Angleichung der Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer an der Hamburger Jugendmusikschule an die anderer Bundesländer

Mit rund 13000 Schülerinnen und Schülern ist die Jugendmusikschule in Hamburg die größte und zugleich eine der ältesten Musikschulen in Deutschland. Seit mehr als 50 Jahren führt ein engagiertes Team von Musiklehrerinnen und -lehrern Hamburger Kinder und Jugendliche an Musik heran. Sie erlernen das Spielen von Instrumenten oder werden im Singen und Tanzen ausgebildet. Das Kollegium der Jugendmusikschule leistet unter sozialen, jugend- und bildungspolitischen Aspekten wertvolle Arbeit.

Die große Nachfrage an den Angeboten der Jugendmusikschule zeigt deren Stellenwert in dieser Stadt.

Ihr Engagement beinhaltet auch Kooperationen, insbesondere mit der Verlässlichen Halbtagsgrundschule, und Aktivitäten, die in die Stadtteile hinein wirken, wie z. B. der so genannte Jamliner, mit dem gerade solche Kinder und Jugendliche erreicht werden, die aufgrund ihres familiären Hintergrundes sonst kaum eine Chance hätten, zur Musik zu finden.

Diese unverzichtbare Arbeit sollte entsprechend honoriert werden. Bisher müssen vollzeitbeschäftigte Lehrkräfte 36 Unterrichtsstunden zu 45 Minuten unterrichten und liegen damit über der Pflichtstundenzahl in anderen Bundesländern. In der 16. Legislaturperiode gab es Gespräche zwischen dem Präses der Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung und der Jugendmusikschule mit dem Ziel, eine Vorgehensweise zu finden, dem berechtigten Anliegen der Lehrerinnen und Lehrer an der Jugendmusikschule vor dem Hintergrund der derzeitigen Haushaltslage zu entsprechen und über ein gestaffeltes Gebührensystem eine Absenkung der Pflichtstundenzahl und damit eine bessere Bezahlung der Lehrkräfte zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund ersucht die Bürgerschaft den Senat:

1. Die Unterrichtsverpflichtung der Lehrerinnen und Lehrer an der Jugendmusikschule von jetzt 36

Unterrichtsstunden zu 45 Minuten zum 1. August 2002 auf 30 Unterrichtsstunden zu 45 Minuten abzusenken.

2. Der Bürgerschaft bis zum Mai 2002 ein Finanzierungsmodell vorzulegen, welches über ein gestaffeltes Gebührensystem die Einnahmen der Jugendmusikschule in entsprechendem Umfang erhöht.

Im Rahmen dieses Gebührensystems müssen soziale Aspekte hinreichend berücksichtigt werden, insbesondere muss das gesamte Angebot weiterhin auch Geringerverdienenden offen stehen. Das Finanzierungsmodell soll eine Prognose über die weitere Gebührenentwicklung enthalten.

3. Ab dem Haushalt 2003 jährlich in den Produktinformationen aufzuzeigen, wie sich die Gebühren tatsächlich entwickelt haben.

4. Bei den getroffenen Maßnahmen ist sicherzustellen, dass das Angebot der Jugendmusikschule nicht eingeschränkt wird.