Einrichtung einer Neubürgeragentur

Betreff: Einrichtung einer Neubürgeragentur. Hamburg ist eine prosperierende und attraktive Metropole, die seit Mitte der achtziger Jahre wieder steigende Einwohnerzahlen verzeichnet. Lebten 1986 lediglich 1,57 Millionen Menschen in Hamburg, waren es Ende des Jahres 2001 bereits 1,73 Millionen! Damit dieser Trend entgegen der demographischen Entwicklung in Deutschland auch in Zukunft anhält, müssen vielfältige Anstrengungen unternommen werden. Ziel sollte es sein, so viele Menschen wie möglich mit erstem Wohnsitz nach Hamburg zu holen und Fortzüge auf ein Minimum zu beschränken.

Notwendig sind hierfür die Schaffung neuer und der Erhalt bestehender Arbeitsplätze ebenso wie ein nachfragegerechtes Angebot auf dem Wohnungsmarkt. Darüber hinaus sind aber auch so genannte weiche Standortfaktoren, wie z. B. ein vielfältiges kulturelles Angebot, eine gute soziale Infrastruktur, eine leistungsfähige und auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger ausgerichtete öffentliche Verwaltung und ein weiterhin weltoffenes, liberales Klima in der Stadt, von erheblicher Bedeutung.

Sind die große Mehrzahl der Hamburgerinnen und Hamburger schon bisher von den Vorzügen ihrer Stadt überzeugt, so müssen die Anstrengungen zur Gewinnung von Neubürgern aus dem restlichen Bundesgebiet weiter intensiviert werden. Dies könnte durch eine Neubürgeragentur geschehen, wie sie bereits in diesem Jahr in Bremen eingerichtet wurde.

Die Bürgerschaft möge deshalb beschließen:

1. Die Bürgerschaft fordert den Senat auf, ein Konzept zur Gründung einer Neubürgeragentur zu erarbeiten und umzusetzen. Deren Aufgabe soll es sein, Maßnahmen zur Gewinnung neuer Einwohnerinnen und Einwohner sowie zur Bindung bereits hier lebender, aber mit dem Gedanken des Fortzugs spielender Menschen zu ergreifen. Dazu sollen neue Ideen entwickelt und umgesetzt, genauso wie bereis bestehende Aktivitäten gebündelt werden.

2. Aufgaben der Neubürgeragentur sollten sein die Vorhaltung eines Angebotes konkreter Dienstleistungen wie z. B. die Unterstützung bei der Erledigung von An- und Ummeldeformalitäten, ein an spezifischen Zielgruppen orientiertes differenziertes Beratungsprogramm, aber auch überregionale Werbung und Imagepflege für die Freie und Hansestadt Hamburg.

3. Die Einrichtung sollte von Anfang an als Public-private-partnership konzipiert werden, um die Erfahrungen und Möglichkeiten Hamburger Unternehmen, Verbände und Kammern mit einzubeziehen.