Absolventen

Einstellung von Referendaren an Gymnasien 2003

Der Presse war zu entnehmen, dass die Behörde für Bildung und Sport plant, zum 1. Februar 2003 keine Referendarinnen und Referendare an Gymnasien einzustellen, dies den betroffenen Studienabgängerinnen und -abgängern aber erst jetzt kurzfristig mitgeteilt hat. Nun ist eine Abwanderung hoch qualifizierter junger Menschen zu befürchten, die für das Hamburger Schulsystem dringend gebraucht würden.

Ich frage den Senat:

1. Wann wurde den Studienabgängern mitgeteilt, dass der nächste Einstellungstermin für Referendare an Gymnasien erst für den 1. August 2003 geplant ist?

Ein Mitteilungsschreiben der zuständigen Behörde über die Nichteinstellung zum 1. Februar 2003 ist nach Bewerbungsschluss am 1. Oktober 2002 versandt worden.

Nahezu alle Bewerberinnen und Bewerber nehmen vor der Bewerbung Kontakt zum Personalsachgebiet der Behörde für Bildung und Sport auf, um die Bewerbungsunterlagen anzufordern oder sich zu informieren. Monatlich ca. 180 Anfragen zur Zulassung werden an die zuständige Personalreferentin gerichtet. In all diesen Gesprächen ist spätestens ab August 2002 über die Absicht der Behörde für Bildung und Sport, zum 1. Februar 2003 nicht in allen Lehrämtern einzustellen, informiert worden.

Zudem wurde das Studierendenbüro der Universität Hamburg Anfang September 2002 informiert, so dass auch von hieraus Nachfragen sachgerecht beantwortet werden konnten.

2. Erfolgte die Information rechtzeitig genug, um den Betroffenen die Bewerbung um Stellen in den angrenzenden Bundesländern zu ermöglichen?

Die Mehrzahl der Bewerberinnen und Bewerber für den Vorbereitungsdienst bewirbt sich erfahrungsgemäß in mehreren Bundesländern. Dies ist einer der Gründe, der zu den bundesweit hohen Absagezahlen zugelassener Bewerberinnen und Bewerber führt. Deutlich über 40 Prozent derjenigen, denen in Hamburg ein Platz angeboten wird, nehmen ihn nicht an. Von daher ist auch jetzt davon auszugehen, dass viele der Bewerberinnen und Bewerber sich mehrfach beworben haben und damit für sie eine Chance auf einen Platz im Vorbereitungsdienst eines anderen Bundeslandes besteht.

Für diejenigen, die das nicht getan haben, bestand die Möglichkeit, sich in Niedersachsen zu bewerben. Bewerbungsschluss war dort der 1. November 2002.

3. In den nächsten Jahren werden vor allem an den Hamburger Gymnasien mit dem höchsten Altersdurchschnitt aller Schulformen vermehrt Lehrerinnen und Lehrer in Pension gehen. Welche Möglichkeiten sieht der Senat, diese Stellen trotz der demnächst nicht besetzten Referendarstellen zukünftig besetzen zu können?

Es handelt sich um 29 Stellen für Referendarinnen und Referendare für das Lehramt an Gymnasien, die zum 1. Februar 2003 nicht besetzt werden. Es sind also maximal 29 Hamburger Absolventinnen und Absolventen, die im Jahr 2005 nicht für eine Einstellung an Hamburger Gymnasien zur Verfügung stehen.

Für die Einstellungen in den Schuldienst liegen für das Lehramt an Gymnasien neben den Bewerbungen Hamburger Absolventinnen und Absolventen regelmäßig in hoher Zahl Bewerbungen von Absolventinnen und Absolventen der Lehrerausbildung anderer Bundesländer vor. Von daher ist nicht zu erwarten, dass infolge der Nichteinstellung in den Vorbereitungsdienst zum 1. Februar 2003 oder späterhin Stellen an Hamburger Gymnasien nicht zu besetzen sein werden.

4. Wie viele Stellen für Seminarleiter/innen und wie viele Referendarstellen werden zum 1. Februar 2003 und zum 1. August 2003 jeweils gestrichen?

Die Zahl der Stellen für Referendarinnen und Referendare wird zum 1. Februar 2003 und zum 1. August 2003 jeweils um 135 Stellen verringert. Dementsprechend fallen jeweils 15 Seminarleiterstellen weg.

Die zum 1. August 2001 und 1. Februar 2002 temporär eingerichteten Stellen (90 bzw. 50) werden wie von der Bürgerschaft beschlossen zum 1. August 2003 bzw. zum 1. Februar 2004 nicht wieder besetzt.

Durch aufgabenkritische Maßnahmen im Rahmen der laufenden Zusammenführung und Reorganisation von Dienststellen (unter anderem Staatliches Studienseminar und Institut für Lehrerfortbildung) sollen zum 1. Februar 2003 zusätzlich zehn und zum 1. August 2003 weitere fünf Stellen gestrichen werden, die vorerst zur Hälfte in den Kapiteln 3040 Institut für Lehrerfortbildung und 3050 Staatliches Studienseminar veranschlagt wurden.