Studienwahlverhalten der Studierenden insgesamt auch bei dem der weiblichen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Hiernach ist deutlich, dass sich das Studienwahlverhalten der Studierenden insgesamt auch bei dem der weiblichen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Stärker als bei den männlichen Studierenden ist der Rückgang in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern festzustellen. Ein stärkerer Rückgang ist ebenfalls bei den Ingenieurwissenschaften zu verzeichnen.

Die Tabelle 8 zeigt eine hochschulbezogene Entwicklung der Anteile der weiblichen Studierenden in den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen an den Thüringer Hochschulen.

Die Förderung von Frauen hat an allen Thüringer Hochschulen einen hohen Stellenwert. Sie stellt gemäß § 4 Abs. 3 des Thüringer Hochschulgesetzes eine Aufgabe der Hochschulen dar. Die Hochschulen sind verpflichtet, Programme zur Frauenförderung und Richtlinien zur Erhöhung des Anteils von Frauen an wissenschaftlichem und für Gleichstellungsfragen unterstützt werden (§ 81 Die Technische Universität Ilmenau, die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Bauhaus-Universität Weimar, die Pädagogische Hochschule Erfurt und die Fachhochschulen Erfurt und Jena haben vom Senat verabschiedete Frauenförderprogramme und Richtlinien in Kraft gesetzt. An der Fachhochschule Schmalkalden und der Hochschule für Musik Weimar werden zur Zeit Frauenförderrichtlinien erarbeitet.

Die Frauenförderprogramme und Richtlinien legen im Wege der Selbstbindung Zielvorgaben zur Erhöhung des Frauenanteils an der Gesamtzahl der Studierenden in technischen Studienrichtungen und beim wissenschaftlichen Personalfest. Erhöhung des Anteils weiblicher Studierender in technischen Studiengängen. Daneben sind Festlegungen hinsichtlich der Berücksichtigung von Studentinnen bei der Vergabe von Beschäftigungsmöglichkeiten als wissenschaftliche hinaus umfangreiche Regelungen hinsichtlich des Aufgabenbereichs und der Mitwirkungsrechte der Gleichstellungsbeauftragten und des Beirats für Gleichstellungsfragen, zur Beteiligung von Frauen bei Stellenausschreibungen und Stellenbesetzungsverfahren, der angemessenen Beteiligung von Frauen bei Promotionen und Berufungsverfahren auf Professorenstellen sowie zur Arbeitszeit und Arbeits- bzw. Studienorganisation, zur Fort- und Weiterbildung.

Die Hilfestellung für Studierende mit Kind stellt ebenfalls eine gesetzlich verankerte Aufgabe der Hochschulen dar, welche gleichfalls besondere Würdigung in den Frauenförderplänen der Hochschulen fand. Als Maßnahmen hierbei sind die flexible Gestaltung von Öffnungszeiten der Kindereinrichtungen zur Sicherung der Betreuung von Kindern auch während später Vorlesungs- und Praktikumszeiten, großzügige Beurlaubungsregelungen sowie die bevorzugte Vergabe von Praktikums- und Laborterminen an studentische Eltern zu nennen.

Neben den Frauenförderplänen bestehen an den Hochschulen Thüringens zahlreiche Frauenforschungsprojekte, die in

An allen Hochschulen beginnen im Jahr 1997 weitere Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils am wissenschaftlichen Personal der Hochschulen im Rahmen des Hochschulsonderprogramms III. Sie werden unterstützt durch Bereitstellung von Wiedereinstiegs- und Kontaktstipendien für Frauen, Mitteln für Werkverträge für Frauen sowie die zur Habilitationsförderung für Frauen.

Die Studentenschaften mehrerer Hochschulen haben Referate für Frauenfragen zur Unterstützung der Arbeit der Studentenräteeingerichtet.

Zu 7.: Das Studium betreffend sind besondere soziale Probleme weiblicher Studierender statistisch nicht aufzeigbar.

Es ist unbestritten, dass Probleme aus der Verbindung von Studium und Mutterschaft entstehen. Hier geben die Hochschulen und Studentenwerke umfangreiche Hilfestellungen, die im übrigen auch für studierende Väter zutreffen.

Zeiten des Mutterschafts- und Erziehungsurlaubs werden nicht auf die allgemein mögliche maximale Beurlaubung angerechnet (§ 69 Abs. 4 Die Zeiten der Beurlaubung werden auch bei der Ermittlung der Regelstudienzeit nichtberücksichtigt.

Die Erhebungen der zur sozialen Lage der Studierenden in Thüringen ergaben zum Familienstand weiblicher Studierender, dass 2,9 Prozent verheiratet und 56,7 Prozent ledig sind, jedoch mit einem Partner zusammenleben. 39,5 Prozent sind ohne Partner, ledig. Der Anteil verheirateter weiblicher Studierender ist in Thüringen damit übrigen neuen Bundesländern mit 30,9 Prozent und den alten Bundesländern mit 31,1 Prozent.

In Thüringen haben ledige, außerhalb des Elternhauses wohnende und im Erststudium befindliche Studentinnen im Mittel 94 Deutsche Mark pro Monat geringere Gesamteinnahmen als ihre vergleichbaren männlichen Kommilitonen.

Diesen Mindereinnahmen stehen mit 111 Deutsche Mark niedrigere Gesamtausgaben gegenüber; der größte Anteil dieser Minderausgaben entfällt mit 69 Deutsche Mark auf die Fahrtkosten. Bei der Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) gibt es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Hinsichtlich des Studienverlaufs (Fachrichtungswechsel, Abbruch, Studiendauer) ergeben sich für Studentinnen ohne Kinder keine geschlechtsspezifischen Besonderheiten. Insgesamt sind die sozialen Probleme weiblicher Studierender in Thüringen wie auch in allen anderen Bundesländern davon abhängig, ob für eine Familie, evtl. mit Kind, zu sorgen ist. Weibliche Studierende bringen dann sowohl in der Woche als auch an den Wochenenden mehr Zeit für Haushalt und Kinderbetreuung als männliche Studierende in vergleichbarer familiärer Situation auf.

Zu 8.: Der Anteil der ausländischen Studierenden beträgt bundesweit für die alten Bundesländer ca. acht Prozent der seit dem Jahre 1987 bei ca. vier Prozent. Mit dem generellen Wachsen der Studierendenzahlen ist auch die Zahl der ausländischen Studierenden hat sich damit in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt.

An der Technischen Universität Ilmenau beträgt der Anteil ausländischer Studierender derzeit neun Prozent, an der Hochschule für Musik in Weimar sogar 16 Prozent.

Die Thüringer Fachhochschulen haben dagegen einen Anteil von nur ca. ein Prozent. Eine Ursache ist darin zu sehen, zum Teil in einigen Herkunftsländern nicht anerkannt werden.

Eine geschlechterspezifische Statistik der ausländischen Studierenden ist bislang nicht erstellt worden.