Die Hamburger Sicherheitsorgane haben im Übrigen gerade im Bereich des Hafens jahrelange positive Erfahrungen bei der Bewältigung des jährlich wiederkehrenden Hafengeburtstages einem Volksfest mit jeweils ca

werden hierbei auch technische Sicherheitsvorkehrungen besondere Berücksichtigung finden.

Dies gilt nicht nur für die dezentrale Infrastruktur von Polizei und Feuerwehr im Umfeld der olympischen Anlagen, sondern auch für den vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz an den neu zu errichtenden Sportanlagen bzw. den Bauten der bei denen bereits im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens wesentliche Anforderungen an Flucht- und Rettungswege sowie Einsatzflächen für Polizei, Feuerwehr und Notfallrettung berücksichtigt werden, die dem letzten Stand der Technik entsprechen und modernsten Ansprüchen genügen.

Die Hamburger Sicherheitsorgane haben im Übrigen gerade im Bereich des Hafens jahrelange positive Erfahrungen bei der Bewältigung des jährlich wiederkehrenden Hafengeburtstages, einem Volksfest mit jeweils ca. 2 Mio. Zuschauern im Hafenraum (vgl. 8.5). Bei einer Bewertung aller derzeit vorliegenden Erfahrungen und Erkenntnisse kann daher prognostiziert werden, dass die Sicherheit des Olympiazentrums in der gewährleistet werden kann.

Dass mit den Planungen für Olympische Spiele auf dem Kleinen Grasbrook eine erhebliche Aufwertung dieses alten Industrie- und Hafenstandortes und der benachbarten Stadtteile verbunden sein wird, hat im Übrigen bereits im Vorfeld Olympischer Spiele sicherheitsrelevante Vorteile. NOK und IOC legen großen Wert auf die öffentliche Zustimmung am Austragungsort zur geplanten Veranstaltung der Olympischen Spiele und den damit verbundenen Anstrengungen und Investitionen. Vor diesem Hintergrund lassen die genannten Stadtentwicklungsplanungen kaum Protest politischer Gruppen oder Stadtteilinitiativen erwarten, wie er etwa bei der Bewerbung Berlins um die Austragung der Spiele 2000 erheblich, gewalttätig und der Bewerbung entsprechend abträglich war. So war die Bewerbung Hamburgs trotz der erheblichen medialen Begleitung auch bis Frühjahr 2002 kein Diskussionsthema im radikalen Spektrum Hamburgs (vgl. 8.4.4).
Weitere Zentren und sonstige Sportstätten
Auch für die geplanten weiteren olympischen Zentren im Stadtgebiet liegen bei Polizei und Feuerwehr Hamburg vielfältige Erfahrungen mit Sport- oder sonstigen Großveranstaltungen vor. Eine aktuelle Erhebung der Erfahrungen hat deutlich aufgezeigt, dass es in der Vergangenheit bezüglich der Gewährleistung der Sicherheit keine Probleme gegeben hat und von allen örtlich zuständigen Polizeidienststellen die Gewährleistung der Sicherheit bei den Olympischen Spielen prognostiziert wird. Dies gilt auch für die aus den jetzigen Planungen bekannten weiteren Sportanlagen bzw. Trainingsstätten im Hamburger Stadtgebiet, für die in einigen Fällen zwar noch keine konkreten Erfahrungen vorliegen, zu denen die jeweils örtlich zuständigen Polizeikommissariate jedoch keine grundsätzlichen sicherheitsrelevanten Bedenken haben.

