In welcher Höhe lag das Sportstättenbauvolumen in den Jahren seit 1990

4. Wie hoch ist das Einnahmevolumen aus Werbung und Sponsoring?

5. Welche Unternehmen im Freistaat sind als dem Sport besonders zugetan zu bezeichnen?

6. In welcher Höhe lag das Sportstättenbauvolumen in den Jahren seit 1990?

7. Welche Entwicklung haben seit 1990 die Besucherzahlen sportlicher Veranstaltungen genommen?

F. Sport und Umwelt

1. Sind der Landesregierung störende Einflüsse des Sports auf die Umwelt bekannt?

2. Wird der Sport in die Erarbeitung von z. B. Schutzzonenordnungen einbezogen?

3. In welcher Form werden Vereine, die über vereinseigene Sportstätten verfügen, in Beitragszahlungen einbezogen?

G. Sport und Gewalt

1. Bei welchen Sportveranstaltungen kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen?

2. Wie unterstützt die Landesregierung insbesondere Fanprojekte?

3. derzeit von einer erhöhten Gewaltbereitschaft gesprochen wird?

H. Sport und Medizin

1. Wie wird insbesondere der Behindertensport gefördert?

2. Wie ist die medizinische Absicherung des Sports

- durch Sportmediziner,

- bei Großveranstaltungen gewährleistet?

3. Wie ist die medizinische Betreuung gesichert

- im Kinder- und Nachwuchssport allgemein,

- im Kinder- und Nachwuchs-Leistungssport,

- in den bzw. über die Fachverbände (speziell in Kampfsportarten)?

Das Thüringer Ministerium für Soziales und Gesundheit hat die Große Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 16. Juli 1997 wie folgt beantwortet:

A. Entwicklung des Landessportbunds

Zu 1.: Nach Auskunft des Landessportbunds (LSB) Thüringen ist die Mitgliederentwicklung in den Landessportverbänden und Sportvereinen generell steigend.

1991 195.993 Gesamtmitglieder im LSB 1997 (30.03.1997) 332.710 Gesamtmitglieder im LSB

Damit sind im genannten Zeitraum 136.717 Mitgliederzugänge zu registrieren. Die einzelnen Mitgliederentwicklungen in Vereinen und Verbänden sind in der Anlage 1 differenziert dargestellt.

Zu 2.: Seit der Gründung des LSB Thüringen am 29. September 1990 sind 48 Sportverbände, 19 Anschlußorganisationen gegründet worden und dem LSB Thüringen beigetreten.

Alle in der Anlage 2 ersichtlichen Fachverbände sind nach 1990 als juristische Person neu gegründet worden.

Zu 3.: Die Mitgliederstatistiken des Landessportbundes Thüringen aufgrund der Bestandserhebung vom 30. März 1997 sind als Anlage 2 beigefügt und geben detailliert Auskunft über die Fachverbände.

Zu 4.: Der Landesregierung liegen keine verbandsbezogenen Informationen vor.

Zur Beantwortung der Frage wird auf Anlage 3 verwiesen, in der die erfragten Anteile in bezug zur Gesamtmitgliederzahl des Landessportbunds dargestellt sind.

Zu 5.: 1990 - 1991 1.627 Vereinsgründungen aus Sportgemeinschaften oder Betriebssportgemeinschaften 1991 - 1997 1.167 Vereinsneugründungen

Zur weiteren Beantwortung der Frage wird auf die Anlagen 4 und 5 verwiesen.

Zu 6.: In ca. 100 Sportarten treiben 332.710 Mitglieder organisierten Vereinssport. Des weiteren wird bei der Beantwortung der Frage auf Anlage 2 verwiesen.

Zu 7.: Folgende Angebotsformen gelten für alle Zielgruppen:

- dauerhafte Vereinsangebote

- zeitlich begrenzte Kursangebote, z. B. gesundheitsorientierte Bewegungsangebote

- Veranstaltungen mit Informations- und Schnupperangeboten

- Übungsleiteraus- und -fortbildungsangebote zentral und dezentral

- offene Bildungsangebote auch für Nichtmitglieder Projekte des Landesausschusses Frauen im Sport/Gesundheitssport: Frauen im Sport: - Unterstützung von Modellveranstaltungen, Frauensporttage Gesundheitssport: - Unterstützung von Vereinsangeboten, Kreissportbund, Landessportverband im Rahmen der Thüringer Gesundheitswoche

- Unterstützung, Neugründung, Angebote Präventive Rückenschule im Verein

- Projekte des Landesausschusses Breiten- und Freizeitsport: Seniorensportbetreuung:

- Koordination der Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen, Wohlfahrtsverbänden und Altenpflegeeinrichtungen

- Durchführung von Kursangeboten, Aktionstagen, Seniorensportfesten thüringenweit

- 1995 1. Landesveranstaltung Aktiv ins Alter in Jena, 1997 2. Landesseniorenspiele am 28. Juni in Eisenach

- Übungsleiter-Ausbildung Sport der Älteren Zielgruppenorientierte Veranstaltungen:

- Wettkämpfe in diversen Sportarten

- Spielfeste (230 pro Jahr in Thüringen)

- Challenge Days

- Volkswandertage Sport für alle - Sport mit Aussiedlern:

