Ausbildung

Diensthunde in der hamburgischen Polizei

Ich frage den Senat:

1. Wie viele Diensthunde sind zurzeit (Stand 31. März 2002) in der hamburgischen Polizei eingesetzt?

Mit Stand vom 31. März 2002 sind bei der Polizei Hamburg 52 Diensthunde eingesetzt.

2. Wie werden Diensthunde für ihre Verwendung/Ausbildung ausgesucht?

Die Auswahl von Diensthunden erfolgt durch die Mitarbeiter der Landespolizeischule/Diensthundeschule (LPS 36) anhand eines Anforderungsprofils.

Das Anforderungsprofil erfordert einen wesensfesten, unbefangenen und sozialverträglichen Gebrauchshund, der bei einer ausgeglichenen Grundaggression über eine gute Zivilveranlagung verfügt.

Darüber hinaus muss ein Diensthund Einsätzen in allen Örtlichkeiten gewachsen sein. Zusätzlich ist für eine spätere Spezialhundausbildung ein ausgeprägter Spiel- und Beutetrieb erwünscht. Die gesundheitliche Eignung eines durchschnittlich zwei Jahre alten Hundes wird vor dem Ankauf durch einen Vertragstierarzt der Polizei Hamburg festgestellt.

3. Wie werden Diensthunde für ihre Aufgaben ausgebildet?

Der Diensthund wird gemeinsam mit seinem Diensthundeführer in einem zwölfwöchigen Grundlehrgang der Landespolizeischule ausgebildet, der nach der zehnten Woche mit der Diensthundprüfung abschließt. Zur Herstellung der Handlungs- und Einsatzsicherheit wird im Anschluss zwei Wochen lang eine objekt- und einsatzbezogene Ausbildung durchgeführt. Die derzeitige Prüfungsordnung orientiert sich an Anforderungen, die von den Diensthunden und Diensthundführern in der Einsatzpraxis des Polizeivollzuges erbracht werden müssen. Die Lehrgangsdauer für geeignete Spezialhunde (Sprengstoff, Rauschgift) beträgt jeweils zehn Wochen und schließt ebenfalls mit einer Prüfung ab. Um die Diensthunde auf einem höchstmöglichen Leistungsniveau zu halten, führt die LPS 36 eine ständige, einsatzbezogene Fortbildung im täglichen Dienst durch. Spezialhunde werden mehrfach im Jahr in einwöchigen Lehrgängen weiter trainiert.

4. Wie lang werden Diensthunde eingesetzt (Lebensarbeitszeit)? Diensthunde werden grundsätzlich bis zum Ende ihres achten Lebensjahres eingesetzt. Ansonsten richtet sich der Einsatz eines Diensthundes nach seinem Leistungs- und Gesundheitszustand.

Wie hoch sind die Kosten pro Hund und Jahr?

Nach bisherigen Berechnungen wird dem Diensthundeführer für seinen Diensthund eine Futter- und Aufwandpauschale von durchschnittlich 71,58 EUR pro Monat gewährt. Weitere Kosten können sich aus tierärztlichen Behandlungen ergeben.

5. Was geschieht mit den Diensthunden, die nicht mehr dienstfähig sind bzw. ein Alter erreicht haben, in dem sie nicht mehr eingesetzt werden?

Für den Einsatz nicht mehr taugliche Diensthunde werden in aller Regel vom Hundeführer übernommen.

Erklärt sich in Ausnahmefällen der jeweilige Hundeführer einmal nicht bereit, den Diensthund im Fall zu übernehmen (Gnadenbrot geben), werden die Diensthunde als Familien- oder Wachhunde verschenkt bzw. verkauft.

Wie hoch sind die Kosten pro Hund und Jahr?

Für Tiere, die bis ins hohe Alter als Diensthund geführt und im Falle ihrer Dienstunfähigkeit vom Hundeführer übernommen werden, erhalten Hundeführer seit dem 1. März 2001 eine Kostenpauschale in Höhe von 48,57 EUR monatlich.

6. Gibt es Überlegungen des Senates oder einzelner Behörden, diese Verfahrensweise mit pensionierten Diensthunden zu verändern?

Nein.

Wenn ja, in welcher Weise?

Entfällt.

7. Wie viele Diensthundeführer haben sich in den letzten Jahren (1995 bis 2001) entschieden, ihren ehemaligen Diensthund privat zu übernehmen?

In der Zeit vom 1. Januar 1995 bis zum 31. Dezember 2001 haben 52 Diensthundeführer ihre nicht mehr im Dienst einsetzbaren Hunde übernommen.

8. Wie bewertet der Senat die Tatsache, dass Diensthundeführer ihre pensionierten Diensthunde privat übernehmen?

Die Übernahme durch die Diensthundeführer wird positiv bewertet.