Sicherheitsbewertungen und -maßnahmen an geplanten Sportanlagen/Wettkampfstätten in den norddeutschen Nachbarländern können im Rahmen der Länderhoheit in Sicherheitsfragen nur im Rahmen der Zuständigkeit der jeweiligen Landespolizei erfolgen. Neben dem erneuten Hinweis auf die bewährte länderübergreifende Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen lässt sich allerdings allgemein feststellen, dass es bisher im gesamten norddeutschen Raum bei sportlichen Großveranstaltungen keine nennenswerten Sicherheitsprobleme gegeben hat.
Spezielle Sicherheitsbedarfe
Neben der Gewährleistung der allgemeinen Sicherheit an den olympischen Anlagen und der Sicherheit im Stadtgebiet während der Olympischen Spiele gibt es eine Reihe weiterer, unterschiedlicher Sicherheitsbedarfe. Zu den wichtigsten werden im Folgenden kurze Ausführungen gemacht.

Naturkatastrophen und Hochwasserschutz Hamburg liegt in einer gemäßigten maritimen Klimazone, vulkanische Ereignisse und tektonische Erdbeben sind unbekannt. Extreme Wettererscheinungen oder sonstige natürliche Risiken sind daher nicht zu erwarten. Das einzige bedeutende natürliche Risiko am Standort Hamburg ist die Sturmflutgefahr, die allerdings auf die Hochwassersaison (15. September bis 15. April) beschränkt ist. Die Olympischen Sommerspiele finden aber in jedem Fall außerhalb dieses Zeitraumes statt. Im Übrigen werden die geplanten Olympia-Standorte - bis auf den Standort Entenwerden - auf Flächen errichtet, die entweder aufgehöht sind oder durch Hochwasserschutzwände vor Hochwasser geschützt sind, so dass die Gefahr von Überflutungen der Spielstätten im Bereich des Hafens ausgeschlossen werden kann (vgl. 2.1.1.4).
Störfallbetriebe/Gefahrstoffe
Im näheren Umkreis des geplanten Olympiazentrums befinden sich mehrere Betriebe, in denen mit Gefahrstoffen umgegangen wird. Diese Betriebe verfügen jedoch über ein gesetzlich vorgeschriebenes spezielles Sicherheitsmanagement zur Begrenzung von Störfallauswirkungen. Darüber hinaus haben die Hamburger Behörden auch für solche Risiken wie Gefahrguttransporte Einsatzkräfte von hohem Einsatzwert, mit etablierter Stabsorganisation und jahrelanger Erfahrung in der Zusammenarbeit und in gemeinsamen Übungen.

Luftsicherheit
Die Sicherheit des Luftverkehrs und des Luftraumes ist in Hamburg gewährleistet. Alle zuständigen Institutionen und Dienststellen, vom Flughafen über die Flugsicherung bis zu den zuständigen Bundes- und Landesbehörden, sind sich ihrer Verantwortung in hohem Maße bewusst und in der Lage, auch besonderen Anforderungen kurzfristig gerecht zu werden.

Der hohe Standard wird auch durch die Tatsache verdeutlicht, dass es am Standort Hamburg seit Anfang der 70er Jahre keinen nennenswerten Flugunfall mehr gegeben hat. Dennoch sind die o.g. Stellen durch die Praxis ständiger Notfallübungen in der Stabszusammenarbeit sehr erfahren. Abhängig von der dann aktuellen konkreten Gefahrenanalyse werden im Jahr 2012 ggf. spezielle Maßnahmen ergriffen.

