Investition

Aus regionaler Sicht ist die Entwicklung der GA-Förderung in 1998, wie auch schon in den Vorjahren, differenziert verlaufen (Tabelle 2.1.5/5). Durchschnittlich konnten im Zeitraum 1990 bis 1998 insgesamt gewerbliche Investitionen von fast 16.000 DM pro Einwohner Thüringens gefördert werden. Das Hauptgewicht der GA-Förderung bezogen auf den Bevölkerungsanteil erstreckte sich mit Abstand auf Südthüringen. Dieses Ergebnis wird allerdings durch das überproportionale Ergebnis der Stadt Eisenach stark beeinflusst.

Mit Ausnahme des Kreises Schmalkalden-Meiningen wurden für alle Südthüringer Kreise überdurchschnittliche Gesamtinvestitionen pro Einwohner des jeweiligen Kreises ermittelt.

In den Regionen Mitte und Nord weisen bis auf jeweils einen Kreis alle anderen Kreise unterdurchschnittliche Werte aus.

In der Ostregion erreichten die autobahnnahen Kreise, vor allem der Saale-Orla-Kreis, sehr hohe Gesamtinvestitionen pro Einwohner. In dieser Region ist jedoch der Abstand zwischen den einzelnen Kreisen am höchsten. Die Stadt Gera steht hinsichtlich der Gesamtinvestitionen je Einwohner mit großem Abstand an letzter Stelle, nicht nur in der Ostregion, sondern auch in Gesamtthüringen.

Aus verschiedenen Gründen ist eine Vergleichbarkeit der Daten nur sehr eingeschränkt möglich. An dieser Stelle sei nur darauf hingewiesen, dass ein Großteil der geförderten Vorhaben externe Effekte aufweist, da die Bedingung der Überregionalität erfüllt werden muss, die im Rahmen der GA-Statistik nicht erfasst werden kann. Daneben werden Investitionsentscheidungen von Unternehmen nicht nur in Abhängigkeit von den Förderkonditionen, sondern auf Basis einer Vielzahl von Standortfaktoren, wie z. B. Verkehrsanbindung, Lohnkosten, Energie-, Wasser- und Abfallpreise, Kundennähe, qualifiziertes Mitarbeiterpotential sowie Kulturund Freizeitwert getroffen.

Ob und in welcher Weise die ab 1997 wirksam gewordene regionale Differenzierung der einzelbetrieblichen Fördersätze nach A- und B-Fördergebieten bereits zu signifikanten Auswirkungen geführt hat, kann anhand der kurzen Zeitreihen noch nicht zweifelsfrei analysiert werden. Ein erster Vergleich der Anteile der geförderten Projekte der B-Fördergebiete an Gesamtthüringen hinsichtlich der Zahl der Förderfälle, der Gesamtinvestitionen und des gewährten Zuschusses lässt nicht den Schluss zu, dass es erhebliche Verschiebungen gegeben hat.