Absatzförderung

Die Förderung des Absatzes Thüringer Produkte und Dienstleistungen ist nach wie vor ein wichtiges Instrument zur Schaffung neuer und zum Ausbau vorhandener Absatzmärkte. Die finanzielle Lage der Haushalte in den ostdeutschen anzustreben und zu betreiben.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie ist im Freistaat Thüringen die Absatzförderung organisiert?

2. In welcher Form beteiligt sich der Freistaat an der Absatzförderung

a) organisatorisch,

b) finanziell?

3. Zu welchen Ländern unterhält der Freistaat Thüringen dauerhafte Kontakte und/oder Kooperationen?

4. Wie sind diese Kontakte und/oder Kooperationen organisiert?

5. Thüringenbeteiligtist?

Wenn ja, welche und zu welchen Ländern? Wenn nein, warum nicht? Sind Vorhaben gemeinschaftlicher Absatzförderung in Vorbereitung oder zukünftig geplant?

6. Wie ist die Absatzförderung in den anderen Ländern Ostdeutschlands organisiert?

Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft und Infrastruktur hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 15. November 1996 (Eingang: 2. Dezember 1996) wie folgt beantwortet:

Zu 1.: Im Rahmen der Mittelstandsförderung des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft und Infrastruktur (TMWI) liegt der Schwerpunkt der Absatzförderung bei der Unterstützung des Engagements Thüringer Unternehmen auf ausländischen Märkten. Zu den Einzelmaßnahmen zählen u.a. die Exportberatung, die Erstellung von Marktstudien, die direkte Unterstützung durch geeignete Institutionen bei der Marktarbeit im Ausland und die Messeförderung. Aufgrund der Vielschichtigkeit der Aktivitäten wurde deren Koordinierung und Bündelung erforderlich. Auf Initiative des TMWI die drei Thüringer Industrie- und Handelskammern und der Verband der Wirtschaft Thüringens sind. Somit ist ein Instrumentarium vorhanden, das schnell und kostengünstig in der Lage ist, Absatz- und Marketingbemühungen der Unternehmen zu unterstützen.

Der Schwerpunkt der Absatzförderung in der Zuständigkeit des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Gemeinschaftsinitiativen.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei das im Jahr 1992 eingeführte Herkunftszeichen Original Thüringer Qualität (OTQ), das auf Antrag und unter Einhaltung folgender Bedingungen durch das TMLNU vergeben wird:

· Sitz des Unternehmens in Thüringen,

· erfolgreiche Prüfung für das Gütezeichen der CMA (Centrale Marketinggesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft) bzw. ein von der CMA anerkannter Qualitätsstandard,

· mehrheitliche Verwendung von agrarischen Rohstoffen von Thüringer Erzeugern.

Die Vergabebedingungen werden durch das TMLNU und die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) koordiniert und kontrolliert.

Bisher führen 147 Unternehmen aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handwerk das Thüringer Herkunftszeichen.

Im Gemeinschaftsmarketing werden vorrangig folgende Aktionsfelder organisiert:

· Verkaufsförderaktionen im Lebensmitteleinzelhandel als Thüringer Wochen,

· gemeinsame Werbung für Thüringer Erzeugnisse u.a. in TV und Hörfunk, mit Großplakaten und Heißluftballon,

· koordinierte Public Relations (PR)- und imagebildende Aktionen in Berlin, Bonn oder Brüssel u.a.,

· gemeinsame Aktionswochen mit der Thüringer Gastronomie und Hotellerie,

· Gemeinschaftsstände zu Fach- und Verbrauchermessen im In- und Ausland,

· Länderreports Thüringen in den wichtigsten Fachmedien für den Lebensmittelhandel,

· Sportsponsoring bei internationalen und nationalen Sportveranstaltungen in Thüringen (Winter-, Rad- und Reitsport) mit Versorgungsleistungen von einheimischen Firmen.

Zuwendungsempfänger sind Erzeugerzusammenschlüsse und deren Vereinigungen, Unternehmen der Ernährungsindustrie sowie Absatzförderorganisationen.

Zusätzlich werden die Aktivitäten der landwirtschaftlichen Direktvermarkter Thüringens und des ökologischen Landbaus unterstützt (Absatz- und Marktstudien, Anbieterkataloge, Werbemittel, Förderung von stationären und saisonalen Bauernmärkten, Einbeziehung in Verkaufsförderveranstaltungen).

Für die Durchführung der Leistungen des Agrarmarketings bestehen Verträge mit Fachagenturen.

Zu 2. a: Ziel bei der Absatzförderung ist es, mit konkreten Hilfestellungen die Absatzbemühungen kleiner und mittlerer Thüringer Unternehmen zu unterstützen. Aus diesem Grund hat die Landesregierung gemeinsam mit den Spitzenvertretungen der Thüringer Wirtschaft und Landwirtschaft spezifische Förderprogramme entwickelt.

Das TMWI koordiniert die Vorhaben auf den Außenmärkten jährlich mit den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern und dem Verband der Wirtschaft.

Fällen durch Minister oder Staatssekretär politisch flankiert.

Das TMLNU stellt dem Marketingbeirat jährlich ein Marketingkonzept vor. In diesem Beirat sind Erzeuger- und Verarbeitungsbetriebe, Handwerksinnungen, Wissenschaft und Thüringer Bauernverband vertreten. Der Marketingbeirat wird vom Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt geleitet.

Im Marketingbeirat werden die jährlichen Absatzstrategien und Marketingschwerpunkte beraten und festgelegt.

Die TLL Jena, Sachgebiet Agrarmarketing, koordiniert, kontrolliert und organisiert die Umsetzung der Aktionsfelder.

