Weiterbildung

Herr Prof. Helmut Gabriel unabhängiges Mitglied für den Bereich Physik, ehemaliges Mitglied des Wissenschaftsrats und Professor an der Technischen Universität Berlin, Mitglied der damaligen Strategiekommission Forschung und Technologie in Thüringen Herr Dr. Herbert Gassert unabhängiges Mitglied für den Bereich Maschinen- und Anlagenbau, ehemals Vorstand der ABB, jetzt Aufsichtsrat der ABB, Mitglied des Wissenschaftsrats, Mitglied der damaligen Strategiekommission Forschung und Technologie in Thüringen.

Der Beirat hat sich in seinen Sitzungen im Mai und im Oktober 1996 darauf verständigt, in Fortschreibung der Empfehlungen der Strategiekommission Forschung und Technologie in Thüringen mögliche weitere Schwerpunktbildungen bzw. Der Forschungspolitische Beirat hatte u.a. empfohlen, die von der Strategiekommission genannten technisch-wirtschaftlichen Schwerpunkte Informations- und Kommunikationstechnik, Produktionstechnik im Hochpräzisionsbereich sowie Lebensmittelund Pharmatechnik einschließlich der sie stützenden Forschungs- und Technologiefelder weiter zu strukturieren und entsprechende Vorhaben zu unterstützen.

Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme; Gründung des Instituts für Mikroelektronik- und Mechatroniksysteme (IMMS) Ilmenau/Erfurt

Im Abschlußbericht der Strategiekommission für Forschung und Technologie in Thüringen wird festgestellt, dass zu den Forschungsgebieten mit technischer Relevanz u. a. Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik gehören. Die Mikroelektronik wird als eine Schlüsseltechnologie gekennzeichnet, die Bedeutung hat sowohl für die Herstellung von Massenstandardbauelementen (Speicher, Prozessoren) als auch von anwendungsspezifischen Bauelementen (ASICs) kleiner Stückzahl. In der Mikrosystemtechnik wird insbesondere auf die Dünn- und Dickfilmtechnik und die Hybridtechnik Bezug genommen.

Auf dem Gebiet der Mikroelektronik und Mechatronik gibt es in Thüringen eine langjährige Tradiion. Um die inzwischen entstandenen Firmen vom KMU bis zu THESYS mit entsprechender Forschungskapazität zu unterstützen, wurde im Dezember des vergangenen Jahres das Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme (IMMS) mit Sitz in Ilmenau gegründet. Noch in diesem Jahr wird eine Betriebsstätte des IMMS in Erfurt eingerichtet.

Anders als in den Fällen der inzwischen bereits etablierten Forschungsinstitute besonders im Jenaer Raum hat im Falle des IMMS zunächst die Wirtschaft ihren Bedarf an Forschungs- und Entwicklungsleistungen formuliert und von sich aus angeregt, gemeinsam mit wissenschaftlichen Einrichtungen, insbesondere der TU Ilmenau, ein Forschungsinstitut zu konzipieren. Diese Idee wurde vom TMWI engagiert aufgegriffen und deren praktische Umsetzung gemeinsam mit dem TMWFK auf den Weg gebracht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in den Jahren 1993 und 1994 ist es seit dem Aufbau der Forschungsabteilung im TMWFK gelungen, einen intensiven und ergebnisorientierten Dialog zwischen den Hauptakteuren zu führen, dessen Ergebnis die Gründung des IMMS ist.

Aufgabe des IMMS ist es, Forschungs- und Entwicklungsleistungen im Dienst kleinerer, mittlerer und mittelständischer Firmen in Thüringen zu erbringen. Dies heißt, sich einerseits strikt am Bedarf zu orientieren, andererseits die eigene Vorlaufforschung nicht zu vernachlässigen. Im erstgenannten Bereich wird das IMMS sich am Forschungsmarkt gegen leistungsstarke Konkurrenz behaupten müssen, für den zweitgenannten Bereich wird die öffentliche Hand Verantwortung mit übernehmen müssen. Aufgrund der Kapitalschwäche der hiesigen Firmen ist es auf absehbare Zeit unrealistisch, die laufende Finanzierung eines solchen Aninstituts (auch über die Erstinvestitionen hinaus!) ausschließlich aus eigenen Einnahmen sichern zu wollen.

