Altersrente

4.5.12.1994 (Renten wegen Todes als Gesamtdurchschnitt für beide Geschlechter)

Im Vergleich der durchschnittlichen Zahlbeträge der Altersrenten der neuen Länder mit den alten Ländern sind sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede augenfällig.

Die durchschnittlichen Zahlbeträge der Rentnerinnen in beiden Teilen Deutschlands liegen um mehrere hundert DM pro Monat unter den Rentenbezügen der Männer. Die Differenz in den Zahlbeträgen zwischen den Geschlechtern ist in den alten Ländern wesentlich stärker ausgeprägt als in den neuen Ländern. Die Gründe dafür sind zum einen im geschlechtsspezifischen Verlauf von Erwerbsbiographien und weiterhin in den unterschiedlichen weiblichen Erwerbsbiographien in den alten und den neuen Ländern zu suchen.

Eine Ausnahme bilden die Witwenrenten und die Renten wegen Todes insgesamt (die jedoch zum größten Teil aus Witwenrenten bestehen), die als abgeleitete Renten von der Rentenhöhe des Partners abhängig sind und darum in den alten Ländern durchschnittlich höher liegen als in den neuen Ländern. Die Höhe der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit (überwiegend wegen Erwerbsunfähigkeit), die an Frauen gezahlt werden, liegt in den alten und den neuen Ländern über den durchschnittlichen Zahlbeträgen der Altersrenten für Frauen. Bei Männern hingegen zeigt sich dieses Verhältnis genau umgekehrt.

V. a. deutlich längere Lebensarbeitszeiten, stärkere Erwerbsorientierung und häufigere Erwerbstätigkeit der Frauen in den neuen Ländern (vgl. dazu u. Abschn. 3.5.4).

Renten mit Zusatzleistungen

Eine Reihe von Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung werden unter dem Begriff Zusatzleistung geführt. Es handelt sich hierbei um Leistungen, die nicht aufgrund von Beitragszeiten erbracht werden. Zu den für die neuen Länder bedeutsamsten Leistungen gehören:

- Auffüllbetrag,

- Rentenzuschlag,

- Übergangszuschlag,

- Sozialzuschlag.

Ein Auffüllbetrag wird an Rentenberechtigte gezahlt, wenn Anspruch auf eine Rente nach SGB VI besteht, jedoch die Rente nach den Vorschriften des DDR-Rentenrechts höher war oder gewesen wäre als die errechnete Renten nach dem SGB VI. Unterschiede begründen sich vor allem durch den Wegfall von im DDR-Rentenrecht enthaltenen Elementen aus der Rentenberechnung, wie etwa Mindestrentenbestandteile usw., die das bundesdeutsche Rentenrecht nicht kennt.

Von einem Rentenzuschlag spricht man bei Rentenbeginn in den Jahren 1992 und 1993, von einem Auffüllbetrag, wenn die errechnete Rente zum 31.12.1991 höher war als der Rentenanspruch ab 01.10.1992 nach SGB VI. Beide Zuschläge sind Zusatzleistungen; beide wurden bis zum Jahresende 1995 gezahlt und werden ab 1996 stufenweise mit der Erhöhung aus den Rentenanpassungsbeträgen verrechnet. Dabei ist per Gesetz sichergestellt, dass die bisherige Bruttorente nicht unterschritten wird.

Im Jahr 1994 wurden in Thüringen Auffüllbeträge/Rentenzuschläge an insgesamt 368.

Personen gezahlt. Der durchschnittliche Zahlbetrag von allen Rentenarten und Versicherungsträgern lag bei 230,97 DM. Das entspricht einem Anteil von 67 % der Versichertenrenten in Thüringen, die einen Rentenzuschlag bzw. Auffüllbetrag erhielten.

Der Anteil der Rentnerinnen, die einen Auffüllbetrag erhalten, liegt erheblich höher als der entsprechende Anteil unter den Männern. So erhalten etwa 86,05 % der Frauen in Thüringen, die eine Rente beziehen, zugleich einen besitzgeschützten Auffüllbetrag, während der entsprechende Anteil unter den Männern lediglich 25,1 % beträgt.

VDR-Statistik, BD 111, 260, 266. 48: Verteilung der Renten mit Auffüllbeträgen (Thüringen 31.12.1994), nach Rentenarten und Geschlecht

Einen Sozialzuschlag erhalten Rentenbezieher zu ihren Rentenleistungen, soweit das monatliche Einkommen eine bestimmte Grenze unterschreitet (Einkommensgrenze für Alleinstehende 1994: 674 DM, für Verheiratete: 1.081 DM). Der Sozialzuschlag ist als pauschalierte Sozialhilfe zu sehen, der vorübergehend - längstens bis zum 31.12.1996 zusammen mit der Rentenleistung vom Rentenversicherungsträger erbracht wurde. Danach übernimmt die Sozialhilfe die Sicherung des Bedarfs.

13.365 Renten mit Sozialzuschlag wurden 1994 nach Thüringen gezahlt. Die durchschnittliche Höhe des Sozialzuschlages belief sich bei Renten der Arbeiterversicherung auf 111,22 DM, bei Renten der Angestelltenversicherung auf 191,33 DM. Bei der knappschaftlichen Rentenversicherung ergibt sich ein durchschnittlicher Zahlbetrag von 166,75 DM.