Zu 2. b:

Die finanzielle Unterstützung der beiden genannten Ressorts für absatzfördernde Maßnahmen betrug im Jahr 1996 insgesamt 17,42 Millionen Deutsche Mark.

Auf den Haushalt des TMWI entfielen Mittel in Höhe von 14,9 Millionen Deutsche Mark. Der ursprüngliche Ansatz von 18,1 Millionen Deutsche Mark wurde im Laufe des Jahres durch Sperren reduziert.

Im Gemeinschaftsmarketing mit dem Herkunftszeichen Original Thüringer Qualität sind im Landeshaushalt 1996 2,52 Millionen Deutsche Mark vorgesehen.

Zu 3. und 4.: Mit dem Land Ungarn sowie mit der Grafschaft Essex (Großbritannien) und der Picardie (Frankreich) hat die Landesregierung umfassende partnerschaftliche Abkommen geschlossen, die jeweils auch Vereinbarungen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit enthalten. Eine gleichgelagerte Partnerschaft wird mit der Provinz Shaanxi (China) angestrebt.

Das TMWI hat mit der Provinz Zhejiang (China) und der Region Saratow (Russische Föderation) Erklärungen über wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Enge Beziehungen bestehen auch mit Litauen, Tschechien und Polen.

Die Thüringer Wirtschaft unterhält über die Thüringer Außenwirtschaftsfördergesellschaft Kontakte wie folgt:

a) Firmenpools für die Länder/Regionen: Iberische Halbinsel;

b) Büros/Ausstellungsräume der Thüringer Wirtschaft in: Bogota (Kolumbien), Dubai (VAE), Vilnius (Litauen), Moskau, Jekaterinenburg, St. Petersburg (Rußland), Sofia (Bulgarien), Hanoi (Vietnam) und Xian (China);

c) Kooperationsverträge mit deutschen Auslandshandelskammern in: Südkorea, Ungarn, Usbekistan, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Schweden und Norwegen;

d) Durchführung verschiedener Sonderprojekte wie Kooperationsbörsen in Mexiko, Saratow, Ukraine und Prag sowie mit Polen in Erfurt, Projekte im Umwelttechnikbereich in Kolumbien, China und Litauen, Produktpräsentationen in Israel und Indien.

Zu 5.: in Germany sowie mit Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zur EPM in Hanoi (Vietnam) organisiert; weitere Absprachen für das Jahr 1997 werden derzeit getroffen.

Mit Sachsen ist ein gemeinsamer Firmenpool von Maschinenbaubetrieben für den Markteinstieg in Indien geplant.

Das TMLNU unterhält dauerhafte Kontakte und Abstimmungen mit allen neuen Bundesländern.

Die Abstimmungen erfolgen auf Referentenebene bzw. gemeinsamen Veranstaltungen (z. B. Marketingtage für die Agrar- und Ernährungswirtschaft, Messen und Ausstellungen u. ä.), zu Absatzstrategien, Marketingprogrammen und Gemeinschaftspräsentationen, u. a. in Abstimmung mit der CMA oder den Fachverlagen für den Lebensmitteleinzelhandel.

· Im Mai 1994 wurde der Agrarmarketingtag für die neuen Bundesländer in Gera durchgeführt.

· Mit allen neuen Bundesländern wurde ein erster gemeinsamer Fachreport in der Rundschau für den Lebensmittelhandel (Mitte November 1996) vorbereitet.

· Anfang September fand auf dem Leipziger Messegelände das erste Handelsforum Initiative Neue Bundesländer für September 1997 terminiert).

· Für Februar/März 1997 läuft die Vorbereitung gemeinsamer Präsentationen in der Presse sowie in der Bundestagskantine, initiiert über Herrn Bundestagsabgeordneten Otto.

· ostdeutscher Produkte wird vom Thüringer Agrarmarketing auch finanziell mitgetragen.

Zu 6.: 1. Außenwirtschaftsförderung

a) Mecklenburg-Vorpommern

Die Absatzförderung wird durch die Außenwirtschaftsgesellschaft koordiniert.

Schwerpunktländer sind Vietnam, China, Südafrika, Indien, Schweden, Schweiz und Polen.

b) Sachsen Schwerpunkte der Absatzförderung sind die Messeförderung sowie Firmenpools.

c) Brandenburg

Die Brandenburgische Außenhandelsagentur wird zu 100 Prozent aus Landeshaushaltsmitteln finanziert. Zu den Aufgaben gehören die Vorbereitung und Durchführung von Unternehmerreisen und Kooperationsbörsen, die Aquisition für Firmengemeinschaftsstände auf Messen, die Export- und Marketingberatung.

Schwerpunktländer sind mittel- und osteuropäische Staaten, vor allem Polen, Frankreich, England, Italien, Österreich sowie China. Für den südamerikanischen Raum wurde ein Firmenpool gegründet.

d) Sachsen-Anhalt

Die Außenwirtschaftskonzeption des Landes enthält folgende Schwerpunktgebiete: EU-Länder, mittel- und osteuropäische Staaten, vor allem Polen und den asiatisch-pazifischen Raum. In Shanghai unterhält das Land eine Repräsentanz (Büro), in Vietnam ist ähnliches geplant.

e) Berlin

Das Land Berlin fördert Messebeteiligungen, vor allem in Form von Gemeinschaftsständen in Polen, der Tschechischen Republik und Südostasien. Darüber hinaus existieren keine spezifischen Absatzförderungsprogramme.

2. Agrar- und Ernährungswirtschaft Zuständigkeiten und Absatzförderung im Agrar- und Ernährungsbereich sind in den neuen Bundesländern sehr durch privatisierte bzw. vom Land getragene Marketinggesellschaften erledigt.