Versicherung

112.1994), nach Haushaltsgröße Abb. 83: Haushalte in Thüringen (1994); Verteilung nach Haushaltsgröße Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik Sozialhilfe 1994 Tab. B1

Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik, Mikrozensus 1-Personen-Haushalte tauchen unter den Bedarfsgemeinschaften hauptsächlich als einzeln ausgewiesene männliche und weibliche Haushaltsvorstände und sonstige einzeln ausgewiesene voll- oder minderjährige männliche oder weibliche Haushaltsangehörige auf.

Hinter den 2-Personen-Haushalten stehen

Ehepaare ohne Kinder; nichteheliche Gemeinschaften ohne Kinder;

Bedarfsgemeinschaften mit zwei volljährigen Haushaltsangehörigen und

Alleinerziehende mit einem Kind.

Angehörige des letztgenannten Typs von Bedarfsgemeinschaften stellen die größte Gruppe unter den Hilfeempfänger/-innen, die in Haushalten leben, dar. Den Hauptanteil daran haben jedoch nicht die Paare ohne Kinder, sondern die alleinerziehenden Frauen mit 81 %.

Zu den 3-Personen-Haushalten gehören fast ausschließlich Ehepaare und eheähnliche Gemeinschaften mit einem Kind unter 18 Jahren und alleinerziehende Mütter mit zwei Kindern, wobei darunter wiederum alleinerziehende Frauen mit einem Anteil von 68 % am stärksten vertreten sind.

4.6.3.2.2.5 Bruttobedarf und Nettoanspruch

Das Bundessozialhilfegesetz (BSHG) versteht in § 128 unter Bruttobedarf nichts anderes als das, was ein Mensch bzw. eine Bedarfsgemeinschaft unbedingt zum Leben benötigt.

Dieser Bedarf setzt sich aus den geltenden Regelsätzen für Haushaltsvorstand und mitglieder, aus Mietkostenbelastung einschließlich laufender Heizungskosten, Beiträgen zur Kranken- oder Altersversicherung und eventuellen Mehrbedarfszuschlägen zusammen. Allerdings wird vorhandenes Einkommen und Vermögen gegen diesen Bedarf angerechnet. Nach Abzug der anrechenbaren Einkommensarten entsteht der Nettoanspruch, das ist die Sozialhilfeleistung, welche die Bedarfsgemeinschaften tatsächlich erhalten. In Thüringen haben am 31.12.1994 Bedarfsgemeinschaften einen durchschnittlichen Bruttobedarf in Höhe von 1.235 DM, die anerkannte Bruttokaltmiete beträgt dabei durchschnittlich 283 DM.12.1994): Monatliche Zahlbeträge, nach Bedarfsgemeinschaften Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik Sozialhilfe 1994 Tab. B 6

Bei Vermögensanrechnungen gelten bestimmte Mindestbeträge als Freibeträge und werden nicht in die Anrechnung einbezogen; Erziehungsgeld darf beispielsweise nicht als Einkommen angerechnet werden.

Der jeweilige Bruttoanspruch korreliert mit der Haushaltsgröße: Bedarfsgemeinschaften, in denen Kinder bis zu 18 Jahren leben, haben einen doppelt so hohen Bruttobedarf wie Bedarfsgemeinschaften ohne minderjährige Haushaltsangehörige.

Die anerkannte Höhe der Bruttokaltmiete hingegen macht beim letztgenannten Typ Bedarfsgemeinschaft gerade die Hälfte der anerkannten Bruttokaltmiete von Bedarfsgemeinschaften mit Personen unter 18 Jahren aus.12.1994): Bruttobedarf und Nettoanspruch, nach Bedarfsgemeinschaften Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik Sozialhilfe 1994 Tab. B 6

4.6.3.2.2.6 Bedarfsgemeinschaften nach Art und Höhe des angerechneten Einkommens

Nur etwa 16 % aller Bedarfsgemeinschaften verfügen über keinerlei Einkommen, bei allen anderen werden eine oder mehrere Einkommensarten monatlich angerechnet.

Nicht weniger als 15 verschiedene Einkommensarten spielen bei der Anrechnung durch die örtlichen Sozialhilfeträger eine Rolle. Dabei handelt es sich ebenso um Erwerbseinkünfte wie um Leistungen unterschiedlicher Versicherungsträger oder um öffentliche Sozialleistungen. Nur in 2.263 Bedarfsgemeinschaften (16,9 %) kommt eine einzige Einkommensart zur Anrechnung.