Bahn

Bis 2012 werden die Zulaufstrecken (z.B. Hamburg ­ Berlin, Y-Lösung zwischen Hamburg/Bremen und Hannover, 3. Gleis zwischen Stelle und Lüneburg, Elektrifizierung Hamburg/Lübeck) qualitative Verbesserungen mit der Folge deutlicher Reisezeitverkürzungen erfahren.

Sicher ist, dass die DB AG als official-carrier für die Zeit der Olympischen Sommerspiele Sonderangebote einrichten würde, dieses sowohl im Schienenfernverkehr wie auch im Regionalen Schienenverkehr und im Schienennahverkehr. Die daraus resultierenden quantitativen und qualitativen Verbesserungen für die Anreise und Abreise sind ein wichtiges Segment des strategischen Verkehrskonzeptes, das auf eine Priorisierung des Schienenverkehrs gegenüber dem Straßenverkehr setzt.

Von besonderer ­ für die räumliche Entzerrung des Schienenverkehrsaufkommens vorteilhafter ­ Bedeutung ist der Sachverhalt, dass Hamburg mit HH-Harburg, HH-Hauptbahnhof, HH-Dammtor und HH-Altona über 4 Fernbahnhöfe verfügt. Diese einmalige Bahnhofsstruktur ermöglicht eine dezentrale veranstaltungsstättenorientierte Einspeisung in das S- und UBahnnetz Hamburgs und beugt damit übergewichtigen Konzentrationen im Netz des HVV vor.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Die tragende Säule der olympischen Verkehrsaufgaben in der Metropolregion Hamburg ist das Verkehrsangebot des HVV.000 Stellplätze im HVV-Bereich

Das Leistungsangebot wird sich bis 2012 durch folgende ohnehin vorgesehene Maßnahmen weiter verbessern:

· entscheidende Ausweitung des HVV ab 12/2002

· S-Bahnanbindung Flughafen,

· Verbesserung Signaltechnik Bahrenfeld bis Blankenese,

· Verbesserung Zugang S-Station Sternschanze,

· zweigleisiger Ausbau Sülldorf bis Iserbrook,

· Erschließung der durch ein leistungsfähiges spurgeführtes System (siehe hierzu auch Erschließung · Modernisierung von S- und U-Bahnstationen,

· Verlängerung der S 3 bis Buxtehude/Stade,

· Verbesserung der Strecke Pinneberg bis Elmshorn.

· Elektrifizierung und Leistungssteigerung auf der Strecke Hamburg-Lübeck und

· Leistungssteigerung durch ein drittes Gleis nach Lüneburg.

Darüber hinaus wird die bis 2012 zu erwartende Bevölkerungsentwicklung in Hamburg weitere Angebotsverbesserungen des ÖPNV nach sich ziehen.

Entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Verkehrsangebotes der S- und U-Bahnen während der Olympischen Spiele ist die Symbiose zwischen dem Netz- und Linienangebot einerseits und den Standorten der Veranstaltungsstätten andererseits.

Die Dimension der auf das Hamburger S- und U-Bahnsystem gerichteten olympischen Verkehrsnachfrage verlangt erhebliche Kapazitätssteigerungen gegenüber dem Normalbetrieb:

· Die erforderlichen Kapazitätssteigerungen werden durch Fahrplanverdichtungen und den Einsatz längerer Zugeinheiten realisiert. Der dafür notwendige Fahrzeugpark wird durch vorgezogene Neuanschaffungen und gestreckte Ausmusterungen bereitgestellt.

· S-Bahnstation Olympia-Stadion Zweibrückenstraße. Diese Station wird mit 4 Bahnsteigkanten ausgelegt, um den reibungslosen Fahrgastwechsel zu sichern. Die Bahnsteige werden aufgrund der räumlichen Randbedingungen nicht nebeneinander, sondern axial hintereinander angelegt. Die Zu- und Abführung der Fahrgäste erfolgt über eine besondere Ebene über der Bahnsteiganlage. Diese einmalige und visuell eindrucksvolle Lösung führt gleichzeitig zu einer Verlängerung der Fußwege und damit zu der erwünschten räumlichen Entzerrung der Fußgängerströme.

· Verbesserung des Signalsystems für die S 3 für Zugfolgezeiten bis zwei Minuten,

· Ausbau des Südstegbereiches des Hamburg-Hbf. Hier ist zur qualitativen Verbesserung der Bahnhofshalle eine Öffnung der Südfront der Halle (größere Durchlässigkeit, Flexibilisierung der Fußgängerströme) und eine deutliche Vergrößerung der Bewegungsflächen auf der Fußgängerebene der Südfront vorgesehen. Dabei wird im Wesentlichen auf ein Konzept zurückgegriffen, das seinerzeit für die Magnetschnellbahnstation Hamburg-Hbf. entwickelt wurde.

Straßenverkehr (MIV)

Die Einbindung der Hansestadt in das Netz der Zubringerautobahnen ist in der Abbildung V der Anlage 2 dargestellt. Alle bedeutsamen deutschen und kontinentalen Verkehrspotentiale sind über leistungsfähige Autobahnen mit der Hansestadt vernetzt.

