Hierbei soll durch zusätzliche Fremdenverkehrseinrichtungen wie z. B. größere Freizeitanlagen Bäder etc

Tourismusförderung Touristische Infrastruktur

Die touristische Infrastruktur in Thüringen wurde in den letzten Jahren kontinuierlich entwikkelt, jedoch bestehen in bestimmten Regionen noch Defizite. Dies liegt vor allem an den teilweise hohen Investitionssummen, die von überwiegend kleinen Kommunen häufig nicht aufgebracht werden können.

Daher wurden seit 1996 verstärkt Investitionen in die touristische Infrastruktur gefördert.

Hierbei soll durch zusätzliche Fremdenverkehrseinrichtungen, wie z. B. größere Freizeitanlagen, Bäder etc., eine zusätzliche Attraktivität der Reisegebiete erreicht werden. Dabei ist es von größter Bedeutung, dass die Ostförderung zum weiteren Ausbau der Infrastruktur nicht zurückgefahren wird.

a) Touristische Großprojekte

Durch die Abteilung Raumordnung und Landesplanung des TMWI wurde eine Raumordnerische Studie zur Einordnung und Bewertung von großflächigen Freizeiteinrichtungen im Freistaat Thüringen in Auftrag gegeben. Diese Studie sollte relevante Trends in Angebot und Nachfrage aufzeigen, Voraussetzung für eine Bewertung möglicher Standorte schaffen, potentielle Eignungsräume ausweisen und somit Hilfen für Grundsatz- und Einzelentscheidungen erbringen.

Entsprechend den Grundaussagen der Studie sind mittelfristig ein größerer Freizeit- und Erlebnispark (über 30 ha) sowie bis zu 8 Erlebnisbäder und 6 Golfplätze vertretbar.

Eignungskriterien für die Anlage von Großprojekten sind u. a. die raumordnerische Passfähigkeit, Nähe zu Ballungszentren, verkehrsgünstige Anbindung, großes Besucherpotenzial im Einzugsbereich, ausreichende Kaufkraft und keine Konkurrenz durch weitere Anbieter.

Acht Standorte wurden vom TMWI für mögliche förderfähige Erlebnisbäder festgelegt; sechs waren bis Ende 1998 bereits fertiggestellt und konnten ihrer Bestimmung übergeben werden (Teistungen, Oberhof, Bad Klosterlausnitz, Tabarz, Zeulenroda und Bad Frankenhausen). Die beiden Erlebnisbäder in Rudolstadt und Hohenfelden befinden sich in der Realisierungsphase.

b) Kur- und Bäderwesen

Das seit 1993 vorliegende Kurortesofortprogramm als Entwicklungs- und Förderstrategie für die Entwicklung der Thüringer Kurorte wurde überarbeitet und dient seither als Grundlage für die weitere Förderung der Infrastrukturmaßnahmen der Kurorte und potentieller Kurorte.

Im Rahmen des Kurortesofortprogramms wurden insgesamt 37 Thüringer Kurorte festgelegt, denen zur Erlangung des angestrebten Prädikats in den kommenden Jahren dazu notwendige Kurinfrastruktureinrichtungen gefördert werden. Zur Realisierung dieses Projektes stellt das Thüringer Ministerium für Wirtschaft und Infrastruktur Mittel im Rahmen der GA-Förderung und verschiedener Landesprogramme zur Verfügung.

Insgesamt liegen 102 Anträge von Orten auf eine staatliche Anerkennung vor. Hiervon sind 93 Orte vorläufig gem. § anerkannt. 24 dieser Orte streben ein höherwertiges Prädikat an. 36 Orte waren bisher noch nicht anerkannt und streben eine Neu- Anerkennung an. Hiervon sind bereits 20 Gemeinden endgültig als Erholungsort und ein Ort als Heilklimatischer Kurort staatlich anerkannt.

Im Jahr 1998 fand nach 1996 und 1997 das 3. Thüringer Kurforum in Bad Salzungen statt.

Gemeinsam mit den Spitzenvertretern des deutschen und insbesondere des Thüringer Kurund Bäderwesens sowie den entsprechenden Ministerien und Institutionen bot es die Gelegenheit, aktuelle Themen, wie u.a. die Realisierung des Kurortesofortprogramms, die Gesundheitsstrukturreform und ihre Auswirkungen sowie neue Trends des Kur- und Bäderwesens, zu diskutieren.

Das TMWI hat seit 1997 einen Maßnahmenkatalog erstellt, der vor allem auf Produktentwicklung (neue Kurformen), gezielteres Marketing, Weiterbildung des Personals und Förderung des Kur- und Bäderwesens abstellte. Im Jahr 1998 fanden fünf Seminare, insbesondere zu Themen wie Reiserecht, Kataloggestaltung und neue Medien, statt. Hierbei wurden über 120 Mitarbeiter, vorwiegend aus Kurverwaltungen und Fremdenverkehrsstellen, geschult.

c) Modellorte

In den ausgewiesenen Modellorten (Arnstadt ­ Städtetourismus; Brotterode - Sport & Fremdenverkehr; Frauenwald, Leutenberg - Umwelt & Fremdenverkehr; Schwarzburg - Kurort; Lengenfeld unterm Stein - Ort im ehemaligen Grenzgebiet; Ziegenrück - Camping & Fremdenverkehr; Renthendorf - Dorftourismus) schreitet die themenbezogene innerörtliche Entwicklung stetig voran. Gute Erfolge sind mittlerweile schon deutlich erkennbar. Insbesondere konnte der Modellort Leutenberg seine themenbezogene Entwicklung nahezu abschließen.

d) Campingwesen

Das Thüringer Campingwesen erweist sich als ein stabiler, nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Beherbergungsgewerbes im Freistaat. 1998 wurden in Thüringen lt. TLS auf den 47 geöffneten Campingplätzen 95 Tsd. Gäste (ohne Dauercamper) mit 296 Tsd. Übernachtungen (+ 2,8 % zu 1997) gezählt.

Die nahezu vollständig modernisierten und damit gut ausgestatteten Thüringer Campingplätze können hinsichtlich des Qualitätsstandards dem nationalen und internationalen Vergleich standhalten.

e) Zusammenfassung

Insgesamt wurden von 1990 an in verschiedenen Förderprogrammen ca. 1,24 Mrd. DM an Fördermitteln für den Fremdenverkehr ausgereicht. Annähernd 1.850 Projekte konnten dadurch gefördert werden (Infrastruktur und Fremdenverkehrsgewerbe). Nach derzeitigen Angaben konnten durch diese Förderpolitik 11.535 Arbeits- und 1.497 Ausbildungsplätze allein im Thüringer Fremdenverkehrsgewerbe gesichert bzw. neu geschaffen werden.