Im Schreiben des Staatssekretärs im Ministerium für Umwelt und Landesplanung Herrn Dr E Wilke vom

Im Schreiben des Staatssekretärs im Ministerium für Umwelt und Landesplanung, Herrn Dr. E. Wilke, vom 6. September 1993 wurde mir mitgeteilt, dass 1992 drei Bohrungen erfolgten, für die keine Genehmigungen vorlagen und geprüft würde, ob gegen das Unternehmen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden kann.

Die Gemeindevertretung Seebergen, die Stadtverordnetenversammlung Gotha und der Kreistag Gotha sprachen sich, wie auch das Landratsamt Gotha als untere staatliche Naturschutzbehörde, gegen den Sandsteinabbau am Seeberg aus. Damit würde eines der markantesten Naturdenkmale des Gothaer Umlandes vernichtet.

Ich frage die Landesregierung:

1. Inwieweit, von wem und mit welchem Ergebnis wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Auftraggeber der illegalen Probebohrungen, die für ein rechtmäßiges Bewilligungsverfahren ausschlaggebend waren, eingeleitet?

2. Auf welcher Grundlage sollen erneut geologische Erkundungen auf einer Fläche von 2 km² unter anderem in Naturschutzgebieten auf dem Großen Seeberg zugelassen werden?

3. Entscheidet einzig und allein die Bergbaubehörde des Landes Thüringen über die Vernichtung einer einzigartigen Flora und Fauna sowie einer landschaftlichen Oase für ca. 50.000 Menschen, die hier Erholung suchen, oder werden auch andere Träger öffentlicher Belange einbezogen?

4. Wieweit ist die Bearbeitung bzw. die Bewilligung des Antrags auf Unterschutzstellung des Seebergs als Naturund Landschaftsschutzgebiet, nachdem die Umfeldgrenzen nun einvernehmlich geregelt wurden, vorangeschritten?