Ausbildung

Personalbericht 2002

In den Behörden der Einzelpläne kam es zu den unten gezeigten Veränderungen des budgetrelevanten Personalvolumens. Dabei ist die deutliche Abnahme zum 31.12.2000 im Vorjahresvergleich beim Hochschulamt bedingt durch die Verselbständigung des Hamburger-Weltwirtschaft-Archivs. Im Bereich Senat/Senatsämter hat im Jahre 2001 die verstärkte Ausbildung für den mittleren und gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst im Personalamt maßgeblich zum Anstieg gegenüber dem Jahr 2000 beigetragen. In der früheren Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung wurden im vergangenen Jahr weitere zusätzliche Stellen im Rahmen der neuen Einstellungs- und Ausbildungsoffensive für den Schuldienst und den Vorbereitungsdienst geschaffen.

Aus dem Bereich der Behörde für Wissenschaft und Forschung wurde zur Jahresmitte 2000 das Hamburger-Weltwirtschafts-Archiv verselbständigt. Es hatte einen budgetrelevanten Personalbestand am 31.12.1999 von 167 Beschäftigten bzw. 156 Vollkräften. Darauf basierte der jährlich dem früheren Unterausschuss Personalwirtschaft vorgelegte Bericht zu Abwesenheiten in der hamburgischen Verwaltung auf Grund von Krankheit, Kuren und Mutterschutz. Letztmalig wurde dieser Bericht im August 2000 für das Berichtsjahr 1999/2000 vorgelegt. Zum 1.1.2000 hat ein Wechsel in der Methode der Erhebung der Abwesenheitszeiten stattgefunden.

Seitdem werden die Fehlzeiten als Vollerhebung der Ausfallgründe Krankheit, Kuren und Arbeitsunfälle aus dem Personalabrechnungs- und Informationssystem PAISY heraus ermittelt. Vollerhebung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass alle Fehlzeiten (neben den Häufigkeiten auch ihre Dauer und der damit verbundene Ausfall bezahlter Arbeitszeit), die im Berichtszeitraum lagen, erfasst und ausgewertet werden. Die Pflege und Eingabe der Daten ist seit dem 1.1.2000 Aufgabe der einzelnen Behörden. Auf dieser Basis wurden erstmalig Auswertungen zu den krankheitsbedingten Fehlzeiten im Personalbericht 2001 durchgeführt. Im Januar 2002 wurde dem Unterausschuss Öffentlicher Dienst und Personalwirtschaft der Bürgerschaft ein Zwischenbericht zu den Abwesenheiten in der hamburgischen öffentlichen Verwaltung auf Grund von Krankheiten, Kuren und Unfällen für den Zeitraum 1.1.2001 bis 30.9.2001 vorgelegt. Die vorliegenden Ausführungen ergänzen diesen Bericht um die Daten für das 4. Quartal 2001. Zu gravierenden Veränderungen bei den Ergebnissen ist es in diesem Zeitraum nicht gekommen.

Grundlage für die Veränderbarkeit des Krankenstandes ist, dass betrieblich beeinflußbare Faktoren identifiziert werden können. Dazu dient z. B. die Analyse betrieblicher Risikogruppen (abgeleitet aus den besonderen Merkmalen des Arbeitsumfeldes). Der Einstieg über die Auswertung der Berufskategorien muss in einem späteren Schritt noch weiter differenziert werden und sich auf einzelne Tätigkeitsschwerpunkte konzentrieren, um z. B. Gefährdungsgruppen bilden zu können. Im Gegenzug müssen betrieblich nicht dispositive Bestimmungsfaktoren für Vergleichszwecke vereinheitlicht werden. Dazu gehört insbesondere die Altersstruktur. Das Berichtsinstrumentarium soll deshalb in diese Richtung schrittweise ausgebaut werden.

Die Fehlzeitenauswertungen beziehen sich auf den Personalkörper des sogenannten statistischen Personalbestandes (P_stat). Dieses Aggregat umfasst alle aktiven Beschäftigungsverhältnisse der Freien und Hansestadt Hamburg mit Bezahlung (befristet und unbefristet). Nicht dazu gehören Auszubildende, Anwärterinnen und Anwärter, Referendarinnen und Referendare, Praktikantinnen und Praktikanten mit Ausbildungsvergütung, geringfügig Beschäftigte und sonstige budgetrelevante Beschäftigte. Die Eingrenzung auf den statistischen Personalbestand wurde gewählt, da sich das Auswertungsinteresse vordringlich insbesondere auf die bezahlten (und damit budgetrelevanten) Fehlzeiten richtet. Durch diese Abgrenzung sind insbesondere Beschäftigte ausgeschlossen, die aufgrund einer längeren Erkrankung keine Krankenbezüge mehr erhalten.

