Sozialhilfe

Bedarfsgemeinschaften nach Art und Höhe der angerechneten Einkommen

Nicht nur die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften insgesamt ist um 27 % innerhalb eines Jahres gestiegen, sondern darunter auch der Anteil der Bedarfsgemeinschaften, die keinerlei anrechenbares Einkommen nachweisen (19 % zu 16 % im Vorjahr). Mehr als die Hälfte (60 %) derer, die über keinerlei Einkommen verfügen, sind alleinlebende Männer und 28 % alleinlebende Frauen. In 3.345 Bedarfsgemeinschaften, das entspricht etwa 20 % (16,9 % im Vorjahr), wird nur eine Einkommensart angerechnet.

Geringer ist demzufolge der Anteil derer, bei denen mehrere Einkommensarten zur Anrechnung kommen. Trotzdem verfügt ein Großteil aller Bedarfsgemeinschaften, etwa 60 %, über mehr als eine anrechenbare Einkommensart.

Insgesamt hat sich die durchschnittliche Höhe des monatlich angerechneten Einkommens 1995 gegenüber der letzten Stichtagserhebung 1994 von 700 DM auf 679 DM verringert, auffällig beim Kindergeld und bei Versorgungsbezügen, etwas weniger auffällig beim Wohngeld, den Einkünften aus selbständiger Tätigkeit und der Hinterbliebenenrente. Bei allen anderen Einkommensarten lässt sich eine Erhöhung der monatlichen Anrechnungsbeträge feststellen.12.1994 und 31.12.1995), Bedarfsgemeinschaften, Verteilung nach Höhe des angerechneten Einkommens Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik Sozialhilfe 1994/1995 Tab. B 9

Bei den meisten Bedarfsgemeinschaften wird ein Einkommen von 800 bis unter 2.000 DM monatlich gegen den Bruttobedarf angerechnet. Das liegt daran, dass einem Großteil der Bedarfsgemeinschaften mehrere Haushaltsangehörige angehören und damit auch mehrere Einkommensarten eine Rolle spielen. Wie im Vorjahr sind es 1995 nicht nur die Alleinstehenden, die in den unteren Einkommensgruppen dominieren: 52 % der Bedarfsgemeinschaften, in denen Personen unter 18 Jahren leben, verfügen über ein Einkommen unter 1.000 DM; etwa ein Drittel dieser Gruppe eher weniger als 600 DM monatlich.

4.6.4.2.7 Dauer der Hilfegewährung

Über die Dauer der Hilfegewährung sind zweierlei Aussagen zu treffen: Zum einen geht es allgemein um die Dauer der Hilfegewährung für Bedarfsgemeinschaften, zum anderen um die ununterbrochene Dauer der Hilfegewährung von mindestens einem Mitglied der Bedarfsgemeinschaft.