Das IMMS soll als Bindeglied zwischen universitärer Forschung und der industriellen Praxis auf den Gebieten der Mikroelektronik als innovative Basistechnologie und der Systemtechnik im Sinne des Entwurfs, der Simulation und der Optimierung mechatronischer Systeme wirksam werden, um die Transferlücke zwischen Grundlagenforschung und den möglichen Anwendungen zu schließen.

Das Institut wurde mit einer Gründungsfinanzierung von 14,9 Mio. DM versehen, die im Laufe von 5 Jahren aufgezehrt werden kann und durch einzuwerbende Drittmittel für Forschungsprojekte zu ergänzen ist. Nach 5 Jahren soll sich das IMMS weitestgehend aus eingeworbenen Mitteln selbst tragen. Die Existenzberechtigung eines solchen Instituts muß sich am praktischen Nutzen, d.h. am Transfererfolg und damit auch am wirtschaftlichen Ergebnis messen lassen.

In diesem Sinne ist die Gründung des IMMS Teil einer am Bedarf orientierten regionalen Technologiepolitik, deren Ziel es ist, die Wettbewerbsfähigkeit der Thüringer Wirtschaft nachhaltig zu stärken.

Wie die Konzeption des IMMS als künftiges Institut an der TU Ilmenau aber auch demonstriert, muss sich die Fähigkeit, von der Seite der Forschung auf den Bedarf der Wirtschaft langfristig adäquat reagieren zu können, aus einer an der Freiheit der Wissenschaft orientierten Grundlagenforschung stets neu regenerieren.

Es existiert eine Reihe von Projektvorschlägen, von denen ein Teil bereits in Vorprojekten bearbeitet wird. Im Rahmen der Erarbeitung der Mechatronikkonzeption für Thüringen entstanden in Zusammenarbeit mit 50 Thüringer Firmen und Forschungseinrichtungen weitere Projektvorschläge, deren Bearbeitung in Form von Verbundprojekten angestrebt wird.

Die Tätigkeiten des IMMS konzentrieren sich auf drei Hauptfelder:

· Durchführung von öffentlich geförderten Forschungsprojekten einschließlich Verbundprojekten

Dabei sollen Projektideen, die sich sowohl aus den Markterfordernissen der Wirtschaft wie auch aus den Ergebnissen der universitären Grundlagenforschung ergeben, in Labormuster umgesetzt werden.

· Beratungsleistungen Gegenstand sind hier insbesondere die Innovationsberatung, der Informationsaustausch im Rahmen von Kolloquien, Fachseminaren sowie auch die Weiterbildung.

· Dienstleistungen zum Entwurf und Test neuer Erzeugnisse

Das IMMS stellt mit seinen Labor-, Hard- und Softwareausrüstungen die für erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten notwendige Infrastruktur zur Verfügung.

Die Ausrichtung des IMMS auf die Entwicklung, Simulation und Erprobung von Labormustern für heterogene Systeme mit hohem mikroelektronischen und mechatronischen Anteil hat langfristigen Charakter.

Gegenwärtig werden daraus folgende Forschungsschwerpunkte abgeleitet:

· Elektronische Systeme und Mikroelektronik Design:

- High-Speed-Communication (Telekommunikation, Datenautobahn),

- Multimedia,

- analoge und gemischte analog/digitale Systeme

- Methodik des Systementwurfs

· Technologien und neue integrierbare Grundkomponenten:

- modulare Technologiekonzepte und smart-power-Technologien,