Kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche ­ fehlen die Lehrer für Musikunterricht in Hamburger Schulen?

Jüngst hat sich in Hamburg ein Bündnis für mehr Musikunterricht konstituiert. Im Zusammenhang damit ist zum wiederholten Mal auch presseöffentlich die Zahl der ausgebildeten Musiklehrerinnen und -lehrer als zu niedrig kritisiert worden, ebenso wie der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die an musikalischer Erziehung teilhaben.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat.

Es gibt gegenwärtig keine arbeitslosen vollausgebildeten Bewerberinnen und Bewerber für den Hamburger Schuldienst mit dem Fach Musik.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt.

1. Wie viele Schülerinnen und Schüler erhalten im Schuljahr 2002/2003 an Hamburgs allgemein bildenden Schulen Unterricht im Fach Musik? Wie viele sind das prozentual? Antwort bitte nach Klassenstufe und Schulform aufschlüsseln.

Alle Schülerinnen und Schüler erhalten Musikunterricht im Rahmen der Vorgaben der Stundentafeln.

In den höheren Klassen haben sie die Möglichkeit, zwischen Unterrichtsangeboten in den Fächern Musik, Bildende Kunst und Darstellendes Spiel zu wählen. Außerdem kann im Bereich Freie Gestaltung (Klassen 1 bis 4) Musikunterricht stattfinden und im Wahlpflichtbereich zwischen musischen und nichtmusischen Fächern gewählt werden. Angaben über die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die pro Jahr Unterricht im Fach Musik erhalten, sind nicht möglich, weil die Daten über das jeweilige (teilweise halbjährlich wechselnde) Wahlverhalten zentral nicht erhoben werden.

2. Wie viele Stunden Musikunterricht sollen planmäßig im Schuljahr 2002/2003 erteilt werden, wie viele waren es im vergangenen Jahr? Antwort bitte nach Klassenstufe und Schulform aufschlüsseln.

In der nachstehenden Tabelle sind die laut Stundentafeln zu erteilenden Stunden im Fach Musik sowie die das Fach Musik einschließenden Wahlmöglichkeiten aufgeführt:

3. In Drucksache 17/550 legt der Senat dar, dass die Zahl der ausgebildeten Musiklehrer nicht erhoben wurde. Andererseits wird die Aussage getroffen, viele der ursprünglich nicht für Musikunterricht ausgebildeten Lehrer hätten sich diesbezüglich in Weiterbildungskursen fortgebildet. Kann der Senat die in Fortbildungskursen für Musikunterricht qualifizierten Lehrerinnen und Lehrer beziffern? Wenn nein: Wie kommt der Senat zu der zitierten Aussage in Drucksache 17/550?

Bis zum Schuljahr 1991/92 nahmen seit 1986 ca. 300 Lehrkräfte an den Seminaren Musik in der Grundschule teil (zunächst sechs, später vier Unterrichtsstunden pro Woche und 20 Doppelstunden Gitarrenkurs im Jahr). Ab 1992 fanden die Musikseminare im Wechsel mit Bildender Kunst und Darstellendem Spiel statt. Bis zum Schuljahr 1998/99 wurden insgesamt 92 Grundschulkräfte in die Jahresseminare Musik in der Grundschule aufgenommen.

4. In Drucksache 17/550 wird ferner dargelegt, dass eine Statistik über den Unterrichtsausfall im Fach Musik nicht erhoben wird. Aus welchem Grund wird eine nach Unterrichtsfächern aufgeschlüsselte Statistik nicht geführt?

Für eine regelhafte Führung einer fachbezogenen Statistik zum Unterrichtsausfall fehlen die Voraussetzungen. Die Erhebung und Zusammenführung von Daten zum Unterrichtsausfall aller Fächer in allen Schulen übersteigt bei weitem die Personalkapazitäten.

5. Wie viele Lehramtsstudierende studieren derzeit eine das Fach Musik beinhaltende Fächerkombination?

Im Sommersemester 2002 waren insgesamt 172 Lehramtsstudierende in der Hochschule für Musik und Theater eingeschrieben.

6. Wie viele Absolventen des Studienseminars mit einer das Fach Musik beinhaltenden Fächerkombination sind in den vergangenen drei Jahren in den Schuldienst übernommen worden?

In den Jahren 2000, 2001 und 2002 wurden insgesamt 122 Lehrkräfte mit einer das Fach Musik beinhaltenden Fächerkombination in den Schuldienst übernommen. Wie viele davon das Hamburger Staatliche Studienseminar absolviert hatten, wurde nicht erfasst.