UNESCO-Institut für Pädagogik

Das UNESCO-Institut für Pädagogik feiert in diesem Jahr sein fünfzigjähriges Bestehen. Es ist die älteste Institution der Vereinten Nationen in der Bundesrepublik Deutschland und hat wesentlich zur Internationalisierung des Wissenschaftsstandorts Hamburg beigetragen.

In den letzten Monaten gab es immer wieder Presseveröffentlichungen, dass die Finanzierung des Instituts in Hamburg bzw. im Bund nicht gesichert sei.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

1. Wie bewertet der Senat die Tätigkeit des UNESCO-Instituts für den Wissenschaftsstandort Hamburg?

2. Auf welche Weise hat die Freie und Hansestadt Hamburg bisher von der Tätigkeit des Instituts profitiert?

Das UNESCO-Institut für Pädagogik (UIP) in Hamburg ist ein internationales Forschungs-, Informations-, Trainings- und Dokumentationszentrum. Es konzentriert sich auf Erwachsenenbildung, Alphabetisierung und Grundbildung in der Perspektive des lebenslangen Lernens. Hamburg wurde zum Standort für das UIP gewählt, weil die Universität Hamburg mit ihrer Forschung in den Erziehungswissenschaften besonders gute Kooperationsmöglichkeiten bot, die auch heute noch bestehen. Daneben sind es die Forschungs- und Netzwerkbeziehungen in alle Welt und die umfangreiche Fachbibliothek mit etwa 60000 Büchern und Dokumenten sowie 300 bildungs- und sozialwissenschaftlichen Fachzeitschriften und 7500 exemplarischen Materialien zur Erwachsenenbildung, Nachalphabetisierung und außerschulischen Bildungsarbeit, die im Bereich der Erziehungswissenschaft zur internationalen Bedeutung des Wissenschaftsstandortes Hamburg beitragen.

3. Ist die Finanzierung des Instituts für die nächsten vier Jahre gesichert? Wenn nein, worin bestehen die Probleme?

Das UIP ist eine Stiftung privaten Rechts. Stifter und Träger ist die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur). Das Auswärtige Amt, das derzeit zusätzlich zu dem bundesdeutschen Mitgliedsbeitrag an der UNESCO das UIP mit Sondermitteln in Höhe von rund 1 Million Euro finanziert, wird seine Sonderfinanzierung stufenweise bis zum Jahre 2005 einstellen. Das UIP ist bemüht, das entstehende Defizit im Rahmen von Projektfinanzierungen oder auch durch Umwidmung in ein UNESCO-Projekt auszugleichen. Bei der 31. Generalkonferenz der UNESCO in Paris ist der Generaldirektor der UNESCO beauftragt worden, Verhandlungen über den Status des UIP zu führen. Diese Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen.

4. Gibt es Pläne im Bund, den Standort des Instituts in eine andere deutsche Stadt zu verlegen?

a) Wenn ja, in welche Stadt und aus welchen Gründen?

b) Wenn a) zutrifft, was gedenkt der Senat dagegen zu unternehmen?

Pläne zur Standortverlagerung des Bundes sind dem Senat nicht bekannt. Zur Trägerschaft siehe Antwort zu 3.