Inwiefern sind die Ideen der Wende in der Thüringer Schule aufgegriffen

Veränderungen im Bildungsbereich waren entscheidende Forderungen der Wende des Herbstes 1989. Am Runden Tisch, in Parteien und der Bürgerbewegung wurden neue Ideen für die Umgestaltung des DDR-Volksbildungssystems zu einer demokratischen Schule geboren. Durch den Beitritt zum Grundgesetz wurden grundlegende Voraussetzungen zur Neugestaltung des Bildungssystems geschaffen.

Wir fragen die Landesregierung:

1. Inwiefern sind die Ideen der Wende in der Thüringer Schule aufgegriffen worden?

2. Wie schätzt die Landesregierung die Entwicklung des Schulwesens seit 1990 ein?

3. Wie wird die Schulentwicklung gesichert; wo sieht die Landesregierung aktuellen Handlungsbedarf für die Schulentwicklung, und welche Mittel wurden - aufgeschlüsselt nach Jahren - seit 1991 für die Schulentwicklung von der Landesregierung bereitgestellt?

4. Welche Bedeutung wird Schul- und Modellversuchen für die Entwicklung des Thüringer Schulwesens beigemessen; welche Schulversuche und Modellversuche wurden und werden in Thüringen seit 1991 durchgeführt und welche Mittel vom Land und vom Bund (insbesondere bei Modellversuchen der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung-BLK) dafür zur Verfügung gestellt?

5. Wie beurteilt die Landesregierung die Erfahrungen, die mit der für Thüringen spezifischen Orientierungsphase beim Übertritt in die weiterführenden Schulen gewonnen wurden?

6. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über die Akzeptanz des Abiturs nach zwölf Jahren bei Thüringer Eltern und Lehrern vor?

7. Welche finanziellen Leistungen erbrachte das Land an die Schulträger, aufgeschlüsselt nach Jahren, Arten und Einzelplänen 04 und 17 von 1991 bis 1997?

8. Wie beurteilt die Landesregierung die weitere Entwicklung in bezug auf die Schulfinanzierung, besonders im Hinblick auf die Schulträger?

9. Wie beurteilt die Landesregierung die Entwicklung der Schulaufsicht von 1990 bis 1997, und wie beurteilt die Landesregierung die Realisierung der Grundsätze der dialogischen Schulaufsicht?

10. Wie beurteilt die Landesregierung anhand der Organisationsstrukturen, der Zahlen und der die Erfüllung der Zielsetzung sowie die perspektivische Entwicklung bei Fachberatern?

11. Wie beurteilt die Landesregierung anhand der Organisationsstrukturen, der Zahlen und der die Erfüllung der Zielsetzung sowie die perspektivische Entwicklung bei Koordinatoren?

12. Wie beurteilt die Landesregierung anhand der Organisationsstrukturen, der Zahlen und der die Erfüllung der Zielsetzung sowie die perspektivische Entwicklung bei Beratungslehrern?

13. Wie beurteilt die Landesregierung anhand der Organisationsstrukturen, der Zahlen und der die Erfüllung der Zielsetzung sowie die perspektivische Entwicklung bei Schulpsychologen?

14. Wie beurteilt die Landesregierung die Bedeutung der Bildstellen, ihre Organisationsstruktur und Wirksamkeit sowie perspektivische Weiterentwicklungsmöglichkeiten?

15. Hat sich die Thüringer Regelschule bewährt, welche Entwicklungspotentiale werden für sie gesehen, und welche Anstrengungen werden unternommen, um die Attraktivität des Angebots der Regelschule und ihre Akzeptanz zu erhalten?

16. Welche Hilfen zur beruflichen Orientierung werden jungen Menschen an den allgemeinbildenden Schulen gegeben?

17. Wie beurteilt die Landesregierung die Arbeit der Beratungslehrer an den allgemeinbildenden Schulen sowie das Zusammenwirken von allgemeinbildenden Schulen, berufsbildenden Schulen, der Berufsberatung und der Wirtschaft im Hinblick auf die Berufsberatung?

18. Welche Veränderungen sind seit 1991 beim Netz der berufsbildenden Schulen vollzogen worden, und wie hat sich das Thüringer System der berufsbildenden Schulen bewährt?

19. Welche Erfahrungen hat die Landesregierung bei der Gestaltung des Schulnetzes der berufsbildenden Schulen gesammelt, welche Probleme traten auf, wie beurteilt die Landesregierung den derzeitigen Stand des Schulnetzes, und welchen Zusammenhang sieht die Landesregierung zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Weiterentwicklung der berufsbildenden Schulen?

20. Wie beurteilt die Landesregierung anhand der seit 1991 nach Jahren aufgeschlüsselten Teilnehmerzahlen die Bedeutung des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) und des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ)?

21. Wie beurteilt die Landesregierung unter Berücksichtigung der seit 1991 nach Jahren aufgeschlüsselten Teilnehmerzahlen die mit den Wahlschulformen gewonnenen Erfahrungen sowohl als Angebot zur Berufsausbildung als auch als Angebot zur Höherqualifizierung?

