Vermittlungsstand Ausbildung

Auch im Jahr 1997 konnten nicht alle ausbildungswilligen Jugendlichen in Thüringen in eine Berufsausbildung vermittelt werden.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie viele Jugendliche haben insgesamt in Thüringen bis zum 31. Dezember 1997 gesucht?

2. Wie viele ausbildungswillige Jugendliche in Thüringen waren am 31. Dezember 1997 noch ohne Ausbildungsplatz?

3. Wie viele Jugendliche wurden bis zum 31. Dezember 1997 in Thüringen in eine betriebliche Ausbildung bzw. in eine überbetriebliche Ausbildung in Ausbildungsverbünden vermittelt?

4. Wie viele Jugendliche wurden bis zum 31. Dezember 1997 in Thüringen in eine außerbetriebliche, eine vollzeitschulische oder in weitere Ausbildungsmaßnahmen vermittelt (bitte nach Maßnahme gesondert aufschlüsseln)?

Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft und Infrastruktur hat die namens der Landesregierung mit Schreiben vom 26. Februar 1998 (Eingang: 10. März 1998) wie folgt beantwortet:

Zu 1.: Die Beurteilung der Ausbildungssituation während bzw. zum Abschluß des Berufsberatungsjahrs erfolgt in Thüringen auf der Grundlage der Berufsberatungsstatistik der Bundesanstalt die bundesweit und bundeseinheitlich von den monatlich geführt wird. Dies ist eine kumulierte Statistik, in der alle im Laufe des Berufsberatungsjahrs eingehenden Meldungen erfaßt werden. Sie beginnt jeweils am 1. Oktober.Abschlußtermin dieser Berufsberatungsstatistik ist jeweils der 30. September.

Neben der Berufsberatungsstatistik wird die Zahl der eingetragenen Neuverträge (Stand 30. September) vom Bundesinstitut für Berufsbildung bei den zuständigen Stellen nach dem Berufsbildungsgesetz erhoben, aber nicht die Bewerberzahl.

Zum 31. Dezember erfaßt das Statistische Landesamt den Bestand an Ausbildungsverträgen, der bei den zuständigen Stellen nach dem Berufsbildungsgesetz eingetragen ist, differenziert nach verschiedenen Kriterien.

25. März 1998

10.03. Bezüglich der Frage kann deshalb lediglich auf die zum 30. September 1997 bei den Arbeitsämtern in Thüringen gemeldete Zahl an Bewerbern zurückgegriffen werden. Das waren 37.151 (Vorjahr 34.048).

Zu 2.: Es wird auf die Erläuterung der Statistik zu Frage 1 verwiesen.Allerdings gibt es bezogen auf der unvermittelten Bewerber am 30. September die Besonderheit, dass der Verbleib dieser Jugendlichen bis zum 31. Dezember in den beiden vorangegangenen Jahren ausnahmsweise nachvollzogen wurde.

Am 30. September 1997 waren noch 1.396 Bewerber (Vorjahr 1.315) als unvermittelt bei den registriert. Bis zum Ende des Jahres hat sich diese Zahl auf 432 (Vorjahr 451) reduziert.

Zu 3.: Zunächst wird erneut auf die Ausführungen zur Statistik (siehe Frage 1) verwiesen.

Nach der Berufsberatungsstatistik des Landesarbeitsamts Sachsen-Anhalt/Thüringen mündeten im Laufe des Ausbildungsjahrs 1996/1997 bis zum Abschluß (30. September 1997) 24.591 Jugendliche in die duale Berufsausbildung ein, darunter 19.991(53,8 Prozent) in eine betriebliche Ausbildungsstelle. Für die übrigen 4.600 Jugendlichen, die in eine duale Berufsausbildung vermittelt wurden, in überbetrieblichen Einrichtungen gemäß § 40 c Abs. 2 des Arbeitsförderungsgesetzes - ab 1. Januar 1998 gilt hier § 241 Abs. 2 des Dritten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB III) - (rd. 1.700) sowie im Rahmen des gemeinsamen Bund-Länder-Programms Zukunftsinitiative Lehrstellen 1996/1997 (rd. 300 aus dem Programm 1996 und rund 1.600 aus dem Programm 1997) und des Ergänzungsprogramms des Landes zur wirtschaftsnahen Variante des vorgenannten Sonderprogramms (rd. 1.000) bei Ausbildungsverbünden und sonstigen wirtschaftsnahen Trägern bereitgestellt.

Die Ausbildungsplätze in den berufsqualifizierenden Fachschulen (rd. 1.300) mit der Möglichkeit, die Abschlußprüfung in den anerkannten Ausbildungsberufen bei den zuständigen Stellen nach dem Berufsbildungsgesetz abzulegen, sind in den vorgenannten Zahlen nicht enthalten. Dies sind keine dualen, sondern schulische Ausbildungsplätze, die aber als Alternative mit berufsqualifizierendem Abschluß dem Gesamtangebot hinzugerechnet werden können.

Zu 4.: Es wird auf die Ausführungen zu Frage 3 verwiesen. Weitergehende Aufschlüsselungen sind derzeit nicht möglich.