Fördermittel

Berufsschulordnung vom 10. Dezember 1996 für den Unterricht verbindlich. Der Sportunterricht dient von wichtigen Erziehungszielen. Im Vordergrund stehen hierbei die Entwicklung von Teamgeist, Verantwortungsbewußtsein, Mut zum eigenen Können, von Fähigkeiten zur Konfliktbewältigung (Umgang mit Niederlagen), Aktivitäten u. a. m.

Bei der Überarbeitung des Vorläufigen Lehrplans Sport für die berufsbildenden Schulen wird verstärkt auf die Befähigung zur prophylaktisch wirkenden sportlichen Aktivität, abgestimmt auf die jeweiligen Berufsbelastungen, Wert gelegt. Die Inhalte des Sportunterrichts sollen auf der Basis einer Berufsgruppenanalyse auf drei Berufsgruppen ausgerichtet werden:

- Berufe mit Tätigkeiten im Sitzen,

- Berufe mit Tätigkeiten im Stehen,

- Berufe mit Heben und Tragen von Lasten (schwere körperliche Tätigkeit).

Dieser Spezifik wird in der zentralen und regionalen Fortbildung der Sportlehrer bereits Rechnung getragen.

Es ist in Thüringen nicht vorgesehen, die Rahmenstundentafel für den Sportunterricht an der Berufsschule zu ändern.

Zu 9.: Aus der Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen entstehen wesentliche Impulse für die Gesamtentwicklung des Sports.

Schulen und Sportvereine sind Institutionen, die wesentliche Zeiträume im menschlichen Leben beeinflussen und gestalten. Sowohl die Schule als auch der Verein sollen den Menschen ein breites Spektrum an Möglichkeiten der sportlichen Betätigung vermitteln und dazu beitragen, eine hohe Handlungskompetenz im Sport zu vermitteln.

Aufgabe und Ziel beider Institutionen ist es, den Bedürfnissen nach einer vielseitigen sportlichen Betätigung von Kindern und Jugendlichen nachzukommen. Der Sport hat nicht allein die Funktion der Gesundheitsprophylaxe und Gesundheitserhaltung, sondern fördert insbesondere soziale Verhaltensweisen und trägt wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

Die Bindung von Kindern und Jugendlichen an Sportvereine entspricht der in den Vorläufigen Lehrplänen Sport formulierten Forderung, über die Schulzeit hinaus zu lebenslangem Sporttreiben zu motivieren.

Aus diesem Grund wurde am 16. Januar 1996 eine Vereinbarung zwischen dem Landessportbund Thüringen e.V. und dem Thüringer Kultusministerium über die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein unterzeichnet und damit die bereits im Oktober 1991 begonnene kooperative Zusammenarbeit fortgeführt. Für die Förderung des Projektes im Haushaltsjahr 1996 wurden finanzielle Mittel in Höhe von insgesamt 360.800,00

Deutsche Mark zur Verfügung gestellt.

Im Arbeitskreis Schule-Sportverein, in dem Vertreter des Thüringer Kultusministeriums, des Landessportbunds Thüringen e.V., der Schulsportkoordinatoren, des Thüringer Sportlehrerverbands, der Kreissportbünde sowie der Thüringer Sportjugend zusammenarbeiten, werden regelmäßig Fragen des Projekts Schule-Sportverein diskutiert.

Bei der Neubildung von Kooperationsmaßnahmen, der Koordination des Einsatzes der Fördermittel, bei der Aktualisierung und Fortschreibung der Vereinbarung und der Richtlinie zur Förderung der Kooperationsmaßnahmen ist vor allem in den letzten zwei Jahren eine kontinuierliche Entwicklung in der Zusammenarbeit der o.g. Partner zu verzeichnen.

Zielbereiche der zur Zeit in Thüringen bestehenden Kooperationsbeziehungen Schule-Sportverein verdeutlichen auch deren Spannweite. Modelle mit schwerpunktmäßig vielseitiger sportlicher Grundausbildung stehen gleichrangig neben Kooperationsmaßnahmen zur Talentsichtung und Talentförderung. Die Entscheidungen über die konkrete Umsetzung der Kooperationsprogramme fallen in der Regel am jeweiligen Ort.

