Börse

Zunahme von Straftaten in Hamburger Stadtteilen 2001

Ich frage den Senat:

1. Wie verteilt sich die Zahl der Straftaten 2001 auf die einzelnen Hamburger Stadtteile (aufgeschlüsselt nach Straftaten insgesamt und Gewaltstraftaten)?

2. Wie hoch ist prozentual die Zunahme der Straftaten und Gewaltstraftaten in den einzelnen Stadtteilen im Vergleich zum Vorjahr?

Siehe Tabellen, Anlagen 1 und 2.

Bezüglich der Gewaltstraftaten ist anzumerken, dass in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) diese Delikte unter dem Summenschlüssel Gewaltkriminalität zusammengefasst werden. Dazu zählen Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, Raub, räuberische Erpressung, räuberischer Angriff auf Kraftfahrer, Körperverletzung mit Todesfolge, gefährliche und schwere Körperverletzung, erpresserischer Menschenraub, Geiselnahme sowie Angriff auf den Luftund Seeverkehr, vgl. auch Antwort des Senats, Drucksache 16/5785.

3. Wie hoch beläuft sich der Anteil der Rauschgiftkriminalität und der direkten Beschaffungskriminalität in den Stadtteilen im Vergleich zum Vorjahr?

Siehe Tabellen, Anlage 3.

4. Wie hoch war die Aufklärungsquote 2001 in den genannten Deliktsbereichen und Stadtteilen im Vergleich zum Vorjahr?

Siehe Tabellen, Anlagen 1 bis 3.

5. Welche Kriminalitätsschwerpunkte in den einzelnen Stadtteilen haben sich im Jahr 2001 herauskristallisiert und zeichnet sich 2002 eine Änderung der Lage in den Stadtteilen ab?

Die Frage nach den Kriminalitätsschwerpunkten in sämtlichen Stadtteilen kann vor dem Hintergrund der Kürze der für die Beantwortung einer Schriftlichen Kleinen Anfrage zur Verfügung stehenden Zeit nur hinsichtlich auffälliger Veränderungen beantwortet werden. Im Übrigen bedeuten auffällige Veränderungen der statistischen Zahlen in den einzelnen Stadtteilen nicht zwangsläufig, dass sich dort Kriminalitätsschwerpunkte gebildet haben bzw. befinden. So können bei geringen Fallzahlen bereits wenige Straftaten starke prozentuale Anstiege verursachen.

Gesamtkriminalität

Bei der Gesamtkriminalität zeichnen sich starke Rückgänge in den Stadtteilen Hamm-Süd und Hohenfelde ab.

In beiden Stadtteilen waren im Jahr 2000 größere Ermittlungsverfahren des Leistungsbetruges erfasst worden (Hamm-Süd = ein Verfahren mit 2150 Fällen / Hohenfelde = ein Verfahren mit 3440 Fällen), die zu einem starken Anstieg der Kriminalitätsbelastung dieser Stadtteile führten. Die Zahlen des Jahres 2001 gleichen sich wieder denen des Jahres 1999 (Hamm-Süd = 624 Fälle / Hohenfelde = 1602 Fälle) an.

Schwerpunkte zeichnen sich in den Stadtteilen Klostertor, Allermöhe und Harburg ab, da sie hohe Steigerungsraten nicht nur prozentual, sondern auch in absoluten Zahlen aufweisen. Ursächlich für diese Steigerungen sind in Allermöhe überwiegend Diebstahlsdelikte, in Klostertor Fälle des Betrugs bei Börsenspekulationen und Urkundenfälschungen.

Ursächlich für die Steigerung in Harburg ist ein Großverfahren wegen Anlage- und Beteiligungsbetrug, das sich durch eine hohe Anzahl von Geschädigten (= 26388 Fälle) auffallend in der Statistik niederschlägt.

Gewaltkriminalität

Im Vergleich der Jahre 2000/2001 ist bei der Gewaltkriminalität für Hamburg insgesamt ein Rückgang der Fälle um 2,7 Prozent zu verzeichnen. Bei der Betrachtung der einzelnen Stadtteile konnten keine besonderen Auffälligkeiten festgestellt werden.

Rauschgiftkriminalität

Bei der Rauschgiftkriminalität handelt es sich um so genannte Kontrolldelikte. Das bedeutet, dass verstärkte Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden einen statistischen Anstieg der registrierten Fallzahlen zur Folge haben können.

Interne Erhebungen zeigen allerdings im ersten Quartal 2002 eine deutliche Entlastung im Bereich der Rauschgiftkriminalität für das Hamburger Stadtgebiet insgesamt ­ insbesondere im Bereich der offenen Drogenszene ­ an.

Die meisten Fälle wurden, wie auch in den Vorjahren, in den Stadtteilen St. Georg und St. Pauli registriert.

Wirtschaftskriminalität

Im Bereich der Wirtschaftskriminalität wird möglicherweise noch im Jahr 2002 ein weiteres Großverfahren des Anlage- und Beteiligungsbetrugs zu erfassen sein. Dieses wird abermals die Kriminalitätsbelastung Harburgs betreffen.

Anlagen