Diese Vernetzung verbessert sich durch folgende ­ bis 2012 abgeschlossene ­ Neubaumaßnahmen nochmals nachhaltig:

· Vollendung der A 20 im Osten. Damit wird der gesamte norddeutsche Raum erschlossen.

· Vollendung der A 20 im Nordwesten als Riegel zwischen der A 1 südlich Lübeck und der A1 südwestlich Hamburgs. Durch diese Nordumgehung in Ergänzung zu der bereits vorhandenen Südumgehung kann der gesamte Durchgangsverkehr aus dem Stadtraum Hamburg ferngehalten werden, so dass beachtliche Kapazitäten für den Ziel- und Quellverkehr frei werden.

· Vollendung der A 21 zur Ostumfahrung Hamburgs.

· die 4. Röhre des Elbtunnels im Zuge der A 7, deren Inbetriebnahme demnächst erfolgen wird und die das Nadelöhr Elbtunnel im Verbund mit der Nordumgehung (A 20) beseitigt.

· Die Hafenquerspange A 252 zwischen der A 7 im Westen und der A 225/A 1 im Südosten. Dieser Netzschluss hat mehrere bedeutende Verkehrsfunktionen: Auslagerung von Ost-West-Verkehren aus der Innenstadt; Erschließung des Hafens und ­ nicht zuletzt ­ unmittelbare Anbindung des Olympiazentrums auch an die A 7.

· Ausbau der A 7 zwischen Elbtunnel und Bordesholmer Dreieck.

· Ausbau der A 1 Hamburg - Bremen.

· A 26 von Harburg bis Stade, die die seit Jahrzehnten mangelhafte und unfallträchtige Anbindung der südwestlichen Elberegion über die B 73 ersetzt.

Hinzu kommen Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf den Autobahnen. Das Autobahnnetz im Stadtraum Hamburg und das Standortprogramm für die olympischen Veranstaltungsstätten stehen in weiten Teilen in enger räumlicher Verbindung.

Der offerierbare besondere Standard hinsichtlich der Autobahnnähe der Veranstaltungsstätten ist in der Abbildung in quantifizierter Form durch Angabe der Distanzen zwischen den jeweils relevanten Autobahnanschlussstellen und den Wettkampfstätten belegt.

Im Stadtstraßennetz sind bis 2012 u.a. vorgesehen die Komplettierung des Ringes 3 bis an die A 1, Verbesserungen an den Knoten des Ringes 2, Ausbau der Straße Nedderfeld, Aufhebung der ebenerdigen Bahnübergänge im Bereich Wandsbek, Signalisierung und Umgestaltung des Horner Kreisels, Umgehung Finkenwerder.

Die aus den Maßnahmen im Autobahnnetz resultierenden Leistungssteigerungen sichern ausreichende Kapazitäten für den Kfz-Zu- und Abfluss auch während der Olympischen Spiele.

Für die Bewältigung des veranstaltungsstättenorientierten Verkehrs im Stadtraum werden zudem eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen erforderlich, um die verkehrliche Erschließung der Veranstaltungsstätten sicherzustellen. Zu nennen sind insbesondere:

· eine Klappbrücke über die Norderelbe zum Olympia-Zentrum, ausgelegt auf 2 Fahrstreifen für den Kfz-Verkehr und Zusatzstreifen für einen starken Fußgängerverkehr,

· Verbesserung des Zulaufs zur A 252 (Veddeler Damm),

· Verbesserung des Zulaufs zur Anschlussstelle Georgswerder,

· Erschließungsring für die Erschließung des Olympiastadions, des Olympia-Domes und der Olympia-Schwimmhalle,

· spezielle veranstaltungsstättenspezifische Erschließungsmaßnahmen.

Strategisches Verkehrskonzept

Verkehrliches Leitbild Bedingt und abgestützt durch das Standortkonzept ergeben sich für das verkehrliche Leitbild folgende Hauptaspekte:

· Sicherung einer bequemen, sicheren, verlässlichen und zeitsparenden Erreichbarkeit der Veranstaltungsstätten für die Zuschauer und Schaulustigen durch die Priorisierung des S- und U-Bahnsystems und des Verkehrssystems der DB AG.

· Besondere Präferierung der fußläufigen und erlebnisreichen Erreichbarkeit der Veranstaltungsstätten im Citybereich für Zuschauer und Schaulustige.

· Nutzung der natürlichen Ressource Wasser als Transportweg besonderer Attraktivität für Zuschauer und Schaulustige.

· Konsequente Ausschöpfung der durch das Standortkonzept gegebenen kurzen Entfernungen zu und zwischen den Veranstaltungsstätten für die Einrichtung des OST als bequemes, sicheres, verlässliches und leistungsfähiges System für den Transport der Akteure (Sportler, Betreuer, olympische Familie).

Diese Hauptaspekte des verkehrlichen Leitbildes machen die sonst übliche besondere Erwähnung einer umweltfreundlichen Ausformung des Verkehrskonzeptes entbehrlich.