Weltkulturerbe Altes Land

Betreff: Weltkulturerbe Altes Land. Presseberichten zufolge beabsichtigt der Senat, das Alte Land zum Weltkulturerbe anzumelden, um den Bewohner/innen die Sorge vor weiteren Eingriffen in das Gebiet zu nehmen.

Um ein Gebiet von der UNESCO zum Naturerbe erklären zu lassen, bedarf es einer Reihe von Schritten. Die Bundesrepublik Deutschland muss als Vertragsstaat dem von der UNESCO eingerichteten zwischenstaatlichen Komitee für das Erbe der Welt ein Verzeichnis des Gutes vorlegen, um das in seinem Hoheitsgebiet befindliche Naturerbe für eine Aufnahme in die Liste des Erbes der Welt vorsehen zu lassen.

Daher frage ich den Senat:

1. Ist die Erstellung eines derartigen Verzeichnisses bereits in Vorbereitung? Wenn nein, wann wird damit begonnen?

2. Wie sieht der zeitliche Ablauf bis zur Vorlage des Verzeichnisses bei der UNESCO aus?

Wann könnte frühestens mit einer Entscheidung gerechnet werden?

3. Wird das Verzeichnis von der Bundesregierung vorgelegt oder kann Hamburg dies eigenständig vornehmen? Wie und in welchen Schritten läuft das Antragsverfahren ab und was ist sein Inhalt?

4. Wie bewertet der Senat die Aussichten, die von der UNESCO im Internationalen Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt definierten Kriterien zu erfüllen?

5. Wie legt der Senat dar, dass es sich bei dem Alten Land um eine nach Artikel 2 Absatz 3 des Internationalen Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt Naturstätte oder ein genau abgegrenztes Naturgebiet handelt, welches aus wissenschaftlichen Gründen oder ihrer Erhaltung oder ihrer natürlichen Schönheit wegen von außergewöhnlichem universellem Wert sind?

6. Wie will der Senat, bzw. Deutschland als Vertragsstaat, das Alte Land als Welterbestätte schützen und für künftige Generationen sichern?

7. Die betreffenden Regierungen, die das Internationale Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt verabschiedet haben, verpflichten sich, Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen für ihre Welterbestätten selbst zu finanzieren.

a) Wie hoch veranschlagt der Senat die dazu erforderlichen Mittel?

b) Ab wann und aus welchen Quellen müssten sie finanziert werden?

8. In Artikel 5 des Internationalen Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt wird der Vertragsstaat aufgefordert zu gewährleisten, dass wirksame und tatkräftige Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung in Bestand und Wertigkeit des in seinem Hoheitsgebiet befindlichen Naturerbes getroffen werden.

a) Inwieweit ist dies angesichts von zwei großen Straßenbauvorhaben und benachbarter Industrieansiedlung zu gewährleisten?

b) Welche Maßnahmen sind dabei zielführend?

c) Wann werden sie beginnen?

9. Wie stellt der Senat Schutz und Erhaltungsmaßnahmen auf die Dauer sicher?

Das Alte Land ist ebenso wie die Vier- und Marschlande eine viele Jahrhunderte alte Kulturlandschaft, in der die historisch gewachsenen Strukturen des Gewässersystems, der Flureinteilung und der Siedlungsform deutlich sichtbar sind. Hamburg verfügt mit seinen landwirtschaftlichen Kulturlandschaften über ein wichtiges historisches Erbe, mit dem im Zuge der Stadtentwicklung entsprechend behutsam umzugehen ist.

Der Gedanke, ein Anerkennungsverfahren für das Alte Land anzustreben, wird weiter verfolgt, bedarf aber einer umfassenden Prüfung und Diskussion. Da ein Großteil dieser Kulturlandschaft auf niedersächsischem Gebiet liegt, ist eine Abstimmung mit den betroffenen Kommunen, dem Landkreis und dem Land erforderlich. Die zuständigen Behörden werden die Bedingungen eines Antragsverfahrens prüfen.