Wohlfahrt

Mit zusätzlichen Fördermitteln seitens des Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, des Kultusministeriums und des Landesverwaltungsamtes konnte die präventive Ernährungsaufklärung in Schulen und Kindergärten weiter intensiviert werden.

Mittels zusätzlicher kommunaler Finanzierung betreuten die zwei Schuldnerberatungsstellen der Verbraucherzentrale in Nordhausen und Rudolstadt, im Zusammenwirken mit Sozialämtern und Wohlfahrtsorganisationen, regelmäßig 276 Schuldnerhaushalte. Die Höhe der 1998 betreuten Schuldensumme beläuft sich auf DM 6.055.594 und lag um DM 1.212.690 höher als im Jahr zuvor.

Die bisherige Bilanz der VZT widerspiegelt zugleich deren weiter gewachsene Sachkompetenz und den gesellschaftlichen Stellenwert bei Bürgern, Medien und der Politik im Freistaat Thüringen.

In Kooperation mit Bildungsträgern, Organisationen und Schulen erreichte die Verbraucherzentrale im Rahmen von 490 Vorträgen über 7.500 Teilnehmer. Mit darüber hinaus 174 Aktionen und Ausstellungen, 233 Verbraucherinformationen für die Medien sowie 149 Funkund Fernsehbeiträgen erfüllte die VZT ihre satzungsgemäßen, verbraucherpolitischen Aufgaben und schärfte damit zugleich bei Medien und Bürgern das Problembewusstsein für verbraucherrechtliche Sachverhalte und stärkte deren Rechtsbewusstsein.

Einen besonderen Stellenwert - im Rahmen der präventiven Verbraucheraufklärung - nahmen 1998 die mit direkter Förderung des Thüringer Wirtschaftsministerium in das Internet gestellten Verbraucherinformationen sowie die wöchentlichen Online-Beiträge für den mdr ein.

Zur Finanzierung der verbraucherpolitischen Arbeit wurden der VZT 1998 wiederum zum überwiegenden Teil Landesmittel ­ in Form der institutionellen Förderung ­ gewährt. Um der Verbraucherzentrale Thüringen e.V. auch 1999 die Erfüllung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben zu ermöglichen, hat der Zuwendungsgeber (TMWI) die weiter gekürzten und im Jahr 2000 auslaufenden Bundeszuwendungen durch Aufstockung der Landesmittel kompensiert und damit erreicht, dass die VZT ihre Beratungstätigkeit auch weiterhin unvermindert wahrnehmen kann.

3. Entwicklung des Mess- und Eichwesens

Das Tätigkeitsfeld des Landesamtes für Mess- und Eichwesen Thüringen (LMET) wurde 1998 insbesondere auf dem Gebiet der medizinischen Messgeräte entscheidend von der europäischen Entwicklung geprägt und weiter in Richtung einer überwachenden und wirtschaftsfördernden Behörde entwickelt.

Nach Wegfall der Fieberthermometereichung, dem klassischen Schwerpunkt Ilmenauer Eichtätigkeit, werden nunmehr im gesetzlich geregelten Bereich nur noch etwa 5 % der Messgerätearten amtlich erstgeeicht. Mehrere Millionen Messgeräte werden indessen von Herstellern und privaten Stellen beglaubigt oder nach EU-Recht konformitätsbewertet. Wenn die Zahl der geprüften Messgeräte im Vergleich zum Vorjahr wieder um 14% angestiegen ist, so ist dies sowohl Ausdruck des wirtschaftlichen Aufschwungs in Thüringen, als auch der konsequenten Ordnungspolitik des LMET.

Über 10.000 Kunden aus Thüringen und anderen Bundesländern, aber auch aus dem Ausland haben die Leistungen des LMET in Anspruch genommen. Mehr als 150.000 Messgeräte wurden geprüft, wobei die Rückweisungs- und Reklamationsquote bei 1,4 % lag. Damit wurden zwei Ziele erreicht: Erstens ist das LMET zu einem wichtigen wirtschaftsfördernden Faktor im Freistaat geworden, und zweitens wurde ein hohes Niveau bezüglich richtiger Messungen und Prüfungen geschaffen.

Erweiterung und Modernisierung der Einrichtungen 1998 wurden die Mess- und Prüfmöglichkeiten im LMET durch Neuanschaffung bzw. Modernisierung von Mess- und Prüfeinrichtungen schwerpunktmäßig erweitert oder in ihrer Effizienz verbessert.

Insgesamt wurden dafür Investitionsmittel in Höhe von 614.000 DM ausgegeben.

Als Beispiele seien hier genannt: Aufbau und Erweiterung von Messplätzen zur Eichung von Lasergeschwindigkeitsmessgeräten unterschiedlicher Bauarten. Neuanschaffung eines Klimaprüfschrankes zur Prüfung des Einflusses von Temperatur und Feuchte auf medizinische Messgeräte.

Zur Verbesserung der Effektivität der verwaltungs- und prüftechnischen Tätigkeiten wurde 1998 der Ausbau leistungsfähiger EDV-Systeme mit moderner Hard- und Software in den Dienststellen des LMET erfolgreich weitergeführt.

Qualitätsmanagement

Die Aktivitäten auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements konzentrierten sich 1998 vorrangig auf die akkreditierten Bereiche, wie die Benannte Stelle der EU mit ÷ der Zertifizierungsstelle für Qualitätsmanagementsysteme bei Herstellern von Medizinprodukten ÷ der Zertifizierungsstelle für Medizinprodukte und ÷ dem Prüflaboratorium für medizinische Messgeräte das DKD-Kalibrierlaboratorium (DKD-K-09801). 1998 war ein Jahr in dem sich das LMET in diesen Bereichen zahlreichen Audits und Begutachtungen stellen musste, u.a. durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und die Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Medizinprodukten (ZLG). Die technische und personelle Kompetenz wurde in allen Fällen erfolgreich bestätigt.

Förderung der Wirtschaft

Auf der Grundlage des vorhandenen messtechnischen Potentials und der umfassenden Fachkompetenz unterstützt das LMET die Thüringer Wirtschaft. Von besonderer Bedeutung insbesondere in Hinblick auf die europäische Entwicklung ist dabei das breite Angebotsspektrum der akkreditierten Bereiche.

Das vom Deutschen Kalibrierdienst (DKD) akkreditierte Kalibrierlaboratorium im LMET kann Messungen höchster Genauigkeit ausführen und ist befugt, DKD - Kalibrierzertifikate für elektrische Messgrößen sowie die Messgrößen Dichte, Gehalt, Volumen und Temperatur auszustellen.

Im Rahmen der Tätigkeit der Benannten Stelle im LMET erfolgt im Prüflaboratorium für medizinische Messgeräte die Prüfung aktiver und nichtaktiver medizinischer Messgeräte nach neuem europäischen Recht (Richtlinie 93/42/EWG, Medizinproduktegesetz) auf der Grundlage europäischer Normen und Vorschriften.