Um auch für diesen Personenkreis (z.B. Langzeiterkrankte im Tarifbereich) Aussagen über die Fehlzeiten und den damit verbundenen Ausfall an Arbeitskapazität machen zu können, wurden für diese Personengruppe gesonderte Auswertungen erstellt.

Ermittlung der Fehlzeitenquote Fehlzeiten werden gemäß der Definition der Kennzahl B-08 im Personalwirtschaftlichen Kennzahlenbuch wie folgt abgegrenzt: Fehlzeiten beinhalten alle bezahlten Arbeitstage, in denen der Arbeitnehmer seinen Verpflichtungen am Arbeitsplatz aus den folgenden persönlichen Gründen nicht nachkommen kann: Mutterschutz (0,3 % in der bisherigen stichtagsbezogenen Auswertung) und Wehrübung (ebenfalls bezahlte Abwesenheitszeiten) bleiben bei dieser Art der Betrachtung außen vor, da sie nicht zu den krankheitsbedingten Fehlzeiten zählen.

Personalbericht 2002

Daraus wird die Summe der krankheitsbedingten Fehlzeiten auf Basis einer Vollkräfteberechnung gebildet.

Um den Ausfall von Arbeitstagen in den einzelnen Organisationseinheiten vergleichen zu können, werden die Ausfalltage aufgrund von Krankheit, Kur oder Unfall in Bezug zu einer Sollarbeitszeit (Definition s.u.) gesetzt.

Die daraus ermittelte Fehlzeitenquote bildet die Grundlage für einen ersten internen Vergleich

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Die Sollarbeitszeit wird errechnet, indem die Normalarbeitstage pro Jahr (d.h. die Arbeitstage ohne Wochenenden und Feiertage) multipliziert werden mit der Summe der Vollzeitarbeitskräfte (Umrechnung von Teilzeitarbeitsverhältnissen in Vollzeitarbeitsverhältnisse). Bezugsgröße ist der statistische Personalbestand am des Berichtszeitraums.

Für die Lehrer an staatlichen Schulen wurde, wie in der Vergangenheit auch, eine eigene Fehlzeitenauswertung erstellt, deren Ergebnisse als Tabelle am Ende dieses Kapitels zu finden sind (vgl. Tabelle Krankheitsbedingte Fehlzeitenquoten von Lehrkräften nach Statusgruppen - gegliedert nach Schulformen). Der Hintergrund ist der, dass für diesen Personenkreis eine andere Sollarbeitszeit zugrunde gelegt werden muss, bei der die Ferienzeiten nicht berücksichtigt werden. Zudem wird bei den Lehrkräften an staatlichen Schulen der Berichtszeitraum auf das Schuljahr (1.8. des Vorjahres ­ 31.7. des betrachteten Jahres) bezogen.

Die geschilderten Veränderungen in der Methodik der Fehlzeitenerhebung haben zur Folge, dass ein Vergleich über mehrere Jahre mit den Berichten, die noch auf Basis der Stichtagserhebung des Statistischen Landesamtes erstellt worden sind, nicht möglich ist.

Dabei sind indes Effekte, die sich aus der unterschiedlichen Zusammensetzung der Personalkörper in den einzelnen Behörden ergeben, und die nicht betrieblich steuerbar sind, zu berücksichtigen. So hat beispielsweise die Altersstruktur auch Auswirkungen auf die Höhe der Ausfallzeiten. Um diese Effekte eliminieren zu können, sollte mit Hilfe bestimmter mathematischer Verfahren eine Altersstandardisierung durchgeführt werden. Das bedeutet, dass für die jeweils zu vergleichenden Gruppen rechnerisch eine identische Altersstruktur zugrunde gelegt wird. Dieses Verfahren soll zukünftig auch auf die Ergebnisse der Fehlzeitenerhebung der Freien und Hansestadt Hamburg angewandt werden.

In Bezug auf die Behörde für Inneres ist ein Vergleich von Fehlzeiten mit anderen Behörden auf der Grundlage dieser Definition nicht möglich. Bedingt durch Schicht- und Wechselschichtdienste in den Vollzugsbereichen der Polizei und der Feuerwehr (mit unterschiedlichen Sollarbeitszeiten) führt die angewandte Berechnungsmethode zu einer Verfälschung der Fehlzeitenquote. Für den Personalbericht 2003 wird die Ermittlung einer eigenen Fehlzeitenquote für die Vollzugsbereiche angestrebt.