- Integration von Aussiedlern durch den Sport in die Gesellschaft durch Veranstaltungen mit den Übergangswohnheimen

- Einbindung in Sportvereine, Ferienfreizeiten, Ferien am Ort, Spiel- und Sportfeste, Turniere in bestimmten Sportarten

Angebote für Behinderte und Gehörlose:

- vorrangig Schwimmen, Leichtathletik, Tischtennis, Sitzball, Bosseln, Formen von Gymnastik, Rollstuhlsportarten Leichtathletik, Tischtennis

- Meisterschaften in den Sportarten

- Landesjugendspiele für Behinderte

- leistungsorientierte Wettkämpfe für geistig Behinderte und mehrfach Behinderte (incl. Lernbehinderte) für Kinder und Jugendliche

- Integration 1998 in Landesjugendspiele der Nichtbehinderten

Zu 8.: Der von vielen Vertretern des bundesdeutschen Sports, aber auch teilweise von der Öffentlichkeit, den Medien u.a. in den Jahren 1990/91 prognostizierte Zusammenbruch des Leistungssports in den neuen Bundesländern im allgemeinen und in Thüringen speziell ist nicht eingetreten.

Mit dem in Abstimmung mit dem Bundesministerium des Innern (BMI) und dem Thüringer Ministerium für Soziales und Gesundheit (TMSG) sehr zeitig vorgenommenen Aufbau neuer Leistungssportstrukturen, wie dem Olympiastützpunkt, den Kombinierten Bundesleistungszentren, dem Stützpunktsystem der Spitzen- und Landesfachverbände, und einer weiterhin hohen Aufgeschlossenheit der Kommunen zu den Belangen des Leistungssports konnten in den Jahren 1992 und 1993 Bedingungen dafür geschaffen werden, dass Leistungssportler der Thüringer Vereine bemerkenswerte Ergebnisse erbrachten. Besonders hervorzuheben sind dabei die erreichten Plazierungen und Leistungen Thüringer Sportler bei den Olympischen Spielen der Jahre 1992 bis 1996. So nahmen an den in diesem Zeitraum stattfindenden vier Olympischen Spielen insgesamt 64 Sportler Thüringer Vereine teil und errangen dabei zehn Gold-, elf Silber- und sieben Bronzemedaillen.

Auch die Entwicklung der Anzahl der Kaderathleten (A-C) am Olympiastützpunkt Thüringen über die Jahre 1992 bis 1997 zeigt, dass in der Gesamtheit der geförderten Spitzensportarten in Thüringen ein Aufwärtstrend zu verzeichnen ist (1992 - 136 Athleten, 1994 - 150 Athleten, 1997 - 157 Athleten).

Bei einer differenzierten Bewertung der Leistungsfähigkeit der einzelnen Sportarten im Hochleistungssport wird aber auch deutlich, dass Sportarten wie Leichtathletik, Radsport, Ringen, Boxen, Schwimmen u. a., die bis 1989 eine hohe Leistungsfähigkeit auch in der Breite besaßen, dieses Niveau jedoch nicht halten konnten.

Eine ebenfalls gute Bilanz haben im Verlauf der letzten Jahre Thüringer Nachwuchssportlerinnen und -sportler bei Junioren-, Welt- und Europameisterschaften der einzelnen Sportarten erreicht. So qualifizierten sich in der Gesamtheit der Sportarten 162 Thüringer Nachwuchssportler in den Jahren 1993 bis 1997 für diese internationalen Höhepunkte und konnten eine Vielzahl von Siegen, Medaillen und Plazierungen erringen. daß neben den hervorragenden Ergebnissen des Spitzensports auch in einzelnen Landessportverbänden eine sehr gute Entwicklung zu verzeichnen ist.

Bezogen auf die im Spitzensport zu registrierenden Niveauunterschiede zwischen den Winter- und Sommersportarten ist festzustellen, dass im Nachwuchsbereich in den Sportarten Leichtathletik, Radsport, Sportschießen, Ringen und mit positiven Ansätzen im Jahr 1996 Schwimmen wieder verbesserte Positionen sichtbar werden.

Bei nationalen Meisterschaften der Sportarten im Jugendbereich konnten ebenfalls bemerkenswerte Ergebnisse erzielt werden. Allein im Wettkampfjahr 1996 wurden durch Thüringer Nachwuchssportler 163 Deutsche Meistertitel errungen, an denen 23 Fachverbände/Disziplinen beteiligt waren. Eine ähnliche Tendenz wird für das Jahr 1997 sichtbar, allein in den Wintersportarten wurden bereits 23 Deutsche Jugendmeistertitel durch Thüringer Nachwuchsathleten erkämpft.

Ein Ergebnis der Gleichstellung der Förderung des Behindertensports mit den anderen Sportarten und Fachverbänden seit dem Zeitpunkt der Gründung des Freistaats Thüringen ist die Entwicklung des Behindertenleistungssports.

Konnte 1992 bei den Paralympischen Wintersportarten noch kein Thüringer Athlet teilnehmen, waren es bei den Paralympics 1992 in den Sommersportarten bereits vier und zu den Paralympics 1996 neun Thüringer Sportler, die eine Qualifikation für diesen Höhepunkt der Behindertensportler erreichten. Seit 1992 wurden durch Thüringer Behindertensportler bei den Paralympics sechs Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen erkämpft.