Entwicklung der Hauptgruppen und Wirtschaftszweige

Entwicklung der Hauptgruppen:

Bei den vier Hauptgruppen des BVG zeigt sich hinsichtlich der einzelnen Indikatoren der wirtschaftlichen Entwicklung ein sehr differenziertes Bild.

Die beiden Hauptgruppen mit dem stärksten Wachstum des Umsatzes, die Verbrauchsgüterproduzenten (1996 gegenüber 1995 mit + 12,9%) und die Investitionsgüterproduzenten (mit + 10,0% Zuwachs), konnten im Vergleich zum Vorjahr auch ihre Umsatzanteile erhöhen (Verbrauchsgüterproduzenten + 0,9%; Investitionsgüterproduzenten + 0,4%). Demgegenüber sank der Umsatzanteil der nach wie vor dominierenden Hauptgruppe Vorleistungsgüterproduzenten um 1,2%. Sie wies mit nur 5,0% Umsatzzuwachs gleichzeitig das geringste Wachstum auf.

Auch die Verbrauchsgüterproduzenten lagen mit 7,8% Zuwachs unter dem Durchschnitt des Umsatzwachstums im BVG und konnten ihren Anteil am Gesamtumsatz 1996 mit 7,7% nahezu konstant halten.

Beim Auslandsumsatz erzielten die Investitionsgüterproduzenten mit einem Zuwachs von 24,8% im Vergleich zum Durchschnitt des BVG von 15,4% als einzige Hauptgruppe ein überdurchschnittliches Wachstum. Damit konnten sie 1996 ihren Anteil am Auslandsumsatz auf 43,8% ausbauen.

Alle anderen drei Hauptgruppen mußten trotz mehr oder weniger starken Wachstums ihres Auslandsumsatzes dagegen zum Vorjahr Anteilsverluste hinnehmen. Am stärksten war dieser Rückgang bei den Vorleistungsgüterproduzenten ausgeprägt. Hier ging der Anteil am Auslandsumsatz auf 34,1% zurück. Sie sind damit immer noch die zweitwichtigste Hauptgruppe beim Auslandsumsatz.

Durch einen beachtlichen Zuwachs von 14,9% konnten die Gebrauchsgüterproduzenten 1996 ihren Anteil am Auslandsumsatz nahezu behaupten, während die Verbrauchsgüterproduzenten einen Rückgang von 0,6%-Punkten hinnehmen mußten, obwohl das Wachstum des Auslandsumsatzes 8,5% betrug.

Der mit - 2,9% als moderat einzuschätzende Rückgang der Beschäftigten im BVG im Jahre 1996 zu 1995 konzentrierte sich vor allem auf die beiden Hauptgruppen Gebrauchsgüterproduzenten mit - 14,0% und Investitionsgüterproduzenten mit - 4,3%, die jeweils überdurchschnittlich betroffen waren. Damit war jeweils ein Rückgang der Beschäftigtenanteile verbunden. Demzufolge sind jetzt 8,5% der Beschäftigten des BVG in der Gebrauchsgüterindustrie sowie 26,6% in der Investitionsgüterindustrie tätig.

Dagegen konnten die Vorleistungsgüterproduzenten bei nur 0,6% Beschäftigtenrückgang in 1996 zu 1995 ihren Anteil auf 43,2% erhöhen. Auch die Verbrauchsgüterproduzenten konnten trotz eines Beschäftigtenrückgangs von 0,9% dennoch ihren Anteil an den Beschäftigten des BVG auf 21,7% vergrößern.

Höhere Anteile bei den Beschäftigten als beim Umsatz weisen im Jahre 1996 die Vorleistungsgüter- und die Gebrauchsgüterproduzenten aus. Demgegenüber ist der Umsatzanteil bei den Investitionsgüterproduzenten ebenso wie bei den Verbrauchsgüterproduzenten höher als der Beschäftigtenanteil.

Diese unterschiedlichen Konstellationen finden ihren Niederschlag in den Ergebnissen der Produktivität (Umsatz pro Beschäftigten) der einzelnen Hauptgruppen. So weisen nur die Investitions- und die Verbrauchsgüterproduzenten eine überdurchschnittliche Produktivität auf.

Jedoch verzeichneten die Gebrauchsgüterproduzenten die größten Fortschritte beim Produktivitätszuwachs im Vergleich zu 1995.

Die Auftragseingänge insgesamt entwickelten sich sowohl bei den Gebrauchsgüter- und Investitionsgüterproduzenten mit 14,5% bzw. 8,3% Zuwachs überdurchschnittlich und liegen ebenso wie bei den Vorleistungsgüterproduzenten (4,5% Zuwachs) weit über dem Niveau von 1991.

Lediglich bei den Verbrauchsgüterproduzenten ist ein weiterer Rückgang zu verzeichnen (- 8,6%), womit in dieser Hauptgruppe das Niveau von 1991 nun um mehr als 10% geringer ist.

Beim Auftragseingang Ausland war das Niveau 1996 bei den Investitionsgüter- und Gebrauchsgüterproduzenten am höchsten. Den stärksten Zuwachs erreichten auch hier die Gebrauchsgüterproduzenten mit + 67,4%. Obwohl die Verbrauchsgüterproduzenten 1996 mit + 10,0% den zweitstärksten Zuwachs auswiesen, liegt das Niveau der Auftragseingänge noch ca. 25% unter dem des Jahres 1991. Am geringsten war der Zuwachs bei den Vorleistungsgüterproduzenten.

Die größte Zahl der Betriebe entfällt auch 1996 mit Abstand auf die Vorleistungsgüterproduzenten, deren Anteil 46,2% beträgt. Hier trat gegenüber 1995 mit 3,0% der größte Zuwachs auf.

Einen Zuwachs konnten ferner die Verbrauchsgüterproduzenten verzeichnen. Demgegenüber ging die Anzahl der Betriebe bei den Investitionsgüterproduzenten um 3,0% zurück, bei den Verbrauchsgüterproduzenten sogar um 7,3%.