Älter werden in Hamburg

In den kommenden Jahren wird der Anteil älterer Menschen in Deutschland immer mehr zunehmen. Für das Jahr 2010 wird ein Anteil der Sechzigjährigen von 25,8 Prozent prognostiziert, was eine Zunahme von 3,2 Millionen im Vergleich zu 1997 ausmacht. Der Anteil der unter Zwanzigjährigen wird im gleichen Zeitraum um 3 Prozent abnehmen.

Die damit einhergehenden gesellschaftlichen Herausforderungen sind nicht erst seit 1999, dem Internationalen Jahr der Senioren, bekannt und rücken immer mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Diese demographische Entwicklung hat erhebliche Konsequenzen für die Alterssicherung und weit darüber hinaus erfordert sie ein solidarisches Miteinander der Generationen. Die Senioren von heute sind aktiv, mobil, interessiert am öffentlichen Leben und an den vielfältigen Bildungs-, Freizeit- und Kulturangeboten in unserer Stadt. Sie sind aber auch bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren und in Gemeinschaften ihr Leben aktiv zu gestalten.

1. Seniorinnen und Senioren in Hamburg

Wie viele ältere Menschen leben in Hamburg? Wie ist die Entwicklung in den letzten zehn Jahren? Bitte aufschlüsseln nach den Altersgruppen 60 bis 80, über 80 und über 100 und nach Geschlecht.

Die Anzahl der älteren Menschen in Hamburg sowie die Entwicklung in den letzten zehn Jahren sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Wie hat sich in den letzten zehn Jahren der Anteil von Menschen über 60 entwickelt und wie wird er sich in den nächsten zehn Jahren entwickeln?

Die Entwicklung des Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung in Hamburg in den letzten zehn Jahren sowie die vorausgeschätzten Anteile für die nächsten zehn Jahre sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich. In den nächsten zehn Jahren wird sich der Anteil der Sechzigjährigen und Älteren in Hamburg nach der zurzeit gültigen Bevölkerungsvorausschätzung des Basisdatenausschusses vom Februar 2000 kaum verändern.

Tabelle 2: Anteil der Sechzigjährigen und Älteren an der Gesamtbevölkerung Hamburgs Quelle: Statistisches Landesamt.

2. Wirtschaftliche Situation

Wie schätzt der Senat die wirtschaftliche Situation von Seniorinnen und Senioren in Hamburg ein?

Zur Beurteilung der wirtschaftlichen Situation der Seniorinnen und Senioren können nur die Ergebnisse des Mikrozensus aus dem Jahr 2000, der Befragung einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe, herangezogen werden. In die nachfolgende Tabelle sind nur Personen einbezogen, die über ein eigenes Einkommen verfügen und Angaben zu dessen Höhe gemacht haben. Der Anteil von Personen ohne Einkommen bzw. ohne Einkommensangabe beträgt sowohl für die Gruppe der Älteren als auch für die Bevölkerung im Alter von 20 Jahren und mehr rund 11 Prozent (für die Gesamtbevölkerung 25 Prozent).

Betrachtet werden die Personen mit eigenem Einkommen hinsichtlich ihrer prozentualen Verteilung auf die vier Einkommensklassen der Tabelle. In der Bevölkerung im Alter von 60 Jahren und mehr sind die beiden mittleren Einkommensklassen stärker vertreten als in der Gesamtbevölkerung. Eher niedrige und eher hohe Einkommen sind dagegen unter den Älteren weniger häufig festzustellen als in der gesamten Bevölkerung. Sehr große Unterschiede in der Einkommensverteilung auf die vier Einkommensklassen der Tabelle sind für die ausgewiesenen Bevölkerungsgruppen insgesamt nicht festzustellen.

Welche Erkenntnisse liegen dem Senat über die Bedeutung der Seniorinnen und Senioren als Wirtschaftsfaktor für Hamburg vor?

Hierzu liegen der zuständigen Behörde keine Daten vor.

Welche Rolle spielt die Problematik der Altersarmut und wie wird deren weitere Entwicklung eingeschätzt?

Inwieweit hat sich die Situation hinsichtlich der Altersarmut seit 1999 verändert (Drucksache 16/2141)?

Wie viele Senioren beziehen Hilfen zum Lebensunterhalt und wie teilt sich dies auf Frauen und Männer auf?

