Sozialversicherung

Die Analyse der Beschäftigung nach Berufskategorien erfolgt auf der Grundlage des bundesweit einheitlichen Schlüssels Ausgeübter Beruf (AB-Schlüssel), der auch im Rahmen der Abrechnung an die Sozialversicherungsträger übermittelt wird.

Aufbauend auf diesem Schlüssel wurde von der Bundesanstalt für Arbeit eine hierarchische Zusammenfassung der einzelnen Berufe vorgenommen, die Grundlage für die nachfolgende Darstellung ist. Für die Kategorie Dienstleistungsberufe wurde in enger Abstimmung mit den Behörden und Ämtern eine stärkere Differenzierung entwickelt, um die tatsächlich in der hamburgischen öffentlichen Verwaltung vorkommenden Berufe besser abbilden zu können.

Deutlich wird anhand der Aufschlüsselung der Beschäftigten nach Berufskategorien, dass es den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst nicht gibt. Vielmehr setzt sich das Personal der Freien und Hansestadt Hamburg aus einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Berufsgruppen zusammen. Dabei spielt auch der Status Hamburgs als Stadtstaat und damit gleichzeitig Landesverwaltung eine Rolle. So gehören u.a. die Polizei, die Lehrer und Lehrerinnen, das Steuerfachpersonal, die Richter/innen und Staatsanwälte/innen sowie die Hochschullehrer/innen zum Landespersonal. Daneben werden neben den klassischen Berufen der öffentlichen Verwaltung auch Reinigungskräfte, medizinisches und pädagogisches Personal sowie Beschäftigte in gewerblichen und Fertigungsberufen (Schlosser/innen, Maler/innen und Lackierer/innen, Mechaniker/innen u.ä.) beschäftigt. Die vorliegende Darstellung in ihrer weiteren Differenzierung nach Status- und Laufbahngruppen sowie nach Geschlecht bietet daher Ansatzpunkte für weitergehende Analysen unter personalplanerischen Gesichtspunkten aber auch im Hinblick auf die Erreichung individueller Chancengleichheit nach dem Gleichstellungsgesetz. Die nachfolgende Abbildung gibt zunächst einen Überblick über die Berufskategorien in den Einzelplänen differenziert nach Geschlecht. Aus der Abbildung ist ersichtlich, dass ein Großteil der Beschäftigten sich auf etwa 10

Berufskategorien verteilt. Diese korrespondieren organisatorisch mit den großen Behörden und Ämtern: Behörde für Inneres mit Polizeivollzugsdienst und Berufsfeuerwehr, Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung mit den Lehrern sowie Oberfinanzdirektion mit dem Steuerfachpersonal. Unabhängig von einer organisatorischen Zuordnung bilden Bürofachkräfte und leitende/entscheidende Verwaltungsfachleute (d.h. die allgemeine Verwaltung) Berufskategorien mit sehr vielen Beschäftigten. Aus der Abbildung ist weiterhin ersichtlich, dass die Zugehörigkeit von Männern und Frauen zu den einzelnen Berufskategorien sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. So gibt es einige Berufskategorien, in denen die Frauen dominieren. Dazu gehören z. B. die Bürofachkräfte sowie die Lehrkräfte an Grund-/Haupt- und Realschulen. In anderen Berufskategorien überwiegen dagegen die Männer. Dazu gehören z. B. die Berufsfeuerwehrleute und das Vollstreckungs- und Vollzugspersonal.

Eine Zuordnung der ausgeübten Berufe zu den einzelnen Berufskategorien ist in der Tabellen.mdb enthalten (vgl. Kennzahlenbuch). Es gibt immer wieder Hinweise darauf, dass bei einigen Behörden und Ämtern die Daten zur Berufsstruktur nicht durchgängig plausibel sind. Die Verantwortung für die Richtigkeit und Aktualisierung der Daten liegt bei den Behörden und Ämtern. Das Personalamt hat den Behörden und Ämtern in der Vergangenheit mehrfach Hilfestellungen zur korrekten Erfassung des AB-Schlüssels gegeben.

