Volkshochschulen

Die Gleichstellung wird einerseits durch höhere Eingangsämter, zum Teil auch durch zusätzliche, auf den neuen Eingangsämtern aufbauende Beförderungsämter erreicht.

In der Umsetzung des Gesetzes sind bisher insgesamt rund 11.000 Höhergruppierungen vorgenommen und auch zahlbar gemacht worden. Dabei erfolgten rund 8.500 Höhergruppierungen auf Grund neuer Eingangsämter. Diese erste Phase in der Umsetzung, insbesondere bezüglich der seit 1995 vorzunehmenden Höhergruppierungen, ist damit bis auf eine geringe Zahl streitiger Fälle abgeschlossen.

1997 wurden darüber hinaus rund 2.500 Höhergruppierungen in Anwendung von Beförderungsämtern im Grundschul-, Förderschul- und Regelschulbereich vorgenommen. Mit den Höhergruppierungen auf Grund von Beförderungsämtern, die zur endgültigen Gleichstellung der Thüringer Lehrer mit ihren Kollegen in den alten Ländern erforderlich ist, soll im besoldungs-, tarif- und haushaltsrechtlich zulässigen Rahmen fortgefahren werden. Thüringer Lehrer, die keine Funktionsstelle in der Schulleitung, der Schulaufsicht oder in der Aus-, der Fort- und Weiterbildung von Lehrern innehaben, sind nicht in das Beamtenverhältnis berufen worden. In den alten Ländern wurden fast alle Lehrer verbeamtet.

Die Landesregierung hat noch nicht abschließend entschieden, in welchem Umfang Thüringer Lehrer in das Beamtenverhältnis übernommen werden.

Nach Verabschiedung des Thüringer Erwachsenenbildungsgesetzes im April 1992 wurden 37 Volkshochschulen und elf Einrichtungen freier Träger sowie drei Heimvolkshochschulen als förderungsberechtigte Einrichtungen anerkannt.

Die Landesregierung hat die Rahmenbedingungen für eine kontinuierliche Entwicklung pluraler, leistungsfähiger, flexibler Erwachsenenbildungseinrichtungen freier Träger sowie von Heimvolkshochschulen und Volkshochschulen geschaffen. Nach Inkrafttreten des Ersten Gesetzes zur Änderung des Thüringer Erwachsenenbildungsgesetzes am 1. Januar 1998 werden im Jahre 1998 17 Volkshochschulen in der Trägerschaft der Landkreise, sechs Volkshochschulen der kreisfreien Städte, elf Einrichtungen freier Träger sowie drei Heimvolkshochschulen gefördert.

Die Volkshochschulen erbrachten insgesamt im Jahre 1992 252.190 Unterrichtsstunden, im Jahre 1993 257.373 Unterrichtsstunden, im Jahre 1994 279.634 Unterrichtsstunden, im Jahre 1995 288.023 Unterrichtsstunden und im Jahre 1996 301.504 Unterrichtsstunden.

Die elf Einrichtungen freier Träger erbrachten insgesamt im Jahre 1992 85.580 Unterrichtsstunden, im Jahre 1993

102.815 Unterrichtsstunden, im Jahre 1994 110.659 Unterrichtsstunden, im Jahre 1995 210.350 Unterrichtsstunden und im Jahre 1996 187.041 Unterrichtsstunden.

Die Heimvolkshochschulen erbrachten insgesamt im Jahre 1992 6.834 Teilnehmertage, im Jahre 1993 26.573 Teilnehmertage, im Jahre 1994 16.820 Teilnehmertage, im Jahre 1995 18.434 Teilnehmertage und im Jahre 1996 19.000 Teilnehmertage.

Von den nach dem Thüringer Erwachsenenbildungsgesetz anerkannten und förderberechtigten Einrichtungen der Erwachsenenbildung wird flächendeckend für Thüringen ein am Bedarf und den Bildungsbedürfnissen der Erwachsenen orientiertes Angebot in allgemeiner, politischer, kultureller, künstlerischer und beruflicher Bildung vorgehalten. Thüringen verfügt somit über ein leistungsfähiges, plurales, flächendeckendes Erwachsenenbildungssystem. Die Erwachsenenbildung hat sich in Thüringen zu einem eigenständigen, gleichberechtigten Teil des Bildungswesens entwickelt.

Am 10. September 1992 fand die konstituierende Sitzung des Landeskuratoriums für Erwachsenenbildung statt. Seit Bestehen des Landeskuratoriums für Erwachsenenbildung wurden 43 Sitzungen durchgeführt, in denen das Kuratorium zahlreiche Vorschläge für die Erarbeitung der gesetzlichen Grundlagen der Erwachsenenbildung in Thüringen unterbreitete, Stellungnahmen und Empfehlungen abgab und bildungspolitische Grundsatzfragen in der Erwachsenenbildung diskutierte. Es hat damit die Landesregierung im Rahmen seiner Möglichkeiten bei der Schaffung der Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Arbeit der nach dem Thüringer Erwachsenenbildungsgesetz anerkannten Einrichtungen unterstützt. Schwerpunkte seiner Arbeit waren darüber hinaus die Beratungen bei der Novellierung des Thüringer Erwachsenenbildungsgesetzes, der Erarbeitung von Verordnungen und der Verwaltungsvorschrift sowie bei von förderungsberechtigten Einrichtungen der Erwachsenenbildung und der Vergabe von Fördermitteln.

Um die Effizienz der Arbeit des Landeskuratoriums für Erwachsenenbildung weiter zu erhöhen, wurden zeitweilige Arbeitsgruppen tätig, die spezifische Problemstellungen im Vorfeld der Kuratoriumssitzungen bearbeiteten. Das Landeskuratorium für Erwachsenenbildung befaßt sich derzeit verstärkt mit der Aufgabe der Qualitätssicherung in der Erwachsenenbildung und Verbesserung des Teilnehmerschutzes. Angestrebt wird eine effektive, vertrauensvolle und innovative Zusammenarbeit. Das Landeskuratorium für Erwachsenenbildung nimmt die ihm nach dem Thüringer Erwachsenenbildungsgesetz zugewiesenen Mitwirkungsrechte wahr.

Der Thüringer Volkshochschulverband erhielt im Haushaltsjahr 1991 für die 37 Volkshochschulen in Thüringen eine Zuweisung von Fördermitteln in Höhe von 1.100.000 Deutsche Mark.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Organisationen für Erwachsenenbildung erhielt eine Zuweisung in Höhe von 900.000 Deutsche Mark.