Futtermittelkontrolle

Die EU-Kommission hat zuletzt den Einsatz der Antibiotika Spiramycin, Tylosin, Virginiamycin, Zinkbacitrazin, Carbadox und Olaquindox für die Beimischung zu Futtermitteln verboten. Den Bundesländern obliegt die Pflicht, die Einhaltung dieses Verbotes zu kontrollieren.

Vorbemerkung des Ministers für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten:

Mit der Ersten Verordnung zur Änderung futtermittelrechtlicher Verordnungen vom 25. Juli 1999 (BGBl. I S. 1466) wurden aufgrund verschiedener Verordnungen der Europäischen Gemeinschaft die Leistungsförderer Zinkbacitracin, Spiramycin, Virginiamycin und Tylosinphosphat aus Gründen des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes in strikter Anwendung des so genannten humanmedizinischen Vorbehaltes und die antimikrobiell wirksamen Leistungsförderer Carbadox und Olaquindox aus Gründen des vorbeugenden Arbeitschutzes verboten.

Die für die amtliche Futtermittelüberwachung in Hessen zuständige Behörde, das Regierungspäsidium Gießen, ehemals Hessisches Landesamt für Regionalentwicklung und Landwirtschaft, hat bei den als Hersteller, Inverkehrbringer und Drittlandshandelsbetrieb bekannten Firmen Buchprüfungen und Lagerinspektionen vorgenommen, um zu überprüfen, ob das Verbot in Hessen eingehalten wird.

Die buchmäßigen Überprüfungen ergaben keinen Hinweis, dass die vorgenannten Zusatzstoffe eingesetzt bzw. vertrieben werden. Die Lagerinspektionen verliefen ebenfalls negativ.

Darüber hinaus werden seit dem Verbot der oben genannten Zusatzstoffe im Rahmen der amtlichen Futtermittelüberwachung auch außerhessische Futtermittel in unregelmäßigen Abständen überprüft; bislang wurden keine Verstöße festgestellt.

Diese Vorbemerkungen vorangestellt, beantworte ich die Kleine Anfrage wie folgt:

Frage 1. Wie viele Futtermittelproben wurden im Jahr 2000 insgesamt vorgenommen?

Es wurden 1.029 Futtermittelproben im Jahr 2000 gezogen und analysiert.

Frage 2. Wie viele Futtermittel wurden speziell auf Rückstände von gesetzlich verbotenen antibiotikahaltigen Zusatzstoffen untersucht?

Im Jahre 2000 wurden 44 Futtermittelproben auf antibiotikahaltige Zusatzstoffe untersucht, davon eine auf unzulässige antibiotikahaltige Zusatzstoffe geprüft.

Frage 3. Wurden dabei Rückstände von antibiotikahaltigen Zusatzstoffen gefunden?

Es wurden keine Rückstände von verbotenen antibiotikahaltigen Substanzen in den Futtermitteln gefunden.

Frage 4. Wenn ja, bei wie vielen Proben?

Hierzu verweise ich auf die Antwort zu Frage 3.

Frage 5. Ist die Landesregierung der Meinung, dass sie in ausreichender Menge Futtermittel auf Rückstände von antibiotikahaltigen Zusatzstoffen beprobt hat?

Nach Auffassung der Landesregierung müssen Futtermittelproben standardmäßig dem nationalen Kontrollprogramm entsprechend sowie situationsbedingt und nach landesspezifischen Gegebenheiten gezogen werden. Ziel des nationalen Kontrollprogrammes ist es, die Überwachungsschwerpunkte hinsichtlich der Probenahmen, Analysen und sonstige Kontrollen mit statistischen Methoden abzusichern und dabei dem Grundsatz einer ziel- und risikoorientierten Überwachung Rechnung zu tragen. Dies wird in Hessen gewährleistet.

Frage 6. Welche Konsequenzen gedenkt die Landesregierung daraus zu ziehen?

Hierzu verweise ich auf die Antwort zu Frage 5.