Die Inhalte wirken über mehrere Schuljahre. Immer neue Schüler werden in die Kooperationsmaßnahmen einbezogen.

Eine Bestandserhebung des Landessportbunds Thüringen e. V. in seinen Stadt- und Kreissportbünden weist nach, daß besonders in den letzten beiden Jahren ein verstärkter Mitgliederzuwachs von Kindern und Jugendlichen in den Vereinen zu verzeichnen ist.

So treibt heute jedes vierte schulpflichtige Kind Sport in einem Thüringer Sportverein. Dazu hat nicht zuletzt auch das Projekt und damit auch die gute Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Sportvereinen beigetragen.

Zu 10.: Die Kooperationsmaßnahmen Schule-Sportverein sollen auch dazu beitragen, die Sportlehrer und Lehrer mit Übungsleiterlizenz für eine ehrenamtliche Tätigkeit im Verein zu motivieren. Auf der Jahrestagung der Schulsportkoordinatoren in Bad Blankenburg im April dieses Jahres wurde beschlossen, dass die Schulsportkoordinatoren über das bereits in einigen Landkreisen festgestellte ehrenamtliche Engagement von Lehrern in Kreissportbünden und Sportvereinen hinaus in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich verstärkt Sportlehrer zu einer Betätigung als Übungsleiter in den Vereinen motivieren sollen.

Zu 11.: Die schulsportlichen Wettbewerbe, die fest in die Thüringer Schullandschaft integriert sind, unterstützen neben dem Sportunterricht in besonderem Maße die Motivation der Kinder und Jugendlichen, Sport zu treiben. Im Mittelpunkt der Schulsportwettkämpfe in Thüringen steht der Bundeswettbewerb der Schulen Jugend trainiert für Olympia. Dieser leistungsorientierte Mannschaftswettbewerb erfreut sich auch in Thüringen immer größerer Beliebtheit. Das belegen die ständig wachsenden Teilnehmerzahlen in den 13 bis zum Bundesfinale ausgeschriebenen Sportarten.

Haben in Thüringen im Schuljahr 1991/92 1.602 Mannschaften mit 17.056 Schülerinnen und Schülern an den Wettkämpfen teilgenommen, so waren es im Schuljahr 1995/96 bereits 4.316 Mannschaften mit 51.905 Teilnehmern.

Nach Abschluß der Wettkämpfe des Frühjahrs 1997 deutet sich für dieses Jahr eine weitere Steigerung an.

Zusätzlich werden in Thüringen Schulsportwettbewerbe auf Landesebene in traditionellen Sportarten wie Eisschnellauf, Rodeln, Judo, Ringen, Radsport sowie in Aerobic, Rhythmische Sportgymnastik und Crosslauf durchgeführt.

Erstmals haben im Jahre 1994 Landesjugendspiele in Verbindung mit den Landesfinals Jugend trainiert für Olympia in Thüringen stattgefunden. Dabei wurden am ersten Tag die Landesfinals im Bundeswettbewerb der Schulen Jugend trainiert für Olympia unter Verantwortung des Thüringer Kultusministeriums und am zweiten Tag Wettbewerbe der Sportverbände unter Verantwortung des Landessportbunds Thüringen durchgeführt. Da sich diese Kombination bewährt hat, sollen auch in Zukunft alle zwei Jahre die Landesjugendspiele in dieser Form ausgerichtet werden.

Zahlreiche Siege und vordere Plazierungen im Skilanglauf, Schwimmen, Fußball, Gerätturnen, Volleyball und in der Leichtathletik bei den jährlichen Bundesfinals belegen im fairen sportlichen Wettstreit mit den Landessiegern der anderen 15 Bundesländer auch die qualitativ gute sportliche Ausbildung der Thüringer Schülerinnen und Schüler, vor allem in den drei Sportgymnasien in Erfurt, Jena und Oberhof.