Demonstrationen
Sowohl im Vorfeld als auch während der Olympischen Spiele wird es darauf ankommen, politische Demonstrationen und Kundgebungen als Bürgerrecht mit der Planung und Durchführung der Olympischen Spiele zu vereinbaren und zugleich die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Hierzu ist eine sorgfältige Abwägung und detaillierte Planung ebenso erforderlich wie umfangreiche Erfahrung in der Bewältigung entsprechender Großlagen, die in Hamburg vorliegt. Zugleich hat eine kurzfristige Auswertung des Demonstrationsgeschehens in Hamburg in den vergangenen 5 Jahren ergeben, das mehr als 99 % aller in Hamburg stattgefundenen Demonstrationen in diesem Zeitraum friedlich verliefen.
Schutz gefährdeter Personen Olympische Spiele werden von zahlreichen gefährdeten Personen besucht. Hamburg ist mit über 90 Konsulaten weltweit führender Konsulatsstandort und Sitz namhafter Institutionen von Weltgeltung (Beispiel: Internationaler Seegerichtshof); daher verfügt die Polizei Hamburg zur Erfüllung der entsprechenden Schutzaufgaben mit dem polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamtes über eine professionelle eigene Organisationseinheit mit umfangreichen Erfahrungen bei der Bewältigung von Personenschutzmaßnahmen. So wurden Staatsbesuche von besonders gefährdeten Personen (u.a. Shimon Peres, Yassir Arafat), internationale Konferenzen (z.B. der Ostsee-Anrainer-Staaten), Beratungen und Schutzmaßnahmen bei Kongressen und Versammlungen aus Industrie, Handel und Medien erfolgreich durchgeführt.

Datennetzsicherheit NOK und IOC legen Wert auf die Gewährleistung möglichst sicherer Datennetze bei der Organisation und während der Durchführung der Olympischen Spiele. In den letzten Jahren hat Hamburg - darunter auch die Polizei Hamburg mit ihrem eigenen sicherheitskritischen Datennetz - in diversen in Public-Private-Partnership-Projekten umfangreiche Erfahrung in der erfolgreichen Gewährleistung von Datennetzsicherheit gesammelt. Gerade die bei der Polizei Hamburg eingerichteten Lösungen haben sich dabei im praktischen Einsatz bislang als sicher erwiesen. Angesichts der Prognoseunsicherheit in Hinsicht auf die entsprechende technische Fortentwicklung im Verlauf der kommenden 10 Jahre sind damit in jedem Fall das hohe Maß an Problembewusstsein und die Fähigkeit am Standort Hamburg belegt, in diesen Bereichen adäquate Lösungen zu finden.

Terrorismusabwehr
Seit dem Anschlag palästinensischer Terroristen auf die israelische Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 in München ist es in Deutschland bei vergleichbaren Anlässen zu keinerlei nennenswerten Vorfällen durch extremistische bzw. terroristische Gruppierungen mehr gekommen. Dieses gilt sowohl für sportliche Ereignisse wie Fußballwelt- (1974) und Europameisterschaften (1988) als auch für andere Großveranstaltungen wie die Weltausstellung EXPO 2000.
Trotz der breiten öffentlichen Zustimmung zu der Hamburger Bewerbung ist derzeit nicht völlig auszuschließen, dass bereits die Olympiabewerbung für die linksextremistische Szene in Hamburg zu einem Thema wird. Mit gewalttätigen Aktionen wie anlässlich der zur Olympiabewerbung Berlins ist jedoch kaum zu rechnen (vgl. 8.4.1). Zwar sind Demonstrationen mit möglicherweise auch gewalttätigem Verlauf und einzelne Sachbeschädigungen nicht gänzlich auszuschließen, doch ist die autonome Szene in Hamburg momentan schwach und mit der Anfang der neunziger Jahre in Berlin existierenden weder quantitativ noch im Hinblick auf Gewaltpotenzial und Mobilisierbarkeit zu vergleichen. Polizei und Verfassungsschutz Hamburg haben vergleichbare Lagen stets gemeistert.

Im Bereich des Terrorismus ist ein Wiederaufleben linksterroristischer Aktivitäten nach derzeitigem Kenntnisstand sehr unwahrscheinlich; solche Aktivitäten haben sich im Übrigen auch in der Vergangenheit nie gegen sportliche oder kulturelle Veranstaltungen gerichtet. Es gibt zurzeit ebenfalls keine Anzeichen dafür, dass Rechtsextremisten die Absicht haben könnten, die Olympischen Spiele zu stören. Anzeichen für die Existenz eines rechtsextremistischen Terrorismus sind weder in Hamburg noch im übrigen Bundesgebiet vorhanden.