Hochschulwesen

Das für Hochschulwesen zuständige Ministerium legt die Kriterien für die dauerhafte Errichtung der Berufsakademie als Regeleinrichtung des tertiären Bereichs, insbesondere das erforderliche fachliche Mindestangebot sowie die Untergrenzen für Studienanfängerzahlen fest.

(3) Die Berufsakademie legt dem für Hochschulwesen zuständigen Ministerium bis zum 31. Dezember 2000 einen Bericht vor, der insbesondere Aussagen über die Entwicklung der Nachfrage nach Studienplätzen an der Berufsakademie und die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen durch die Wirtschaft sowie eine Prognose über die Bedarfsentwicklung enthält.

(4) Zum 1. April 2001 entscheidet die Landesregierung auf der Grundlage der Kriterien nach Absatz 2 und des Berichts nach Absatz 3 über die Fortführung der Berufsakademie als Regeleinrichtung des tertiären Bereichs.

(5) Erstmalig werden Studienanfänger an der Berufsakademie zum 1. Oktober 1998 immatrikuliert. Falls die Landesregierung nach Absatz 4 entscheidet, die Berufsakademie nicht als Regeleinrichtung des tertiären Bereichs fortzuführen, werden letztmalig zum 1. Oktober 2000 Studienanfänger an der Berufsakademie immatrikuliert; es wird sichergestellt, dass alle immatrikulierten Studierenden ihr begonnenes Studium ordnungsgemäß abschließen können.

§ 2:

Begriff und Aufgaben der Berufsakademie:

(1) Die Berufsakademie erfüllt ihre Aufgaben durch das Zusammenwirken der Staatlichen Studienakademie mit den beteiligten Ausbildungsstätten der Praxispartner. Die Berufsakademie bereitet die Studierenden in einem dreijährigen praxisintegrierten Studium durch die Vermittlung und Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden auf eine berufliche Tätigkeit vor.

(2) Beteiligte Ausbildungsstätten sind Betriebe der Wirtschaft, vergleichbare Einrichtungen außerhalb der Wirtschaft, insbesondere solche der freien Berufe sowie Einrichtungen von Trägern sozialer Aufgaben, die nach § 15 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 anerkannt sind. Sie können sich an der Durchführung des Studiums im Rahmen der Berufsakademie beteiligen, wenn sie geeignet sind, die vorgeschriebenen Inhalte der praxisintegrierten Studienabschnitte zu vermitteln und für die Dauer des Studiums gewähren. Diese Vergütung darf den Bedarfssatz nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) zuzüglich der Beträge nach § 13 Abs. 2 a und § 13 a BAföG nicht unterschreiten.

(3) Die Berufsakademie regelt nach Maßgabe dieses Gesetzes ihre Aufgaben, insbesondere ihren Geschäftsablauf, die Zulassung der Studierenden und die Durchführung des Studiums in der Staatlichen Studienakademie sowie die Grundsätze über die Anerkennung von Einrichtungen der Praxispartner als Ausbildungsstätte durch Satzungen, die der Genehmigung durch das für Hochschulwesen zuständige Ministerium bedürfen. Die Satzungen werden im Amtsblatt des für Hochschulwesen zuständigen Ministeriums bekanntgemacht und treten am ersten Tag des auf ihre Bekanntmachung folgenden Monats in Kraft, es sei denn, daß in ihnen ein anderer Zeitpunkt bestimmt ist.

(4) Die Berufsakademie führt Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Lehrangebots, insbesondere zur ständigen Verbesserung der wissenschaftsbezogenen und praxisintegrierten Bildung durch.

(5) Die Berufsakademie fördert und sichert die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern durch geeignete Maßnahmen.

(6) Die Berufsakademie arbeitet mit Hochschulen und anderen Einrichtungen des Bildungswesens zusammen. Sie fördert die Zusammenarbeit mit Trägern des Technologietransfers.

§ 3:

Sitz und Rechtsform:

(1) Die Berufsakademie ist als organisatorischer Zusammenschluß der Staatlichen Studienakademie und der an der Berufsakademieausbildung beteiligten Ausbildungsstätten der Praxispartner eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie besitzt das Recht zur Selbstverwaltung im Rahmen dieses Gesetzes.

(2) Die Staatliche Studienakademie ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts, die über das Recht zur Selbstverwaltung im Rahmen dieses Gesetzes verfügt.

(3) Sitz der Berufsakademie und der Staatlichen Studienakademie ist Gera. Studienabteilungen bestehen in Gera und Eisenach.

(4) Auf die Arbeitnehmer der Staatlichen Studienakademie finden die für die im öffentlichen Dienst des Landes beschäftigten Arbeitnehmer geltenden Tarifverträge und sonstigen Vorschriften des Landes Anwendung.

§ 4:

Gliederung der Staatlichen Studienakademie:

(1) An der Staatlichen Studienakademie können Studienbereiche für Wirtschaft, Technik und Sozialwesen eingerichtet werden. Die Studienbereiche werden in Studienrichtungen untergliedert. Die an einem Standort der Staatlichen Studienakademie bestehenden Studienbereiche bilden eine Studienabteilung.

Die Studienabteilungen führen die Bezeichnung Berufsakademie Thüringen - Staatliche Studienakademie - unter Hinzufügung des Ortsnamens.

(2) Das für Hochschulwesen zuständige Ministerium bestellt für die Leitung der Staatlichen Studienakademie einen Direktor sowie die Leiter der Studienabteilungen. Die Leiter der Studienrichtungen werden vom Direktor der Staatlichen Studienakademie bestellt. Die Bestellungen sind zu befristen.