Zum Jahresende hat sich die Situation weiter verbessert

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Thüringen

Im Ausbildungsjahr 1997/98 (Stichtag 30. 09. 1998 ­ Erhebung des Bundesinstitutes für Berufsbildung) wurden bei den zuständigen Stellen nach dem Berufsbildungsgesetz (Kammern) im Freistaat Thüringen insgesamt 21.402 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge registriert.

Bisher höchste Zahl abgeschlossener Neuverträge in Thüringen

Die im Jahr 1995 eingetretene Verringerung eingetragener neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr hat sich in den letzten beiden Ausbildungsjahren nicht fortgesetzt. Mit einem Zuwachs um 862 Neuverträge (+ 4,2 %) zum Vorjahr wurde im Berichtsjahr der bisher höchste Stand an Neuverträgen erreicht. Diese positive Entwicklung war insbesondere auf die hohe Anzahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge in Unternehmen aus Industrie und Handel, in der Landwirtschaft und im Ausbildungsbereich Hauswirtschaft zurückzuführen.

Zum Jahresende hat sich die Situation weiter verbessert. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik wurden bis zum 31. 12. 1998 in Thüringen 21.713 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, 311 mehr als am 30. September 1998 und 119 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres registriert wurden.

Von den insgesamt ausgewiesenen Neuverträgen wurden in den Ausbildungsbereichen Industrie und Handel sowie Handwerk insgesamt 19.042 neue Verträge abgeschlossen; 920 (+ 5,1 %) mehr als im Vorjahr. Obwohl im Handwerk, infolge der nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Lage, vor allem im Baugewerbe, die bereits 1996 begonnene rückläufige Entwicklung bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Berichtsjahr nicht aufgehalten werden konnte, entfielen auf Grund der hohen Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und des

Entgegen der freiwilligen Meldung des Ausbildungsstellenangebotes der Betriebe an die Arbeitsämter sind die Unternehmen und öffentlichen Arbeitgeber nach dem Berufsbildungsgesetz verpflichtet, alle abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den Kammern zur Eintragung vorzulegen. Die Unsicherheit der unvollständigen Erfassung wie dies bei einer freiwilligen Information möglich ist, besteht in diesem Fall nicht.

Engagements in den Firmenausbildungsverbünden in Industrie und Handel (Zuwachsrate im Vorjahresvergleich +12,8 %) fast 90 % der insgesamt abgeschlossenen Neuverträge auf diese Ausbildungsbereiche. Damit wurde im Berichtsjahr auch das bisher höchste anteilige Ergebnis realisiert (1992: 80,7 %; 1994: 87,9 %; Vorjahr 88,2 %).

Nur 11,0 % der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge (Vorjahr 11,8 %) wurden in den übrigen Bereichen Öffentlicher Dienst (Berufe nach dem Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung; anteilig 2,1 %), Landwirtschaft (anteilig 3,4 %), Freie Berufe (anteilig 4,1 %) und Hauswirtschaft (anteilig 1,4 %) registriert. Damit wurde der bisher niedrigste Anteil der kleineren Ausbildungsbereiche an den insgesamt abgeschlossenen Neuverträgen ausgewiesen.

Der Rückgang an Neuverträgen zum Vorjahr im Ausbildungsbereich der Freien Berufe und insbesondere im Öffentlichen Dienst konnte hierbei durch die höhere Anzahl an Neuverträgen in der Land- und Hauswirtschaft nicht ausgeglichen werden.

Bild 4. Der Bedarf an betrieblicher Weiterbildung hat im vergangenen Jahrzehnt stark zugenommen. Ursachen hierfür sind u.a. die Beschleunigung der technischen Innovationen in Betrieben, anhaltende Umstrukturierung und Rationalisierungsmaßnahmen, der Ausbau der weltweiten Kommunikation und die Internationalisierung des Wettbewerbs. Diese und andere Faktoren halten andauernd Veränderungsprozesse in Gang, an die sich Fach- und Führungskräfte ständig neu anpassen müssen und die sie mitzugestalten haben.

Um den zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein, sind die Betriebe auf qualifizierte und leistungsbereite Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angewiesen. Im Verlaufe eines Berufslebens sind heute die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten den sich ändernden Gegebenheiten lebenslang anzupassen.

Die berufliche Weiterbildung lässt sich u.a. durch Anbieterpluralismus, marktwirtschaftliche Organisation und eine subsidiäre Rolle des Staates charakterisieren. Weiterbildungsdatenbanken der Arbeitsämter und der Kammern tragen dazu bei, etwas Transparenz in die Vielfalt der Angebote zu bringen. Die Aufwendungen für die berufliche Weiterbildung werden hierbei im Wesentlichen von der privaten Wirtschaft, der öffentlichen Hand, der Bundesanstalt für Arbeit sowie den Weiterbildungsteilnehmern erbracht.

Berufliche Weiterbildung durch die Unternehmen und Kammern

Nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung können die Kammern Ziele, Inhalte und Voraussetzungen von Fortbildungsprüfungen in ihrem regionalen Zuständigkeitsbereich nach § 46 Abs. 1 bzw. § 42 Abs. 1 regeln. Die Bundesregierung kann nach § 46 Abs.