Altersrente

Der Großteil aller Bedarfsgemeinschaften verfügt über mehrere anrechenbare Einkommensarten. Zu den Bedarfsgemeinschaften, die über keinerlei Einkommen verfügen, zählen in erster Linie alleinlebende Sozialhilfeempfänger/-innen, Ehepaare und nichteheliche Lebensgemeinschaften ohne Kinder unter 18 Jahren. Einige der Einkommensarten fallen in Thüringen weniger ins Gewicht, das sind: z. B. Renten aus betrieblicher Altersversorgung, Versorgungsbezüge, Einkünfte aus selbständiger Arbeit, Altersrente und Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Demgegenüber werden Kindergeld bei 74 % und Wohngeld bei 75 % aller Bedarfsgemeinschaften mit vorhandenem Einkommen angerechnet.

Nicht unerheblich ist auch der Anteil derer, die private Unterhaltsleistungen beziehen und für 24 % werden Unterhaltsvorschuß oder -ausfalleistungen zur Einkommensquelle. Ein ganz anderes Bild der Verteilung zeigt sich bei der Bewertung nach Haupteinkommensarten:

Einkommensart Abb. 86: Empfänger/-innen von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen (31.12.1994), Bedarfsgemeinschaften, nach angerechneten Einkommensarten Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik: Sozialhilfe 1994 Tab. B 19

1. Einkünfte aus unselbständiger Arbeit

2. Einkünfte aus selbständiger Arbeit

3. Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente

4. Altersrente

5. Hinterbliebenenrente

6. Versorgungsbezüge

7. Renten aus betrieblicher Altersversorgung

8.12.1994), Anteil der angerechneten Haupteinkommensarten an der entsprechenden Einkommensart Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik: Sozialhilfe 1994 Tab. B 19

1. Einkünfte aus unselbständiger Arbeit

2. Einkünfte aus selbständiger Arbeit

3. Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente

4. Altersrente

5. Hinterbliebenenrente

6. Versorgungsbezüge

7. Renten aus betrieblicher Altersversorgung

8. Ähnlich hohe Anteile stellen die Bedarfsgemeinschaften mit angerechneten Einkommen, die Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente, Altersrente, sowie Arbeitslosengeld und -hilfe als ihre Haupteinkommen betrachten. Für einen nicht geringen Teil aller Bedarfsgemeinschaften bedeuten aber auch andere Sozialleistungen - ohne Berücksichtigung der Leistungen der Sozialhilfe - gleichzeitig das Haupteinkommen (Unterhaltsvorschuß oder -ausfalleistung, Wohngeld, Kindergeld).

Über weniger als 100 DM monatlich verfügen 5 % der Bedarfsgemeinschaften, davon insbesondere die Alleinstehenden. Ebenso dominieren in der nächst höheren Einkommensgruppe 100 bis unter 200 DM die als einzeln ausgewiesenen Haushaltsvorstände. In den Einkommensgruppen bis unter 800 DM monatlich sind es wiederum die Alleinlebenden (hauptsächlich alleinlebende Frauen), aber auch die Alleinerziehenden (Frauen), welche den Hauptanteil ausmachen. Allerdings haben auch Ehepaare mit Kindern unter 18 Jahren einen Anteil von 7,1 % an diesen niedrigen Einkommensgruppen. Knapp 60 % der Bedarfsgemeinschaften in den nächst höheren Einkommensgruppen 800 bis unter 1. DM und 1.000 bis unter 1.250 DM sind alleinerziehende Mütter, in letzterer Einkommensgruppe beträgt der Anteil der Ehepaare mit Kindern 15,5 %. In der Einkommensgruppe 2.000 bis unter 3.000 DM beträgt der Anteil der Familien mit 3 und mehr Kindern unter 18 Jahren 42 % und der von alleinerziehenden Müttern mit 3 und mehr Kindern 32 %.

Von den 28 Bedarfsgemeinschaften, die trotz eines Einkommens von mehr als 3000 DM noch Sozialhilfeansprüche haben, sind 18 Bedarfsgemeinschaften Ehepaare mit mehr als 3 Kindern und 5 Bedarfsgemeinschaften Alleinerziehende mit 3 und mehr Kindern.12.1994), Bedarfsgemeinschaften mit angerechneten Einkommen nach Höhe des angerechneten Einkommens Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik Sozialhilfe 1994 Tab. B 9

Dauer der Hilfegewährung

In Thüringen wird durchschnittlich für mindestens ein Mitglied von Bedarfsgemeinschaften für eine Dauer von 13 Monaten ununterbrochen laufende Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen gewährt. Die Dauer des Sozialhilfebezuges wird deutlich von der jeweiligen Zusammensetzung der Haushalte beeinflußt. Über diesem Durchschnitt liegen alle Haushalte mit mehr als 3 Kindern, die Alleinerziehenden sogar schon mit 2 Kindern unter 18 Jahren und die Gruppe der alleinlebenden Frauen.