Jugendarbeit an Thüringer Schulen

Ziel der Förderung im Rahmen des Landesprogramms Jugendarbeit an Thüringer Schulen ist die Entwicklung neuer Formen der Jugendarbeit an den und um die Schulen im Freistaat. Um Schülerinnen und Schülern außerhalb des Schulunterrichts umfangreiche Freizeit-, Kultur- und Sportangebote zu unterbreiten, zur Verbesserung des sozialen Klimas im Umfeld der Schule beizutragen, die Integration sogenannter Randgruppen in den Schul- und Freizeitalltag voranzutreiben, Gewährung von Hilfen beim Übergang von der Schule zum Beruf und Einzelfallhilfe in Krisensituationen zu leisten, die Verbesserung der Kooperation zwischen Schule, freien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe sowie Eltern und Elternvertretungen zu fördern und die Fortbildung von Mitarbeitern in der freien Jugendhilfe zu forcieren, hat die Landesregierung für die Haushaltsjahre 1994 bis 1997 eine Gesamtsumme von 4.870.000 Deutsche Mark - ohne Personalkosten - für allein 44 Schulstandorte vorgesehen.

Ich frage die Landesregierung:

1. Welche Projekte werden an welchen Schulstandorten durchgeführt?

2. Wer sind die Träger der Maßnahmen?

3. Welche speziellen inhaltlichen Zielstellungen verfolgen die einzelnen Maßnahmen?

4. Wie bewertet die Landesregierung die bisher erzielten Ergebnisse des Programms?

5. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über eine eventuelle Multiplikatorenwirkung auf Schulen vor, an denen das Landesprogramm nicht durchgeführt wurde?

6. Welche Weiterbildungsmaßnahmen wurden bzw. werden durchgeführt, wie viele Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen nehmen daran teil, und welche Qualifikationen wurden dabei erworben?

7. Nach welchen Kriterien und auf welchem Wege soll entschieden werden, ob Projekte an den Schulstandorten nach Ablauf des Landesprogramms an Thüringer Schulen weitergeführt werden?

8. Weiterbeschäftigung auch nach Auslaufen des Landesprogramms zu ermöglichen?

Das Thüringer Ministerium für Soziales und Gesundheit hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung unter Beteiligung des Thüringer Finanzministeriums und des Thüringer Kultusministeriums mit Schreiben vom 24. Januar 1996 wie folgt beantwortet:

Zu 1., 2. und 3.:

Zur Beantwortung dieser Fragen bitte ich, sich der als Anlage beigefügten Übersicht zu bedienen, der Sie in der ersten Spalte die Projektstandorte und Trägerschaften, in der zweiten Spalte die Schulstandorte und in der dritten Spalte die speziellen inhaltlichen Zielstellungen der einzelnen Maßnahmen entnehmen können.

Zu 4.: Nach Ablauf von etwas mehr als der Hälfte des Modellzeitraumes (1993-1996) liegen erste Zwischenergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung zu dem Modellprogramm vor. erzielten Ergebnisse des Programms von der Landesregierung als gut bewertet.

Zu 5.: Von Jugendämtern, freien Trägern, Schulverwaltungsämtern, allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen selbst gibt es vielfältige Bemühungen, neben dem Landesprogramm Jugendarbeit an Thüringer Schulen Projekte der Jugend- und Freizeitarbeit und der Jugendsozialarbeit an Schulen durchzuführen.

Beispiele:

Bereits seit Dezember 1993 ist ein Schulsozialarbeiter an der Staatlichen Regelschule II in Saalfeld tätig. Träger dieser Maßnahme ist das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) Oppurg.

Entsprechend den §§ 11 und 13 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) besteht das Ziel in der Verbesserung der Sozialisationsbedingungen und Lebenschancen der Regelschüler. die Kindervereinigung Gera e. V.

Die Mitarbeiter sind in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme beschäftigt.

Ziel ist die Schaffung vielfältiger Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in den Schulen.

Im Ilm-Kreis gibt es neben zwei Projekten an Regelschulen, die innerhalb des Landesprogramms arbeiten, sieben an diesen Schulen. Schwerpunkte der Arbeit an diesen Schulen sind der Aufbau von Schüler- bzw. Schulclubs. Ein Träger stellt Kinder- und Jugendberatung an der Schule in den Mittelpunkt seiner Arbeit.

In der Trägerschaft des Schulverwaltungsamts Erfurt sind zur Schaffung von Freizeitangeboten an Schulen 26

Freizeitpädagogen an Regelschulen eingesetzt.

Die fachliche Begleitung liegt beim Jugendamt der Stadt Erfurt.

Insofern ist eine Multiplikatorenfunktion auf Schulen, die nicht am Modellprogramm teilnehmen, eingetreten.

Zu 6.: Das Landesprogramm Jugendarbeit an Thüringer Schulen arbeitet modellhaft und innovativ, wobei das neue Arbeitsfeld auch über die Grenzen Thüringens hinaus auf seine Möglichkeiten und seine Wirksamkeit hin beobachtet und bewertet wird. Die Mitarbeiter sind demzufolge einer hohen Verantwortung und einem starken Druck ausgesetzt.

Um Jugendarbeit an den Schulen durchzuführen, müssen die Mitarbeiter über fachliche und personelle Kompetenz verfügen.

Arbeitsschwerpunkte in dem neuen Arbeitsfeld Jugendarbeit an Schulen und andererseits die individuellen Interessen und Bedürfnisse der Mitarbeiter im Landesprogramm berücksichtigt.

Themen der Jugendhilfe.

Die Mitarbeiter des Landesprogramms Jugendarbeit an Thüringer Schulen nehmen, bis auf zwei Standorte, an allen Fortbildungsangeboten, die vom Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik (INBAS) gestaltet, organisiert und durchgeführt werden, teil.

Insgesamt haben die Mitarbeiter bis 1996 ein Fortbildungsvolumen von insgesamt 388 Stunden absolviert. So kann davon ausgegangen werden, dass die Qualifikationsstruktur der Mitarbeiter am Ende des Programms weitgehend einen gleichen Stand erreicht hat. Durch die Bandbreite der angebotenen Fortbildung ist gewährleistet, dass die Mitarbeiter gewonnen haben. ein detailliertes Teilnahme-Zertifikat. Innerhalb des Landesprogramms Jugendarbeit an Thüringer Schulen kann aufgrund der Vielfältigkeit der Eingangsqualifikationen kein Abschluß bzw. keine direkt zu einem Abschluß führende Weiterbildung durchgeführt werden.

Einige Mitarbeiter nutzen die Weiterbildungsangebote des Landesprogramms zur Ergänzung einer persönlichen Ausbildung zur Fachkraft der sozialen Arbeit bzw. zur Vorbereitung auf die Externenprüfung an den Fachhochschulen des Landes Thüringen.

Zu 7.: Zur Frage der Weiterführung von Projekten an den Schulstandorten nach Ablauf des Modellprogramms Jugendarbeit Haus unterbreitet. Erst danach kann eine abschließende Entscheidung fallen.

Zu 8.: Landesjugendhilfeausschuß und den örtlichen Jugendhilfeausschüssen bemüht sein, Vorsorge für eine Weiterführung der Arbeit zu treffen.

Zu Fragen 7 und 8 bitte ich zu berücksichtigen, dass die Fortführung von Maßnahmen - soweit eine Beteiligung des steht.