Die Abarbeitung und damit ggf. notwendige Korrektur der Daten ist Aufgabe der Behörden und Ämter. Insbesondere bei den großen Berufsgruppen der Bürofachkräfte und der leitenden/entscheidenden Verwaltungsfachleute, die in allen Behörden und Ämtern vertreten sind, ist eine zentral und dezentral abgestimmte Zuordnung wichtig, um diese sehr heterogenen Berufsgruppen besser strukturieren zu können.

Nach den gesetzlichen Vorschriften des Sozialgesetzbuches Neuntes Buch (SGB IX) hat jeder Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen seit dem 1.1.2001 auf wenigstens 5 % seiner Arbeitsplätze Schwerbehinderte zu beschäftigen (vgl. Bürgerschaftsdrucksache 16/6498). Wer diese Pflichtquote nicht erfüllt, muss eine Ausgleichsabgabe entrichten.

Um die Schwerbehinderten-Beschäftigungsquote ermitteln zu können, ist zunächst von allen bei einem Arbeitgeber bestehenden Arbeits- und Dienstverhältnissen auszugehen. Von dieser Gesamtzahl, die nicht dem statistischen Personalbestand entspricht, und die im Gegensatz zu den übrigen Kapiteln unter C.2 Personalbestandsstatistik nicht nur für den Stichtag 31.12., sondern für den Durchschnitt des Berichtszeitraums ermittelt wird, sind alle nicht zu zählenden Arbeitsplätze abzusetzen. Dieses sind u.a. alle Ausbildungsplätze, alle Teilzeitarbeitsplätze mit einer Arbeitszeit von weniger als 18 Stunden wöchentlich, kurzfristige Arbeitsverhältnisse von weniger als 8 Wochen Dauer und - im öffentlichen Dienst - die Justiz- und Studienreferendare. Aus der Anzahl der verbleibenden zu zählenden Arbeitsplätze errechnet sich mit 5 % die Anzahl der nach dem Schwerbehindertengesetz zu besetzenden Pflichtplätze (Soll). Dieser Summe wird die Anzahl der tatsächlich besetzten Pflichtplätze gegenübergestellt, wobei die Personengruppen der Schwerbehinderten (Grad der Behinderung mind. 50) und der sog. Gleichgestellten (Gleichstellung durch das Arbeitsamt bei einem Grad der Behinderung 30 bis unter 50) zusammengefasst werden. Einzelne Schwerbehinderte können dabei mit Zustimmung des Arbeitsamtes auf mehrere Pflichtplätze angerechnet werden.

Insgesamt waren im Durchschnitt des Jahres 2001 5,21 % der Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst der Freien und Hansestadt Hamburg (einschl. UKE) mit Schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Personen besetzt. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass 3.257 Schwerbehinderte und 261 Gleichgestellte (insgesamt 3.518 Personen) beschäftigt waren. Hinzu kamen 529 Mehrfachanrechnungen, so dass 4.047 Pflichtplätze besetzt waren. Die Sollzahl von zu besetzenden Pflichtplätzen von 3.884 (5 % von 77.682 zu zählenden Arbeitsplätzen) wurde damit um 163 übertroffen. Dies bedeutet, dass die Pflichtplatzanzahl dienststellenübergreifend auf der Basis der Gesamtzahl der Beschäftigten der Freien und Hansestadt Hamburg berechnet werden kann. Daher ist es zulässig, dass Dienststellen, denen es aufgrund ihrer Aufgabenstruktur möglich ist, mehr als die vorgeschriebene Mindestzahl Schwerbehinderter zu beschäftigen, Beschäftigungsdefizite anderer Dienststellen ausgleichen können. Diese Beschäftigungsdefizite beruhen insbesondere auf der besonderen Aufgabenstruktur einzelner Behörden, wie z. B. des Vollzugsdienstes der Polizei, der Feuerwehr, des Strafvollzuges und der Lehrer.

Wie aus der nachfolgenden Graphik ersichtlich ist, variiert die Höhe der Quote sehr stark zwischen den einzelnen Behörden. Während in der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales mit 17,36 % und in der Kulturbehörde mit 16,12 % die Spitzenwerte bei den besetzten Pflichtplätzen erzielt werden, sind in der Behörde für Inneres mit 1,97 % und der Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung mit 3,33 % aufgrund der besonderen Aufgabenstruktur im Verhältnis zur Größe des Personalkörpers erheblich weniger Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzt.