Denkmalschutz für den Ohlsdorfer Friedhof das Aus für die örtlichen

Denkmalschutz für den Ohlsdorfer Friedhof ­ das Aus für die örtlichen Steinmetze?

Kultursenatorin Dr. Dana Horáková hat in ihrer Festrede zum einhundertfünfundzwanzigjährigen Bestehen des Ohlsdorfer Friedhofes angekündigt, den Friedhof noch in diesem Jahr unter Denkmalschutz stellen zu wollen. Dies rief ein geteiltes Echo hervor. Insbesondere ansässige Steinmetze fürchten um ihre Existenz.

Mit seinen etwa 400 ha ist der Ohlsdorfer Friedhof der größte Parkfriedhof der Welt. Er ist darüber hinaus Hamburgs weitläufigster Park und gilt mit seinen historischen Grabmalen, seinen über 800 Plastiken und der eindrucksvollen Gartenarchitektur als Kunstwerk internationalen Ranges. Eine Eintragung des Ohlsdorfer Friedhofes als Kulturdenkmal trägt damit seiner Bedeutung Rechnung und ist im Übrigen Voraussetzung für eine Bewerbung um die Aufnahme in die UNESCO-Liste als Weltkulturerbe.

Die Unterschutzstellung des Ohlsdorfer Friedhofs bedeutet kein Veränderungsverbot. Durch den Denkmalschutz wird lediglich ein Genehmigungsvorbehalt des Denkmalschutzamtes für Veränderungen an denkmalwerten Objekten und Strukturen begründet, der verhindern soll, dass der Denkmalwert verloren geht. Dass dadurch Steinmetzbetriebe in ihrer Existenz bedroht werden, ist nicht zu erwarten.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt.

1. Welche Flächen, Gebäude und Anlagen sollen unter Denkmalschutz gestellt werden?

Der Ohlsdorfer Friedhof ist ein denkmalwertes Ensemble im Sinne des Denkmalschutzgesetzes. Deswegen soll der gesamte Friedhof in seinen heutigen Grenzen mit seiner Struktur, den Gebäuden und Anlagen unter Denkmalschutz gestellt werden.

2. Soll auch der so genannte Anzuchtsgarten unter Denkmalschutz gestellt werden? Wenn ja, welche Konsequenzen hat dies für die geplante Bebauung dieser Fläche?

Nein.

3. Welche Auswirkungen hat eine Unterdenkmalschutzstellung für bestehende Gräber und Grabsteine bzw. Grabmale?

Von den rund 200000 Grabmalen auf dem Friedhof sind etwa 5600 (2,8 Prozent) als denkmalwert eingestuft worden. Ihre Veränderung unterliegt damit einem Genehmigungsvorbehalt. Für alle anderen bestehenden Grabmale ergeben sich durch den geplanten Denkmalschutz keine Veränderungen.

4. Welche Auswirkungen ergeben sich beim Auslaufen von Nutzungsrechten an Wahlgrabstätten?

Nach Erlöschen des Nutzungsrechts an Wahlgrabstätten werden den Berechtigten auf Antrag Grabmale und Grabgegenstände ausgehändigt (§ 29 Bestattungsgesetz). Dies gilt nicht für Grabstätten, die unter Denkmalschutz gestellt oder von der zuständigen Behörde als denkmalschutzwürdig festgestellt worden sind. Durch eine Eintragung des Friedhofes als Kulturdenkmal in die Hamburger Denkmalliste ergeben sich keine Änderungen.

5. Was bedeutet der Denkmalschutz für den Friedhof für zukünftig entstehende Gräber und die Aufstellung neuer Grabsteine?

Für die Setzung neuer Grabmale bleibt die Friedhofsverwaltung zuständig. Veränderungen der Friedhofsstruktur würden unter dem Genehmigungsvorbehalt stehen.

6. Welche Fördermittel werden für den Ohlsdorfer Friedhof im Rahmen der Unterdenkmalschutzstellung bereitgestellt?

Mit der Unterschutzstellung ist keine unmittelbare Bereitstellung von Fördermitteln verbunden.

7. Welche Konsequenzen hat ein entsprechender Denkmalschutz für den Ohlsdorfer Friedhof für den Geschäftsbetrieb der Hamburger Friedhöfe AöR?

Die Eintragung als Kulturdenkmal wäre für die Anstalt öffentlichen Rechts Hamburger Friedhöfe bedeutsam, da gestalterische, städtebauliche und künstlerische Qualitäten sowie die Bedeutung für das Stadtbild öffentlich gewürdigt würden. Im Übrigen siehe Antwort zu 5.