BrustkrebsZentren Jährlich erkranken 47000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs und 18000 sterben an diesem Tumor

Brustkrebs-Zentren

Jährlich erkranken 47000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs und 18000 sterben an diesem Tumor. Internationale wissenschaftliche Studien belegen, dass sich diese Zahl mit einem Früherkennungsprogramm, das nach gesicherten Qualitätsstandards stattfindet, um 20 bis 30 Prozent verringern ließe. Die Qualitätssicherung für ein Früherkennungsprogramm kann durch die Umsetzung der EU-Richtlinie Screening von 1994 gewährleistet werden. Brustkrebs-Zentren können zudem Ressourcen bündeln und Mammographie kostenlos anbieten.

Um das bisherige so genannte graue Screening in ein qualitätsgesichertes Screening zu überführen, haben die Regierungsfraktionen einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht (Drucksache 14/64539), der zurzeit in den Ausschüssen debattiert wird.

Darüber hinaus wurde Brustkrebs in den Katalog für das so genannte Disease-Management aufgenommen, das ebenfalls auf Qualitätssicherung und effizienten Mitteleinsatz zielt. Dies soll bereits Ende 2002 umgesetzt sein.

Vor Einführung eines sinnvollen flächendeckenden Krebsfrüherkennungsprogrammes müssten von den zuständigen Fachgremien und -gesellschaften, den Berufsverbänden und der Selbstverwaltung die hierfür benötigten Qualitätskriterien und Leitlinien entwickelt werden. Die Einrichtung von Kontrollinstanzen und die wissenschaftliche Bewertung einer erwarteten Absenkung der Mortalitätsrate einer Erkrankung durch ein Früherkennungsprogramm obliegt ebenso diesen Institutionen.

Soweit im Zusammenhang mit diesen Verfahren Röntgeneinrichtungen zur Mammographie angewendet werden, kann jedoch gesagt werden, dass die in Hamburg betriebenen dem nach der Röntgenverordnung vorgeschriebenen bundeseinheitlichen Mindeststandard entsprechen und technischen Qualitätssicherungsmaßnahmen unterworfen sind, die von Seiten der Ärztlichen Stellen bei der Ärztekammer Hamburg (Krankenhäuser) und bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (niedergelassene Ärzte) kontrolliert werden. Diese Überprüfung schließt auch die Kontrolle von Patientenbildern in Bezug auf die Qualität ein.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt.

1. Wie ist die Auffassung des Senats hinsichtlich des Problems der Qualitätskontrolle und -sicherung für ein Brustkrebsfrüherkennungsprogramm?

2. Welche Bedeutung misst der Senat der Einrichtung von Brustkrebs-Zentren in Hamburg bei?

3. Hat der Senat bereits Pläne, die sich mit der Einrichtung solcher Zentren befassen? Wenn ja, welcher Art sind diese Pläne, wenn nein, warum nicht?

Der Senat hat sich hiermit bisher nicht befasst.

4. Was ist dem Senat in Bezug auf Anträge zur Einrichtung von Brustkrebs-Zentren, beispielsweise durch das UKE oder das Krankenhaus Elim, bekannt?

Die Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat bereits die Zertifizierung als Brustkrebszentrum bei der Deutschen Krebsgesellschaft nach den von dort entworfenen Leitlinien beantragt. Zertifizierungen sind von dieser Stelle jedoch noch nicht vorgenommen worden. Die Klinik erwägt, ggf. auch einen Antrag auf Zertifizierung nach den EUSOMA-Richtlinien zu stellen.

Ein Antrag vom Krankenhaus Elim liegt der zuständigen Behörde nicht vor.

5. Erfolgt in Hamburg bereits eine Zertifizierung von Mammographie-Einrichtungen und welchen Stand hat sie inzwischen erreicht?

Eine so genannte Zertifizierung von Mammographie-Einrichtungen ist gesetzlich nicht gefordert und erfolgt auf freiwilliger Basis.

Nähere Informationen hierüber liegen der zuständigen Behörde nicht vor.

Allerdings verfügt die Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Klinik und Poliklinik für Radiologie des UKE über ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem nach DIN ISO 9001 : 2000. Dieses gilt für alle Bereiche, auch für den Arbeitsbereich Mammographie, in dem alle mammographischen Untersuchungen durchgeführt werden.

6. Welche Maßnahmen wurden bereits/werden noch im Rahmen des Disease-Managements ergriffen?

Der zuständige Koordinierungsausschuss der Krankenkassen, Ärzte und Krankenhäuser hat unter anderem die Krankheit Brustkrebs als eine geeignete chronische Krankheit für (DMP) nach §§ 137f und 137g Sozialgesetzbuch V empfohlen. Derzeit werden die Programmanforderungen und die notwendige Rechtsverordnung des Bundes für die DMP vorbereitet. Die Durchführung von DMP ist dann eine Angelegenheit der Krankenkassen. Erforderlich ist hierfür ein Antrag einer Krankenkasse oder eines Verbandes der Krankenkassen zur Zulassung von DMP und den zu ihrer Durchführung geschlossenen Verträgen beim Bundesversicherungsamt.