Eine weitere breite sportliche Angebotspalette, wie

- die Bundesjugendspiele,

- der Sportabzeichenwettbewerb,

- der Wettbewerb Fitte Schulklasse bzw. Auf die Plätze...,

- der Wettbewerb Bewegungsfreundliche Schule,

- das Projekt 100 Schulen in Bewegung,

- Schulsportfeste und Spielfeste geben den Schülerinnen und Schülern zusätzlich Gelegenheit, sich entsprechend ihren Interessen und Neigungen sportlich zu betätigen.

Zu 12.: Das Thüringer Kultusministerium fördert im Rahmen der zur Verfügung stehenden jährlichen Haushaltsmittel (Förderung des Schulsports) flächendeckend in Thüringen die Schulsportwettbewerbe. Dabei werden die der Schulmannschaften zu Schulsportwettbewerben und für nicht aufteilbare sächliche Verwaltungsausgaben (Kampf- und Schiedsrichtergebühren, Platz- und Hallenmieten, Urkunden, Pokale, Verpflegungszuschuß) eingesetzt.

Gefördert werden im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten auch schulsportliche Wettkämpfe der Internationalen

Schulsportföderation (ISF), Vergleichswettkämpfe mit Schulen aus anderen Bundesländern, Sportfeste des Thüringer Behinderten- und Reha-Sportverbands sowie die in Punkt 11 genannten Projekte.

E. Wirtschaftliche Bedeutung des Sports

Zu 1.: Die Beantwortung dieser Frage erfolgt in zwei Teilen:

a) Wie hoch ist der Umsatz/Jahr der von Thüringer Betrieben hergestellten Sportgüter?

b) Wie hoch ist der Einzelhandelsumsatz/Jahr von Sportgeräten in Thüringen?

Zu a): Die vom Thüringer Landesamt für Statistik veröffentlichten Strukturdaten zum BVG (Bergbau und Verarbeitendem Gewerbe) in Thüringen enthalten für Ende Dezember 1996 die folgenden Zahlenwerte, wobei nur Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten erfaßt sind.

Die Sportgeräteindustrie hat für Thüringen trotz der hohen Exportquote, aber wegen der äußerst geringen Anteile an den Industriebeschäftigten am Umsatz und Auslandsumsatz keine strukturbestimmende Bedeutung. Dabei ist jedoch zu beachten, dass bei der Erfassung der Strukturdaten jeder Betrieb der Branche zugeordnet wird, auf welche der Hauptanteil seiner Produktion entfällt (unabhängig davon, ob auch noch andere Produktgruppen hergestellt werden).

Zudem ist auch zu beachten, dass damit entsprechende Leistungen dieser Art auch anderen Branchen zugerechnet werden, wo sie eventuell artfremd, aber eben nicht leistungsbestimmend sind. Schließlich werden auch nur die Leistungen von Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten erfaßt, nicht aber die entsprechender Kleinstbetriebe (bis 19

Beschäftigte).

Zu b): Angaben über den Einzelhandelsumsatz nach einzelnen Warengruppen (wie für Sportgeräte) werden vom Thüringer Landesamt für Statistik nicht erfaßt. Somit kann dazu auch keine Aussage getroffen werden.

Zu 2.: Wie aus der Tabelle zu Frage E.1 ersichtlich, waren Ende Dezember 1996 (nach der Betriebsmethode) in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten nur 272 Personen beschäftigt, was einem Anteil von 0,3 Prozent aller Industriebeschäftigten entspricht.

Zu 3.: Die entsprechende gesetzliche Grundlage für die Erfassung weiterer Dienstleistungsbereiche befindet sich noch in der zu dieser Frage keine statistischen Aussagen treffen.

Zu 4. und 5.: Entsprechende Informationen liegen der Landesregierung nicht vor.

Zu 6.: Vergleiche Antwort zur Frage B. 3.

Zu 7.: Insgesamt ist aus der Sicht des Landessportbunds ein positiver Trend festzustellen. Abhängig von den Sportarten und dem gebotenen sportlichen Niveau gibt es große Differenzierungen.