Forschung

Ebenfalls auf dem Campus befindet sich eine Reihe von Instituten der FSU Jena, die durch Neugründung im biologisch-medizinischen Bereich entstanden sind und ebenfalls erhebliche Forschungsaktivitäten vorzuweisen haben.

Aufgabe der nächsten Jahre wird es sein, den Standort Jena-Beutenberg zu einem international konkurrenzfähigen Wissenschafts- und Technologiepark zu entwickeln. Durch die Errichtung eines multifunktionalen Verfügungsgebäudes mit zentraler Bibliothek, Seminar-, Vorlesungsund Konferenzräumen sowie hochinstallierten Laborflächen für Gastwissenschaftler und Nutzer aus der Wirtschaft soll eine beispielhafte Zusammenarbeit von Grundlagenforschung, angewandter Forschung und industrieller Entwicklung im physikalisch-technischen und biotechnologisch-pharmazeutisch-medizinischen Bereich ermöglicht werden.

Ein dringend erforderlicher Institutsneubau für das IPHT auf dem Campus soll eine Zusammenführung der bislang auf drei Standorte verteilten Forschungskapazitäten des Instituts ermöglichen. Die Planungsarbeiten sind soweit fortgeschritten, dass ein Baubeginn voraussichtlich noch im Jahr 1996 erfolgen kann.

In ähnlicher Weise soll durch die Errichtung eines Institutsneubaus für die MFPA Weimar erreicht werden, dass einerseits der Bauhaus-Universität Weimar dringend notwendige Erweiterungsmöglichkeiten am bisherigen Standort der MFPA eröffnet werden und andererseits die MFPA ein dem internationalen Standard entsprechendes Funktionsgebäude erhält.

Das TMWFK bemüht sich nachhaltig darum, die aus der Umstrukturierung der Forschungslandschaft nach der deutschen Wiedervereinigung herrührende finanzielle Benachteiligung bei der institutionellen Forschungförderung zu verringern.

In langwierigen Verhandlungen zur Neuregelung der Bund-Länder-Finanzströme in der für die gemeinsame Forschungsförderung zuständigen Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) wurde nach massiver Intervention Thüringens durch die Regierungschefs von Bund und Ländern beschlossen:

· die Max-Planck-Gesellschaft zu bitten, Institutsneugründungen bevorzugt in den Ländern Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anmhalt zu realisieren,

· das Hans-Knöll-Institut für Naturstoff-Forschung Jena in die gemeinsame Förderung im Rahmen der Blauen Liste aufzunehmen, sofern die fachlichen und finanziellen Voraussetzungen hierfür gegeben sind,

· die Transferzahlungen zu Lasten von Ländern mit wenig Max-Planck-Instituten durch Änderung der Finanzierungsmodalitäten zu verringern.

Außerdem haben die Länder einstimmig zu Protokoll erklärt, für den Fall, dass die für Thüringen vorgesehenen entlastenden Regelungen nicht greifen, andere geeignete Entlastungsregelungen zu treffen.

Zwischenzeitlich hat die Max-Planck-Gesellschaft beschlossen, in Thüringen ein zweites Forschungsinstitut zu gründen. Das Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie wird seinen Standort in Jena haben.

Darüber hinaus befindet sich ein weiteres Max-Planck-Institut mit der Option auf einen Standort in Thüringen in den Beratungen der zuständigen Gremien der MPG. Hierbei handelt es sich um ein Max-Planck-Institut zur Erforschung biogeochemischer Kreisläufe.

Bezüglich der Aufnahme des Hans-Knöll-Instituts für Naturstoff-Forschung Jena in die Blaue Liste hat der Wissenschaftsrat auf Bitte des Thüringer Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kultur die Begutachtung des Instituts begonnen. Die Beratungen im Wissenschaftsrat dauern jedoch noch an, so dass mit einer Empfehlung des Wissenschaftsrates nicht vor Jahresende zu rechnen ist.