Versicherung

116 Bedeutung zu (vgl. Tabelle 4.7). Die Zahl der Förderfälle betrug bei der einzelbetrieblichen Förderung im Rahmen der GA bis Ende 1995 958, aus dem seit 1993 geltenden Landesprogramm wurden bis Ende 1995 33 Fälle unterstützt, wobei es sich hier vor allem um Infrastrukturmaßnahmen handelte. Im Rahmen der einzelbetrieblichen Förderung der GA wurden 474,3 Mill. DM an Zuschüssen gewährt, die förderfähigen Investitionen beliefen sich auf 2,1 Mrd. DM. Damit entstanden 6 874 neue Arbeitsplätze und wurden 1 091 bestehende gesichert. In jedem Projekt wurden durchschnittlich 7 neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Pro neuem Arbeitsplatz betrugen die Investitionsaufwendungen im Durchschnitt 300 000 DM, wovon gut 69 000 DM auf Fördermittel entfielen. Die aufgewandten Zuschüsse beliefen sich durchschnittlich auf 495 000 DM. Außer den allgemeinen Investitionsförderprogrammen ist somit die Fremdenverkehrsförderung eines der arbeitsplatzschaffenden Standbeine der thüringischen Mittelstandsförderung.

Für jede moderne Volkswirtschaft besteht die Notwendigkeit, die Arbeitskräfte auf neue Anforderungen in Beruf und Arbeitswelt vorzubereiten und sie zur Mitgestaltung des Strukturwandels in den Betrieben zu befähigen. In Normalsituationen erledigen diese Aufgabe die Unternehmen, die Arbeitnehmer und der Markt, auch ohne dass der Staat aktiv eingreift. Unter den Bedingungen des Umbau- und Aufbauprozesses nach der Wende ergab sich jedoch erheblicher Handlungsbedarf, an dem die Thüringer Programme im Bereich der Aus- und Weiterbildung ansetzen. Neben den Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Bildung galt es nach Einführung der Marktwirtschaft zunächst auch, das Know-How im Umgang im und mit dem marktwirtschaftlichen System zu verbessern. Weil die Inanspruchnahme qualifizierter Beratung die Risiken in der Anlauf- und Aufbauphase von Unternehmen mindert und so Anpassungszeit kauft, waren und sind auch in diesem Bereich mittelstandspolitische Fördermaßnahmen notwendig.

Berufliche Bildung

Von den im Bereich der beruflichen Bildung bestehenden fünf Fördermaßnahmen richtet sich lediglich die Förderung zusätzlich bereitgestellter Ausbildungsplätze direkt an die mittelständische Wirtschaft (vgl. Tabelle 4.8). Antragsberechtigt sind sowohl bestehende Unternehmen als auch Existenzgründer, die Erstausbildungsplätze zur Verfügung stellen; die möglichen Zuschüsse staffeln sich nach bestehenden und neugegründeten Betrieben sowie Geschlecht der Auszubildenden.

Nach Angaben des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft und Infrastruktur.

Die anderen in Tabelle 4.8 dargestellten Programme sind für den Mittelstand Thüringens eher indirekt von Bedeutung und kommen weniger einzelnen Betriebsstätten zugute denn den mittelständischen Unternehmen insgesamt, indem dadurch Ausbildungskosten gesenkt werden können. Zuschüsse für überbetrieb- 118 liche Lehrgänge können von den Selbstverwaltungsorganisationen der Thüringer Wirtschaft - Handels- und Handwerkskammern - sowie Berufsbildungseinrichtungen beantragt werden. Mit Hilfe dieser Maßnahme soll die Qualität der Ausbildung verbessert und die Ausbildungsbereitschaft der mittelständischen Betriebe gesteigert werden. Modellhafte Weiterbildungsmaßnahmen können über Mittel der Landesregierung und der Europäischen Union bezuschußt werden, wenn sie einen Beitrag dazu leisten, die bisherigen Inhalte der beruflichen Bildung qualitativ weiterzuentwickeln. Die Förderung von Ausbildungsverbünden und Lehrstellenberatern soll Betriebe, die ansonsten aufgrund finanzieller oder sonstiger Restriktionen nicht ausbilden könnten, durch die gegenseitige Nutzung von Ausbildungskapazitäten und verstärkte Beratung zur Ausbildung motivieren. Mit der investiven Unterstützung überbetrieblicher Berufsbildungstätten wird der Aufund Ausbau einer angemessenen regional und sektoral ausgewogenen Infrastruktur gefördert.

Grundsätzlich waren die Programme im Bereich der beruflichen Bildung gerade in der anfänglichen Umbruchssituation der mittelständischen Betriebe für die Stärkung ihrer Ausbildungsbereitschaft und die Bereitstellung entsprechender Möglichkeiten von großer Bedeutung. In den nächsten Jahren wird es nun darauf ankommen, den bisherigen Bestand an Ausbildungsplätzen zu konsolidieren und weiter auszubauen. Öffentliche Maßnahmen werden in diesem Zusammenhang auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Beratungsförderung Beratungsfördernde Maßnahmen für kleine und mittlere Unternehmen wurden bis Ende 1995 von der thüringischen Landesregierung zu folgenden betriebswirtschaftlichen Komplexen angeboten: zu allgemeinen Managementfragen, für spezifische Probleme im Zusammenhang mit außenwirtschaftlichen Handelsbeziehungen und zu Technologiefragen.

Im Rahmen der Förderung der Managementberatung werden für den befristeten Einsatz erfahrener Führungskräfte als Berater in mittelständischen Unternehmen während deren Gründungs- und Fertigungsphase Zuschüsse gezahlt (vgl. Tabelle 4.9). Gefördert werden können mittelständische Betriebe aus Handwerk, Handel, Industrie und Fremdenverkehr. Beratungseinsätze dürfen dabei Fragen der Unternehmensführung und des Marketings, der Betriebswirtschaft sowie des Qualitätsmanagements zum Inhalt haben. Nicht gefördert werden Beratungen im Bereich von Rechts-, Versicherungs- oder Steuerfragen, der Außenwirtschaft, allgemeine gutachterliche Stellungnahmen sowie Akquisitions- und Vermittlungstätigkeiten.

Die Zuwendungen werden den mittelständischen Betrieben vom TMWI über das Rationalisierungskuratorium der Deutschen Wirtschaft (RKW) und die Handwerkskammern gewährt.