Subvention

2. Wahlperiode Mündliche Anfrage des Abgeordneten Kachel (PDS) Verständigung über eine Umlagefinanzierung in der betrieblichen Berufsausbildung des Landesarbeitsamts Sachsen-Anhalt/Thüringen weist für Thüringen bei 31.521 bis dato gemeldeten Bewerbern um eine Berufsausbildungsstelle ein Angebot von 12.800 gemeldeten Ausbildungsstellen aus. Die Statistik weist damit auf ein weiteres der Schere zwischen Angebot und Nachfrage im Bereich der Berufsausbildung hin, da der sich in diesen Zahlen ausdrückende Zuwachs der realen Bewerberzahlen um 979 Jugendliche (+ 3,2 Prozent) den Zuwachs an Ausbildungsstellen um 722

(+ 6,0 Prozent) um den Zahlenwert von mehr als 250 übersteigt. Zum Ende des offiziellen Berufsausbildungsjahres 1997 waren noch rund 1.400 Jugendliche gänzlich unvermittelt, am 31. Dezember 1997 waren es schließlich rund 500.

Seit Jahren fordert die Fraktion der PDS im Landtag zur Sicherung der finanziellen Basis einer flächendeckenden und allen interessierten Jugendlichen zugänglichen betrieblichen Berufsausbildung im dualen System eine bundesweit geregelte Umlagefinanzierung. Zudem hat jüngst Birgit Pelke, die jugendpolitische Sprecherin der Koalitionspartei SPD, laut TLZ vom 2. Juni 1998 darauf hingewiesen, ohne eine solche Umlage sei die Lage auf dem Ausbildungsmarkt nicht zu bewältigen.

Ich frage die Landesregierung:

1. Ist die Landesregierung wie Frau Pelke (TLZ vom 02.06.1998) der Auffassung, daß das Prinzip nicht stimmt, nach dem derzeit das duale Ausbildungssystem in Thüringen funktioniert, da zwischen 40 und 70 Prozent der Ausbildungsplätze öffentlich subventioniert werden?

2. Ist die Landesregierung bereit, noch dieses Jahr mit den Landesregierungen der anderen neuen Länder zusammenzukommen, um Konzepte, Vor- und mögliche Nachteile einer bundesweit geregelten Umlagefinanzierung für die neuen Länder zu diskutieren? Wenn nein, warum nicht?

3. Ist die Landesregierung bereit, gemeinsam mit den Landesregierungen der anderen neuen Länder eine Studie in Auftrag zu geben, die mögliche Vorund Nachteile einer bundesweit geregelten Umlagefinanzierung für die neuen Länder untersucht und damit konkrete Daten für die Problemlösung in den nächsten Jahren bereitstellt? Wenn nein, warum nicht?

Kachel

16. Juni 1998