Ende 1999 bezogen in Hamburg 8903 Menschen älter als 65 Jahre laufende Hilfe zum Lebensunterhalt (2983 Männer und 5920 Frauen). Ende 2000 lagen diese Zahlen bei 8865 (3040 Männer und 5825 Frauen). Ende 2001 betrug die Anzahl 8967 (3254 Männer und 5713 Frauen). Im Januar 2002 bezogen insgesamt 9051 Menschen älter als 65 Jahre laufende Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen (3307 Männer und 5744 Frauen).

Auch wenn es 2000 einen leichten Rückgang gegeben hat, ist insgesamt tendenziell ein Anstieg zu verzeichnen. Dies steht im Gegensatz zu den rückläufigen Zahlen bei den Empfängern der Hilfe zum Lebensunterhalt insgesamt. Insgesamt weisen ältere Menschen aber nach wie vor einen relativ niedrigen Sozialhilfequotienten auf.

Gibt es ein Konzept, das die Unabhängigkeit älterer Menschen von Sozialhilfe fördern soll? Wenn ja, wie sieht es aus?

Durch das In-Kraft-Treten eines eigenständigen Leistungsgesetzes (Gesetz über eine bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Grundsicherungsgesetz, GSIG) werden ab dem 1. Januar 2003 unter anderem Menschen ab dem 65. Lebensjahr weitgehend unabhängig von Sozialhilfe sein.

Gibt es Erkenntnisse darüber, wie viele ältere Menschen trotz Berechtigung keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen? Wenn ja, welche?

Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie viele ältere Menschen trotz etwaiger Ansprüche keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen. Es ist aber davon auszugehen, dass nach In-Kraft-Treten des GSIG die Zahl der Antragstellerinnen und Antragsteller nach diesem Gesetz über die bislang bereits auf Sozialhilfe angewiesenen Menschen älter als 65 hinaus voraussichtlich um weitere 20 bis 30 Prozent steigen wird. Diese Schätzung entspricht den Zahlen, die auch in anderen großen Städten in der Bundesrepublik (z.B. München) zugrunde gelegt werden.

Im Mai 2001 wurde mit Zustimmung des Bundesrates das so genannte Grundsicherungsgesetz beschlossen, das der bedarfsorientierten Grundsicherung im Alter dienen soll und die Bekämpfung der Altersarmut zum Ziel hat. Der im Regelfall ausgeschlossene Rückgriff auf Angehörige der Leistungsempfänger soll insbesondere die Fälle der so genannten verschämten Altersarmut eindämmen, in denen die/der Berechtigte auf die Geltendmachung der Ansprüche aus Rücksicht auf die Angehörigen verzichtet. Welche Auswirkungen wird dieses Gesetz nach Ansicht des Senats auf Hamburg haben?

Es ist zu erwarten, dass die verschämte Altersarmut auch in Hamburg durch das GSIG zurückgedrängt wird, da der Bezug der Grundsicherungsleistungen regelmäßig keinen Unterhaltsrückgriff gegen die Kinder zur Folge haben wird und somit ein wichtiger Grund für verschämte Altersarmut entfällt. Zu den voraussichtlich zu erwartenden zusätzlichen Antragstellerinnen und Antragstellern siehe Antwort zu 2.7.

3. Kultur und Bildung Kultur und Bildung werden für ältere Menschen immer wichtiger. Die Verlängerung der Lebensphase nach der Erwerbsarbeit führt zu einer intensiveren und längeren Nutzung von kulturellen und Bildungsangeboten.

Welche Bildungsangebote Hamburger öffentlicher Träger richten sich gezielt an die Gruppe der Seniorinnen und Senioren?

Die Bildungsangebote folgender von der Behörde für Bildung und Sport geförderter Träger richten sich gezielt an Seniorinnen und Senioren:

­ Honigfabrik, Projekt Miteinander-Füreinander in Wilhelmsburg und ein Seniorenprojekt auf der Veddel;

­ Koordinierung von Bildung und Kultur im Alter e.V. (KOBALT) mit Angeboten in Billstedt, Jenfeld, Kirchdorf-Süd, Langenhorn und Lohbrügge;

­ Seniorenbüro mit Angeboten in Dulsberg, Eilbek und Eimsbüttel;

­ Seniorenbildungswerk mit Angeboten in Altona, Bahrenfeld, Barmbek, Bergedorf, Bramfeld, Eidelstedt, Eilbek, Eimsbüttel, Eppendorf, Heimfeld, Hohenfelde, Poppenbüttel, Rahlstedt, Sasel und St.Georg.