchtpräventive Unterrichtsvorhaben/Projekte ­ herausgegeben vom Amt für Schule der Behörde für Bildung und Sport in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Hamburg (TK) ­ unterstützt. Diese Handreichung wurde speziell für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Eltern und weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Kinder- und Jugendarbeit konzipiert. Sie enthält unter anderem einen Baustein Ecstasy, Amphetamine und andere Designerdrogen. Begleitend zur Einführung dieses Bausteins wurden mehrere Lehrerfortbildungsveranstaltungen zur unterrichtlichen Behandlung der Droge Ecstasy und zum Mischkonsum von so genannten Partydrogen durchgeführt, da die Substanz Ecstasy häufig in Zusammenhang mit anderen Drogen konsumiert wird.

Über Designerdrogen stehen den Schulen außerdem Informationsbroschüren der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ­ unter anderem das Medienpaket Ecstasy ­ und Aufklärungsmaterialien des Büros für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren e.V. zur Verfügung.

4. Werden auch geheime schriftliche Umfragen in den Schulklassen durchgeführt, in denen die Schüler über Drogen befragt werden, ohne dass sie ihre Identität preiszugeben brauchen?

Systematische Erhebungen in Schulklassen zur Verbreitung des Konsums legaler und illegaler psychoaktiver Substanzen bei den Schülerinnen und Schülern werden bisher nicht durchgeführt. Im Rahmen von Projekten zur Suchtprävention wird dagegen in konkreten Einzelfällen die Ausgangssituation des Drogenkonsumverhaltens erhoben, um gezielt präventive Maßnahmen planen und den Erfolg eines Präventionsprojektes evaluieren zu können. Solche Befragungen werden grundsätzlich anonym durchgeführt.