Arbeitslosigkeit

134: Arbeitslose ältere Menschen nach Altersgruppen Quelle: LAA SAT, Berechnungen des IWSP

Die zunehmende Bedeutung der Altersarbeitslosigkeit verdeutlicht auch deren steigender Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit. Stellten die älteren Menschen 1992 gut ein Fünftel der Arbeitslosen, konzentriert sich 1995 bereits fast ein Drittel der Gesamtarbeitslosigkeit auf diese Gruppe. Damit können in Thüringen bei der angespannten Lage am Arbeitsmarkt 48.013 Männer und Frauen ab 50 Jahre nicht in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden.

Mit zunehmendem Alter steigt jedoch nicht nur das Risiko, arbeitslos zu werden, sondern auch das Risiko, dauerhaft arbeitslos zu bleiben. Die Altersgruppe der 40- bis 45jährigen bildet dabei den Wendepunkt des aggregierten Risikos; hier entspricht der Anteil der Arbeitslosen in etwa dem Anteil an den Langzeitarbeitslosen. Die Jahrgänge unterhalb dieser Grenze weisen dagegen - mit entsprechenden Niveaudifferenzen - ein geringeres Risiko auf, während die Jahrgänge oberhalb mit einem erhöhten Risiko rechnen müssen, langfristig arbeitslos zu bleiben.

5.1.3.4.2 Geschlecht Frauen sind über den gesamten Betrachtungszeitraum in weitaus stärkerem Maße von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer. Wie die nachfolgende Abbildung zeigt, liegt die registrierte Arbeitslosigkeit von Frauen bis zum Beginn des Jahres 1996 deutlich über jener der Männer. Im Dezember 1995 verzeichnete das Landesarbeitsamt 110.016 arbeitslose Frauen und 72.308 arbeitslose Männer. In den darauffolgenden Monaten steigt jedoch die Arbeitslosigkeit der Männer überproportional bis fast auf das Niveau der Frauen an, während sich die Frauenarbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum nur leicht erhöht. Diese Annäherung geht fast ausschließlich auf den Einbruch im Baugewerbe zurück. Allein im Januar wurden aus diesem Wirtschaftsbereich 14.161 Arbeitslosenzugänge registriert.

Aussagen zur geschlechtsspezifischen Entwicklung der Arbeitslosigkeit jenseits saisonaler und konjunktureller Schwankungen ermöglicht ein Vergleich der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenbestände und der Arbeitslosenquoten in Thüringen.

Tab. Im gesamten Betrachtungszeitraum liegt der Anteil der Frauen an den Arbeitslosen insgesamt teilweise weit über 60 %; ihre Arbeitslosenquote ist annähernd doppelt so hoch wie jene der Männer. Andererseits wird zwischen 1994 und 1995 auch eine leichte Abschwächung der nach wie vor extremen Differenzen zwischen den Geschlechtern deutlich. So sinkt nicht nur der Frauenanteil an den Arbeitslosen von 65,9 % auf 63,8 %, darüber hinaus fällt der Rückgang der Arbeitslosenquote bei den Frauen wesentlich deutlicher aus.

Diese Veränderungen können als Indiz dafür interpretiert werden, dass die verstärkte arbeitsmarktpolitische Förderung von Frauen erste Ergebnisse zeigt. 137: Frauenanteile an den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (Quartalsende) Quelle: LAA SAT, Berechnungen des IWSP