Brustkrebsversorgung in Hamburg verbessern

Brustkrebsversorgung in Hamburg verbessern.

Die Bundesregierung setzt sich nachdrücklich für die Verbesserung der Brustkrebsversorgung ein. Auch das Gesundheitsministerium in NRW geht entschieden vor, um die Qualitätssicherung in der Brustkrebstherapie voranzubringen. Künftig soll in NRW sichergestellt werden, dass nur noch Ärzte mit ausreichend Erfahrung in Spezialkliniken operieren dürfen. Krankenhäuser, die als Spezialkliniken anerkannt werden wollen, müssen sich auf hohe Qualitätsstandards verpflichten. Dazu gehört eine Mindestzahl von 150 Operationen bzw. für die einzelnen Chirurgen 50 Operationen pro Jahr. Nach einer Übergangsfrist dürfen die Kostenträger nur noch mit den im Krankenhausplan aufgeführten Zentren Verträge über Brustkrebsoperationen abschließen.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat.

Gemeinsam mit den Ländern hat Hamburg in der 75. Konferenz der für das Gesundheitswesen zuständigen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der Länder (GMK) am 20./21. Juni 2002 einen einstimmigen Beschluss zur Verbesserung der Brustkrebsfrüherkennung, -diagnostik und -behandlung gefasst. Hierin wird der Bund aufgefordert, auf eine hohe Qualität bei Diagnostik und Behandlung von Brustkrebs flächendeckend und auf der Basis evidenzbasierter Leitlinien hinzuwirken.

Die zur Umsetzung anstehenden Disease-Management-Programme (DMP), die den Brustkrebs einbeziehen, bieten hierzu eine gute Ausgangsbasis. Bei der Umsetzung der DMP fällt der ärztlichen Selbstverwaltung und den Krankenkassen die Schlüsselrolle zu.

Mit der Umsetzung dieses Beschlusses sind im Gesundheitsressort unterschiedliche Bereiche wie etwa Krebsregister, Ursachenforschung und Prävention und Krankenhausplanung befasst.

Die Initiative des zuständigen nordrhein-westfälischen Ministeriums betrifft insbesondere die Problematik der Versorgung von Frauen mit Brustkrebs und beinhaltet den zum 31. Juli 2002 erfolgten Erlass von Rahmenbedingungen für die Anerkennung von Krankenhäusern als Brustzentrum. So ist unter anderem vorgesehen, dass in Nordrhein-Westfalen an Brustkrebs erkrankte Frauen künftig nur noch in spezialisierten Zentren operiert werden sollen (150 Operationen pro Jahr bei Neuerkrankungen, 50

Operationen pro Operateur/Operateurin). Statt wie zurzeit an ca. 250 Krankenhäusern soll Brustkrebs dann nur noch an 50 Zentren in Nordrhein-Westfalen operiert werden. Dabei soll jedes Zentrum eine Region von ca. 360000 bis 450000 Einwohnerinnen und Einwohnern versorgen. Ein Brustzentrum kann auch durch einen Zusammenschluss mehrerer Krankenhäuser gebildet werden. Dabei dürfen allerdings an einem Haus pro Jahr nicht weniger als 100 Erstoperationen und 50 Operationen pro Operateur/Operateurin geleistet werden. Die für die Krankenhausplanung zuständige Behörde in Hamburg verfolgt das Vorhaben mit fachlichem Interesse und wird sich mit den aktuellen Veröffentlichungen des nordrhein-westfälischen Ministeriums befassen und prüfen, ob die Rahmenbedingungen für die Anerkennung (von Krankenhäusern) als Brustzentrum auf Hamburg übertragbar sind. Die hierüber gewonnenen Erkenntnisse werden voraussichtlich im kommenden Jahr in die Anpassung des Krankenhausplans 2005 einfließen. Im Übrigen ist auf die Aktivitäten zur Qualitätssicherung gemäß von § 137 SGB V zu verweisen. Mamma-Chirurgie fällt größtenteils unter bundesweit seit 2000 verpflichtend eingesetzte Regelungen zur Qualitätssicherung im Rahmen der Abrechnung von Sonderentgelten und Fallpauschalen. Die Externe Qualitätssicherung (EQS) wurde von der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen unter Einbeziehung der Ärztekammer initiiert und ist die in Hamburg zuständige Stelle.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt.

1. Teilt der Senat die Auffassung des Ministeriums in NRW, dass die Zahl der unnötigen oder nicht optimalen Operationen reduziert werden müsse und dass ein wesentliches Qualitätsmerkmal bei der Operation des Brustkrebs die Häufigkeit ist? Wenn nein, warum nicht?

Zur Anzahl unnötiger oder nicht optimaler Brustkrebsoperationen in Hamburg liegen der zuständigen Behörde keine Angaben vor. Gesicherte Erkenntnisse zur Qualität von Operationsergebnissen in Abhängigkeit zur Anzahl der Brustkrebsoperationen liegen der zuständigen Behörde ebenfalls nicht vor.

2. Welches Konzept hat der Senat bezogen auf die Bildung von speziellen Brustzentren? Hat sich der Senat zwischenzeitlich mit dieser Frage befasst? (Vgl. Antwort auf Anfrage Drucksache 17/873.) Wenn nein, wann wird sich der Senat mit dieser Frage befassen?

3. Wie beurteilt der Senat die Initiative des Gesundheitsministeriums in NRW?

Siehe Vorbemerkung.

4. Welche Kliniken in Hamburg führen mindestens 150 Brustkrebsoperationen pro Jahr durch? (Bitte Zahl der Belegkliniken extra ausweisen.)

Nach der Krankenhausdiagnose-Statistik sind im Jahre 1999 in sechs Hamburger Krankenhäusern bei jeweils ca. 150 oder mehr Fällen operative Eingriffe wegen Brustkrebs (ICD 174, 9.

Zur Zahl der Brustkrebsoperationen pro Chirurg/in in Hamburger Krankenhäusern liegen der zuständigen Behörde keine Erkenntnisse vor.

6. Welche Initiativen wird der Senat ergreifen, um die Qualität in der Versorgung von Brustkrebspatientinnen zu verbessern?