Steuer

Handlungsfelder, die - soweit dies sinnvoll ist - auf die Umweltleitlinien bezogen sind:

· Ressourcenschutz (Bauen, Trinkwasser und Oberflächengewässer, Energie),

· Verkehr,

· Flächenmanagement (flächensparende Infrastruktur, Landschaft und Naturschutz),

· Kreislaufwirtschaft (Abfallwirtschaft),

· Lärm.

Ressourcenschutz

Bei Neu-, Um- und Erweiterungsbauten sowie Sanierungen und Rückbauten von olympischen Stätten achten die Bauherren auf einen sorgfältigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Ziel ist ein sparsamer Energie- und Wasserverbrauch, der sparsame Umgang mit Boden und Fläche und die Verwendung von ökologisch und gesundheitlich unbedenklichen und möglichst regional produzierten Baustoffen.

· Nachhaltiges Bauen Ziel

Die olympischen Bauwerke werden flächensparend und energieeffizient gebaut. Die Auswahl der Materialien und Werkstoffe entsprechen den neuesten ökologischen Anforderungen in der Bau-, Nutzungs- und ggf. Entsorgungsphase.

Strategie

Die Baumaßnahmen aller neu zu errichtenden sowie der von Umbaumaßnahmen betroffenen Gebäude, Anlagen und sonstigen Infrastruktur werden nur mit der Verpflichtung auf die Erfüllung konkreter umweltrelevanter Vorgaben vergeben. Die Einhaltung dieser Vorgaben ist durch eine unabhängige Stelle im Rahmen einer kontinuierlichen Qualitätssicherung während der gesamten Planungs- und Bauphase zu überwachen.

Grundsätzlich werden nur solche Baustoffe verwendet, die hinsichtlich ihrer Gewinnung, Bearbeitung, Funktion und Beseitigung eine hohe Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit aufweisen. Baustoffe mit schädlichen Inhaltsstoffen, die nach ihrem Gebrauch mit hohen Kosten entsorgt werden müssen, sind zu vermeiden.

Die neu zu errichtende Infrastruktur und Bauwerke berücksichtigen die stadtklimatischen Bedingungen und werden so angelegt, dass negative Einflüsse auf die stadtklimatischen Bedingungen vermieden werden.

Für die Bau- und Nutzungsphase der einzelnen Bauprojekte sowie zusammenfassend für alle olympiabedingten Baumaßnahmen wird ein Abfallkonzept erarbeitet. Die Bauabfälle werden bereits im Rahmen der Bauplanung durch eine entsprechende Auswahl bzw. Vorgabe an Baustoffen minimiert. Auf den Baustellen werden Sammelsysteme für die getrennte Erfassung der verschiedenen Abfallarten aufgestellt, so dass Holz, Papier/Pappe, Glas, Kunststoffe, Metalle/Schrott, Boden und Bauschutt wieder verwendet werden können. Bei der gemischten Erfassung von Bauabfällen wird eine nachträgliche Sortierung sichergestellt.

Unabhängig davon sind die Baumaßnahmen so zu planen und durchzuführen, dass die Abfallmengen auf ein Minimum reduziert werden. Hierzu gehören Maßnahmen wie die Verwendung von Mehrwegverpackungen und -gebinden, die Beachtung der Recyclingfähigkeit der verwendeten Baustoffe und der Einsatz von Recyclingbaustoffen.

· Trinkwasserversorgung Ziel

Der zusätzliche Frischwasserbedarf für die Durchführung der Olympischen Spiele soll möglichst gering gehalten werden. Die Wasserversorgung ist so zu gestalten, dass die bestehenden Wasserressourcen ausreichen und keine neuen Quellen erschlossen werden müssen.

Strategie Generell ist mit Wasser so sparsam wie möglich umzugehen. Um dies zu gewährleisten, sind entsprechende technische Maßnahmen vorzusehen. Wo immer möglich, sollte auch Regenwasser anstelle von Trinkwasser eingesetzt werden. Während der Bau- und Nutzungsphase ist sicherzustellen, dass, Einträge von Stoffen jeder Art in das Abwasser auf ein Minimum reduziert werden. In den Planungen werden technische und verhaltensorientierte Maßnahmen für eine sparsame Wasserversorgung nach dem neuesten Stand der Technik berücksichtigt.

· Oberflächengewässer

Die positive Entwicklung der Hamburger Oberflächengewässer wird durch die Olympischen Spiele nicht beeinträchtigt, sondern kann sogar weiter gefördert werden.

Ziel

Durch zwei konkrete Maßnahmen kann die Situation der Oberflächengewässer in Hamburg im Zuge der Olympischen Spiele nachhaltig verbessert werden: Eichbaumsee

Der Eichbaumsee gilt in der Hamburger Bevölkerung als beliebtes Ausflugsziel und Badegewässer. In den Sommermonaten kommt es vereinzelt zu einer Verschlechterung der Gewässerqualität. Durch gewässerökologische Maßnahmen können die limnologischen Eigenschaften des Sees nachhaltig verbessert werden. Es wird geprüft, ob im Zuge der Planungen für die benachbarte Kanuslalomanlage diese gewässerökologischen Maßnahmen umgesetzt werden können, um den Standort aufzuwerten.

Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen für die Olympischen Spiele bewirken dadurch eine dauerhaft verbesserte Situation der Wasserqualität am Eichbaumsee für Mensch und Natur.

Elbe und Alster

Die Olympiabewerbung Hamburgs wirbt mit Schwimmstarts neben dem Rathausmarkt. Dabei sollten die Gewässerorganismen nicht vergessen werden, um der besonderen Bedeutung der Gewässer auch in der Bewerbung gerecht zu werden. Deshalb sollte - neben der weiteren Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität - die Herstellung der Durchgängigkeit der Gewässerorganismen zwischen Elbe und Alster und deren Präsentation entlang der fußläufigen Verbindungen im Zuge der Olympischen Spiele erfolgen. So erhalten die Besucher und Einwohner Hamburgs Einblick in die Lebenswelt des begleitenden Wassers und es entsteht durch die Olympischen Spiele ein positives Erbe für die Stadt.

· Energieversorgung

Der Klimawandel gilt gegenwärtig als größte umweltpolitische Herausforderung weltweit. Als Hauptursache des anthropogen bedingten Klimawandels gilt der gestiegene Kohlendioxidausstoß der Industrie- und Schwellenländer. Hamburg hat bereits frühzeitig auf die Klimadiskussion reagiert und im Jahr 1990 ein 24-Punkte-Programm als Hamburgs Beitrag zur Verminderung der Klimagefahren beschlossen. Dieses Programm ist inzwischen auch zu einem erheblichen Teil umgesetzt worden. Außerdem ist Hamburg 1992 dem Klimabündnis zum Erhalt der Erdatmosphäre/Alianza del Clima beigetreten.

Ziel

Die Energieversorgung der olympischen Infrastruktur wird so weit wie möglich autark aus regenerativen Energien erfolgen sowie eine möglichst hohe Energieeffizienz erreichen. Fossile Energieträger sollten vermieden werden. Die Maßnahmen, die zur umweltfreundlichen und rationellen Energieversorgung ergriffen werden, wirken sich auf die Stadt und ihre Klimaschutzziele langfristig positiv aus. Beispielsweise entsteht durch das Olympische Dorf ein neuer Stadtteil, der vollständig mit regenerativen Energien betrieben werden kann. Die Olympischen Spiele leisten in dieser Hinsicht einen Beitrag zum Klimaschutz auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.

Strategie

Es wird angestrebt, den Strombedarf in Zusammenarbeit mit einem Öko-Stromanbieter aus regenerativen Energien zu decken. Für die Olympischen Spiele werden generell Energiesparmaßnahmen nach dem modernsten Stand der Technik umgesetzt. Dazu gehören in erster Linie die konsequente Berücksichtigung des späteren Energiebedarfs bei sämtlichen Bau- und Beschaffungsmaßnahmen und die bedarfsgerechte Steuerung aller Energieverbraucher, z. B. der Beleuchtung, der Raumwärmeversorgung und Warmwasserbereitung, der Wärmerückgewinnungsanlagen, der Klima- und Lüftungsanlagen sowie der Verkehrsträger.

Verkehr Ziel

Eine auch über die Olympischen Spiele hinaus reichende Planung der Verkehrswege, insbesondere des öffentlichen Nahverkehrs, eröffnet die Chance, insbesondere an den innerstädtischen Standorten den Individualverkehr langfristig zu reduzieren und entscheidend zur Verkehrsberuhigung beizutragen. So wird beispielsweise das olympische Dorf so angelegt sein, dass der spätere Individualverkehr hier auf ein Minimum reduziert werden kann. Das Konzept der City-Olympics unterstützt eine verkehrsreduzierende Veränderung der Hamburger Stadtentwicklung. Es zielt darauf ab, die Siedlungstätigkeit auf Gebiete im Innenstadtbereich hinzulenken und so verstärkt die Innenentwicklung zu fördern. Durch das olympische Zentrum und olympische Dorf wird ein unmittelbar an die Hamburger Innenstadt angrenzender Stadtteil entstehen, der fußläufig von der Innenstadt und angrenzenden Ortsteilen erreichbar und durch zukunftsfähige öffentliche Verkehrssysteme wie U- und S-Bahn erschlossen wird.

Die städtebaulichen Maßnahmen des olympischen Zentrums tragen in diesem Sinne nachhaltig zu einer umwelt- und sozialverträglichen Mobilität in Hamburg bei.

Strategie

· Verkehrsvermeidung

Das Prinzip der kurzen Wege wird durch die günstige Zuordnung des olympischen Dorfes, der Unterbringung der olympischen Familie und des Medienzentrums zum Olympiazentrum sowie zu den weiteren Zentren in einem Radius von maximal 10 km erreicht. Dadurch wird vermieden, dass weite Entfernungen zu den Sportstätten zurückgelegt werden müssen.