Infrastruktur Orlabahn

Die Kleine Anfrage 750 vom 1. September 1997 hat folgenden Wortlaut: der 1. Thüringer Landesgartenschau im Jahre 2000 in Pößneck einbezogen werden.

Derzeit ist kaum noch eine Zugbelegung vorhanden; damit weichen die Kunden auf die Straße aus.

Eine Nutzung der Bahnlinie im Bereich Güterverkehr ist ebenfalls nicht in Sicht.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie sieht die Landesregierung die Absicherung der Bahnlinie bis zum Jahre 2000 und darüber hinaus, und welche Maßnahmen sind gegebenenfalls zu ergreifen?

2. Wie kann eine höhere Belegung der Strecke und durch wen erreicht werden?

3. Welche Investitionen am Gleiskörper bzw. an Nebenanlagen sind dringlichst erforderlich, und wie sind diese finanziell abgesichert?

4. Kommt - und wenn ja, unter welchen Umständen/Bedingungen - ein privater Anbieter in Betracht, bzw. gibt es eine längerfristige Bindung mit der Deutschen Bahn AG?

5. Welche Maßnahmen haben Kommunen und Träger des öffentlichen Personennahverkehrs zu ergreifen?

6. Wie sind die Nahverkehrsservicegesellschaft und das Landesverwaltungsamt eingebunden?

Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft und Infrastruktur hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 16. Oktober 1997 wie folgt beantwortet:

Zu 1.: Die Strecke wird unter der Voraussetzung der Einstellung des schienenparallelen Busbetriebs in das Schienenpersonennahverkehrs (SPNV)-Zielnetz 2010 eingeordnet.

Vorgesehen ist:

· Sanierung der Strecke,

· Verbesserung der Attraktivität der Bahnhöfe und Haltepunkte,

· Verdichtung und Vertaktung der Angebote (Montag bis Freitag im Ein-Stunden-Takt, Samstag, Sonntag und Feiertag im Zwei-Stunden-Takt),

· Gewährleistung schneller Anschlußverbindungen Richtung Jena und Rudolstadt in Orlamünde,

· Neuorganisation des städtischen Busverkehrs in Pößneck durch Einbeziehung des Bahnhofs Pößneck - Unterer Bahnhof.

Zu 2.: Die durchschnittlichen Belegungszahlen von derzeit ca. 100 Reisenden pro Werktag (Montag bis Freitag) können durch die Realisierung der unter Antwort auf Frage 1 aufgeführten Maßnahmen erhöht werden.

Zu 3.: Bezüglich der Investitionen am Gleiskörper wird festgestellt, dass die Gleisanlagen der gesamten Strecke grundlegend instandgesetztwerdenmüssen. nach Vorliegen einer Wirtschaftlichkeitsberechnung, die durch die Deutsche Bahn AG (DB AG) zu erfolgen hat, bereitgestellt. Die Instandsetzung der Nebenanlagen obliegt ebenfalls dem Eigentümer.

Zu 4.: Ein privater Anbieter von Eisenbahnverkehrsleistungen kommt auf Grund der Lage der Strecke und der bestehenden infrastrukturellen Probleme (Streckenzustand) nicht in Betracht. Vom Land wird daher eine langfristige Bindung mit der DB AG angestrebt.

Zu 5.: Die Aufgabenträger des Straßenpersonennahverkehrs Saale-Orla-Kreis sowie der Saale-Holzland-Kreis, haben den in der Region neu zu ordnen, damit er seiner Zubringerfunktion zum SPNV gerecht wird und kein paralleles Busangebot besteht.

Die Stadt Pößneck ist aufgefordert, den Bahnhof Pößneck - Unterer Bahnhof an das Stadtbussystem anzuschließen und sich an der Revitalisierung der Bahnhofsanlagen und Beseitigung schienengleicher Wegübergänge zu beteiligen.

Zu 6.: gebildet, die die Neuorganisation des regionalen fachlich und genehmigungsrechtlich begleiten wird. Die NVS Thüringen erarbeitet mit der DB AG das neue Leistungsangebot für die Eisenbahnstrecke Orlamünde­ Pößneck und wirkt bei der Planung und Umsetzung der erforderlichen infrastrukturellen Verbesserungen mit.