22. Welche Bedeutung mißt die Landesregierung den berufsbildenden Schulen bezüglich der nicht versorgten Lehrstellenbewerber bei?

23. Wie beurteilt die Landesregierung die Unterrichtsversorgung in den berufsbildenden Schulen, welche Maßnahmen ergreift sie, um den Lehrerbedarf zu decken, wie hoch ist (aufgeschlüsselt nach Jahren) die Quote der übernommenen Absolventen des Staatlichen Studienseminars für das Lehramt an berufsbildenden Schulen, welche Faktoren spielen nach Erkenntnis der Landesregierung bei der Bewerbung von in andere Bundesländer trotz Mangels an Thüringer berufsbildenden Schulen eine Rolle?

24. Wie beurteilt die Landesregierung die Organisation des Berufsschulunterrichts unter Beachtung der Anliegen der Wirtschaft?

25. Welche Initiativen hat die Landesregierung zur Stärkung der Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung ergriffen?

26. Wie beurteilt die Landesregierung den Bauzustand und die Raumausstattung der berufsbildenden Schulen, ihre Ausstattung mit Computer- und Medientechnik sowie die sächliche Ausstattung in bezug auf Ausbildungsordnungen und Lehrpläne?

27. Welche finanziellen Mittel sind seit 1991 - aufgeschlüsselt nach Jahren - anteilig von Kommunen, Land, Bund und Europäischer Union in Baumaßnahmen sowie in die sächliche Ausstattung der berufsbildenden Schulen geflossen?

28. Welche Mittel stellte das Land seit 1991 - aufgeschlüsselt nach Jahren und kumuliert für Schul- und Sporthallenbau - zur Verfügung, und wie werden der weitere Bedarf und die Kosten des Baus von Schulen und Sporthallen eingeschätzt?

29. Welche Erfahrungen hat Thüringen mit der Einführung der gymnasialen Oberstufe gesammelt?

30. Welche Bedeutung mißt die Landesregierung besonders unter dem Gesichtspunkt der europäischen Einigung dem Festhalten am Abitur im Regelfall nach zwölf Schuljahren bei?

31. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über die Akzeptanz des gegliederten Thüringer Schulwesens vor?

32. Welchen Einfluß hatte die Landesregierung bei den Reformbeschlüssen der Kultusministerkonferenz zur gymnasialen Oberstufe, und welche Veränderungen sind zu welchem Zeitpunkt für die Thüringer gymnasiale Oberstufe aus den jüngsten Reformbeschlüssen der Kultusministerkonferenz zu erwarten?

33. Welche finanziellen Bundesfördermöglichkeiten stehen derzeit einem Kollegiaten zur Verfügung?

34. Wie beurteilt die Landesregierung die Notwendigkeit von Kollegs in Thüringen für die Gegenwart und in der perspektivischen Entwicklung, und wie wurden sie bisher in Anspruch genommen?

35. Wie fördert die Landesregierung die schulische Entwicklung behinderter und benachteiligter Kinder und Jugendlicher?

36. Wer entscheidet bei Bedarf über die geeignete Förderschule, wer ist an dieser Entscheidung beteiligt, welche Rolle spielt bei dieser Entscheidung der Elternwille?

37. Wie beurteilt die Landesregierung das Verhältnis von angestrebter bestmöglicher Förderung und möglichst familiennaher Beschulung behinderter Schüler?

38. Wie beurteilt die Landesregierung die eingetretenen Entwicklungen, darunter auch die Entwicklung des Einsatzes technischer Hilfsmittel, im Hinblick auf eine familiennahe Beschulung im Förderschulbereich seit der Verabschiedung des Förderschulgesetzes?

39. Wie beurteilt die Landesregierung den Entwicklungsstand des Netzes der Förderschulen und Förderzentren seit der Verabschiedung des Förderschulgesetzes sowie in bezug auf perspektivische Entwicklungen?

40. Welche Erfahrungen wurden bei der Integration behinderter Schüler gewonnen?

41. Welche Fördermaßnahmen werden in Thüringen für Schüler mit besonderen Lernschwierigkeiten angeboten?

42. Welche Bedeutung wird den Thüringer Diagnose- und Förderklassen beigemessen?

43. Welche Bedeutung mißt die Landesregierung den Mobilen Sonderpädagogischen Diensten bei, besonders auch im Hinblick auf die Integration Behinderter?

44. Wie fördert die Landesregierung die schulische Entwicklung besonders begabter Kinder und Jugendlicher?

45. Thüringen ist das einzige Bundesland, in dem die Horte als Teil der Grundschule erhalten bleiben. Welche Erfahrungen wurden damit gesammelt, und worin sieht die Landesregierung den Erhalt des Thüringer Grundschulhortes begründet?

46. Worin sieht die Landesregierung das Spezifische der Grundschulhorte im Vergleich zu den Horten in freier Trägerschaft?