Gewässer in Hamburg

Durch starke Regenfälle sind in Hamburg die kleinen Gewässer und anliegende Gebiete besonders gefährdet. Dies betrifft z. B. Läufe wie die Alster, Kollau, Tarpenbek oder die Wandse. Das Amt für Wasserwirtschaft will nun die besonders gefährdeten Gebiete an den Gewässern in baulicher Hinsicht überprüfen.

Daher frage ich den Senat.

Die extremen Niederschlagsmengen im Juli führten zu Überschwemmungen und Schäden an Gewässern in allen sieben Bezirken. Dabei verteilten sich die Niederschläge in Hamburg regional sehr unterschiedlich. Der Schwerpunkt der aufgetretenen Schäden lag im Nordosten der Stadt.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt.

1. Welche Gewässer in welchen Bezirken werden jetzt überprüft?

a) Wer ist an diesen Überprüfungen beteiligt?

b) Wann sollen die Überprüfungen stattfinden?

c) Nach welchen Kriterien werden diese Überprüfungen vorgenommen?

d) Werden die normalen Wasserschauen zusätzlich nach Plan durchgeführt?

Insbesondere werden die in der Antwort zu 2. bis 4. genannten Gewässer überprüft. Im Übrigen vgl. Antwort des Senats auf die Schriftliche Kleine Anfrage Drucksache 17/1247.

2. Welche Schäden sind durch die starken Regenfälle der letzten Zeit an kleinen Gewässern oder in den anliegenden Gebieten jetzt schon erkennbar oder gemeldet worden? Wenn ja, bitte mit Angabe des Gewässers/Gebietes und Art des Schadens?

3. Welche Gewässer in Hamburg sind durch Starkregenfälle in der Regel besonders gefährdet?

4. Sind diese Gewässer bzw. die angrenzenden Wohngebiete oder Straßen ausreichend gegen etwaige Starkregenfälle gesichert?

Neben Überschwemmungen (Havighorster Graben, Rückhaltebecken Bullenwisch, Rückhaltebecken Flughafen, Alte Kollau, Moorbek/Lottbek, Saselbek, Wittmoorgraben, Stellau, Deepenhornteich, Engelbek, Bornbek, Bornmühlenbach, Gose-Elbe) wurden Schäden an den Gewässerböschungen (Schleemer Bach, Jenfelder Bach, Brookgraben, Kollau, Mühlenau, Alster, Raakmoorgraben, Tarpenbek) sowie Verstopfungen an Durchlässen gemeldet.

Angesichts der extremen Niederschlagsmengen, die den bisher beim Gewässerausbau zugrunde gelegten Bemessungsregen zumindest regional überschritten haben, wird die Sicherheit der betroffenen Gewässer einer Prüfung unterzogen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass es einen absoluten Schutz gegen derartige Katastrophenregen in einer dicht bebauten Metropole wie Hamburg nicht geben kann, weil aufgrund der städtebaulichen Zwänge große Überflutungsräume nicht zur Verfügung stehen.

5. Welche Maßnahmen werden ergriffen, um eine Verbesserung des Schutzes vor Hochwasserschäden an kleinen Gewässern und der anliegenden Gebiete in Hamburg zu erreichen?

a) Welche Maßnahmen sind bereits in Planung?

b) Werden weitere Maßnahmen erforderlich?

c) Wie hoch werden die Kosten für zusätzliche Maßnahmen sein und werden sie noch in den Haushalt eingestellt?

Neben der offenen Oberflächenentwässerung, die sich bei den Starkregenereignissen bewährt hat, der vorsorglichen Ausweisung von Überschwemmungsgebieten, dem Bau neuer Rückhaltebecken und der nachhaltigen Gewässerunterhaltung sind weitere Maßnahmen aufgrund der Analyse der Schadensereignisse nicht auszuschließen. So wird beispielsweise eine automatische Steuerung von Staubauwerken in Hamburg angestrebt. Neben diesen wasserwirtschaftlichen Überlegungen werden vorsorgende Maßnahmen wie Informationsblätter für die betroffenen Bürger und ein Warnsystem zurzeit diskutiert. Über Mittelbedarfe können zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Angaben gemacht werden.

6. Treten u.U. Konflikte zwischen Hochwasserschutz und Renaturierungsmaßnahmen an kleinen Gewässern auf oder ist Renaturierung auch ein Schutz vor Hochwasser an kleinen Gewässern?

Konflikte werden nicht erwartet. In der Regel wird mit der naturnahen Umgestaltung das Gewässer, z.B. durch Böschungsabflachungen und Laufverlängerung, derartig gestaltet, dass eine größere Wassermenge aufgenommen werden kann.

7. Wie viele Anlieger von kleinen Gewässern in Hamburg hatten Probleme mit Hochwasser?

a) Wie viele von ihnen haben Wasserschäden zu verzeichnen?

b) Gibt es Erkenntnisse über die Höhe der Schäden?

c) Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die Anlieger hochwassergefährdeter Gebiete an kleinen Gewässern besser zu schützen?

Wegen der Vielzahl betroffener Bürger kann diese Frage im Rahmen der für eine Schriftliche Kleine Anfrage zur Verfügung stehenden Zeit mit vertretbarem Aufwand nicht beantwortet werden.