Dritte Sportstunde und Sportprofile an Hamburger Schulen

Bereits im November 2001 kündigte Senator Lange an, die dritte Sportstunde an Hamburgs Schulen wieder einzuführen. Außerdem sollten sich verschiedene Schulen ein Sportprofil geben.

Ich frage den Senat:

1. Presseberichten war zu entnehmen, dass bei der Umsetzung der dritten Sportstunde mit Umsetzungsproblemen aufgrund fehlender Sporthallen und -lehrer/innen zu rechnen sei.

a) Trifft dies zu?

Ja. In Einzelfällen sind organisatorische Anlaufprobleme nicht auszuschließen.

1. b) Wenn ja, wie groß sind die Defizite und wie wird gewährleistet, dass nach den Sommerferien an allen Schulen die dritte Sportstunde stattfinden kann?

Die eventuellen organisatorischen Anlaufprobleme betreffen Einzelfälle und können in ihrer Gesamtheit in der für die Beantwortung einer Schriftlichen Kleinen Anfrage zur Verfügung stehenden Zeit nicht benannt werden.

Die Umsetzung der dritten Sportstunde muss die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigen und kreative Lösungen einschließen. Die zuständige Behörde hat alle Schulen vor den Sommerferien in einem Schreiben auf verschiedene Möglichkeiten zur Organisation der dritten Sportstunde und insbesondere darauf hingewiesen, dass Sportunterricht auch außerhalb von Sporthallen erteilt werden kann. Bei Engpässen an Schulsportflächen hat der Hamburger Sportbund (HSB) für seine Vereine erklärt, dass diese so weit möglich freie Kapazitäten in vereinseigenen Anlagen für Schulen bereitstellen wollen.

Nach dem Hamburgischen Schulgesetz können an der Erziehung und dem Unterricht in der Schule weitere geeignete Personen mitwirken. So kann die dritte Sportstunde auch in Kooperation von Schulen und Sportvereinen, also unter Anleitung einer Trainerin bzw. eines Trainers, durchgeführt werden.

Ein Einsatz von Verbandstrainern (Diplom-Sportlehrerinnen und -lehrer) im schulischen Sportunterricht kann dann erfolgen, wenn bei den Landesleistungstrainern entsprechende Qualifikationen für unterrichtliche Tätigkeit vorhanden sind und ein schulischer Bedarf besteht. Deren Unterricht ist an die Vorgaben des schulischen Sportunterrichts gebunden. Die Einzelheiten regeln die Schulleitungen vor Ort.

2. Zur Verbesserung des Leistungssports in Hamburg hat der HSB neue Verbandstrainer/innenstellen geschaffen. Diese Diplom-Sportlehrer/innen werden auch Training an Schulen geben, jedoch keinen zensierten Unterricht.

a) Werden diese Trainingsstunden auch zur Umsetzung der dritten Sportstunde herangezogen?

b) Wenn ja, in welchem Umfang, mit welchen Zielen und an welchen Schulen?

c) Wenn nein, wozu dienen diese Trainingsstunden?

Grundsätzlich nein. Vgl. im Übrigen Antwort zu 1.b).

Die über den Sportunterricht hinausgehenden Trainingszeiten werden gezielt zur Talentsichtung und -förderung genutzt.

3. Seit fünf Jahren läuft in der Gesamtschule Alter Teichweg ein Pilotprojekt zur Förderung von Schwimm- und Fußballtalenten.

a) Welche Kriterien wurden für eine Evaluation dieses Projekts vereinbart?

b) Wie werden diese Kriterien erfüllt?

c) In welcher Weise fand der Gendermainstreaming-Ansatz bei diesem Projekt Berücksichtigung?

An der Gesamtschule Alter Teichweg wird seit dem Schuljahr 1998/99 jeweils eine Klasse des 5. Jahrgangs in Kooperation mit dem Hamburger Fußballverband, dem Hamburger Schwimmverband und dem Olympiastützpunkt als Sportklasse eingerichtet. Bei der Sportklasse handelt es sich nicht um ein Pilotprojekt, sondern um eine zwar sportbetonte, jedoch regelhafte Gesamtschulklasse, sodass eine gesonderte Evaluation nicht geplant ist. Sie steht zurzeit talentierten Schülerinnen und Schülern der Sportarten Schwimmen und Fußball offen.

4. An anderen Hamburger Schulen sind ebenfalls Sportprofile geplant.

a) Um welche Schulen handelt es sich und welche sportlichen Schwerpunkte sind jeweils beabsichtigt?

b) Welche Konzepte liegen diesen Sportprofilen zugrunde und wie sind sie in den Schulalltag eingebettet?

c) In welcher Weise findet in den Konzepten Gendermainstreaming Berücksichtigung?

d) Bis wann soll die Umsetzung erfolgen?

e) Wie werden Sportvereine in die Planung und Umsetzung eingebunden?

f) Wie hoch sind die Kosten für die Umsetzung?

Das Gymnasium Heidberg und das Gymnasium Othmarschen bieten jeweils ein Sportprofil an, das weiter entwickelt werden soll. Schwerpunkte des Gymnasiums Heidberg sind Volleyball und Basketball, des Gymnasiums Othmarschen Hockey. An weiteren Hamburger Schulen sind zurzeit keine Sportprofile in Planung.