Fachhochschule

Formulierung von Prioritäten bei der Gestaltung der Thüringer Hochschullandschaft

Einer Pressemeldung der Osterländer Volkszeitung zufolge hat sich der Rektor der Fachhochschule Jena in Kenntnis der Bedeutung des strukturpolitischen Aspekts eines Fachhochschulstandorts dennoch für die Priorität des weiteren Ausbaus bestehender Strukturen dieses Sektors ausgesprochen. Mit dem Argument der 40 Prozent bereits jetzt brachliegender Jenaer Ingenieurstudienplätze sowie der Sättigung des Bedarfs der traditionellen Ingenieurausbildung Nischenangebote, so durch ungewöhnliche Fächerkombinationen, zu koppeln.

Die damit verfolgte Absicht ist allzu durchsichtig.

Ich frage die Landesregierung:

1. verbunden sowohl die Standortwahl als auch die Art des Studienangebots nach wie vor im Vordergrund bei den Planungen der Thüringer Hochschullandschaft?

2. Werden diesem Leitsatz vor allem in bezug auf das Einzugsgebiet eines Fachhochschulstandorts mögliche Ausbauwünsche bereits vorhandener Standortenachgeordnet?

3. Wird daher der Tatsache, dass der Ostthüringer Raum der am dichtesten besiedelte Thüringens ist, vor dem weiteren Ausbau des Standorts Jena durch die Gründung einer Fachhochschule in diesem Ballungsgebiet - immerhin mit der zweitgrößten Stadt Thüringens und mit weiteren Städten, welche über traditionelle Bildungsangebote verfügten und wie im Falle der Stadt Altenburg jedem Vergleich mit Hochschulstandorten in Süd- und Westthüringen standhalten können - Rechnung getragen?

4. Sieht die Landesregierung sich in der Pflicht, eine aktualisierte Rahmenkonzeption für die Thüringer Hochschullandschaft zu erarbeiten, die von von 1990 sowie der Haushaltssituation des Freistaats andererseits ausgeht?