Fremdkapital

Nach Angaben des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft und Infrastruktur.

- 111 Die Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur

Das bedeutendste - von Bund und Land getragene - Investitionsförderprogramm für die mittelständische Wirtschaft Thüringens ist in den vergangenen Jahren die Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GA) gewesen. Im Rahmen dieses Programms sind sowohl Gewerbebetriebe als auch wirtschaftsnahe Infrastrukturvorhaben förderungswürdig.

Allein im gewerblichen Bereich wurden bis Ende 1995 - einschließlich der Fremdenverkehrsvorhaben - 8 047 Vorhaben gefördert, dazu kamen noch weitere 579

Infrastrukturprojekte (vgl. Tabelle 4.5). Dabei wurden für gewerbliche Vorhaben einschließlich der Projekte für den Fremdenverkehr insgesamt 6,3 Mrd. DM an Fördermitteln - rund 781 000 DM je Projekt - bewilligt, während für Infrastrukturvorhaben insgesamt 1,9 Mrd. DM an Zuschüssen aufgewandt wurden, was einer durchschnittlichen Fördersumme von 3,4 Mill. DM entspricht.

Kapitalbeteiligungen und Bürgschaften

Neben den bisher skizzierten Förderprogrammen stehen mittelständischen Unternehmen in Thüringen Kapitalbeteiligungen und Bürgschaften zur Verfügung. Mit Hilfe der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Thüringen (MBG), die im März 1993 gegründet wurde, soll durch stille Beteiligungen die Eigenkapitalbasis kleiner und mittlerer Unternehmen ausgebaut werden. Dabei werden langfristige Kapitalbeteiligungen für Erweiterungsinvestitionen und Neugründungen ermöglicht. Bis Ende 1994 wurden insgesamt 50 Beteiligungen, deren Höhe sich auf über 57 Mill. DM beläuft, zugesagt.

Fehlende oder ungenügende Sicherheiten sind eine der Hauptursachen, die den Zugang kleiner und mittlerer Unternehmen zu Fremdkapital verhindern. Vor diesem Hintergrund spielen Bürgschaftsprogramme eine wichtige Rolle. In Thüringen werden Bürgschaften über die Bürgschaftsbank (BBT), die Thüringer Aufbaubank sowie das Thüringer Finanzministerium vergeben, dazu kommt von Bundesebene das Bürgschaftsprogramm der Deutschen Ausgleichsbank Dabei vergibt die BBT Bürgschaften bis zu 1 Mill. DM, die TAB bis zu 6 Mill. DM und das Finanzministerium Bürgschaften von mehr als 6 Mill. DM. Angaben über Förderfälle der BBT und der zeigen, dass vor allem die kleinen Bürgschaften der BBT nachgefragt werden. (vgl. Tabelle 4.6). Im Rahmen des seit 1991 bestehenden Programms wurden bis 1995 insgesamt 3 278 Bürgschaften in Höhe von 1,1 Mrd. DM gewährt, während in nur 85 Fällen Bürgschaften der mit einem Volumen von 77,1 Mill. DM in Anspruch genommen wurden.

- 112 Dabei wurden die für deutlich größere Vorhaben genutzt als diejenigen der BBT, deren durchschnittlicher Umfang rund 360 000 DM betrug, im Vergleich zu rund 907 000 DM bei der Spezifisch ausgerichtete Maßnahmen der Investitionsförderung Speziell auf die Investitionsförderung im Einzelhandel ausgerichtet wurde das Programm zur Förderung von Verkaufseinrichtungen privater Einzelhändler im ländlichen Raum, das im Juli 1992 anlief und die Nahversorgung in ländlichen Gebieten verbessern sollte. Damit sollte der Gefahr der Ausdünnung des Ladennetzes im ländlichen Raum, vor allem bedingt durch die Schließung vieler kleiner Konsumläden als Folge des erforderlichen Strukturanpassungsprozesses der Konsumgenossenschaften, begegnet werden. Gefördert wurde die Neuerrichtung oder Modernisierung von stationären und mobilen Verkaufseinrichtungen, als Zuwendungsempfänger kamen selbständige kleine und mittlere Einzelhändler in Frage. Abgewickelt wurde die Maßnahme über die TAB. Bis Dezember 1995 wurden mit Investitionszuschüssen in Höhe von 8,9 Mill. DM 311 Einrichtungen unterstützt vgl. Tabelle 4.7).