Hessen ist Familienland

Der Landtag wolle beschließen:

1. Der Hessische Landtag stellt fest, dass eine wirksame Politik für Familien nicht auf Maßnahmen im sozialen Bereich beschränkt ist, sondern dass sie Ressort übergreifend als Querschnittspolitik stattfinden muss.

Deshalb fordert er die Landesregierung dazu auf, auch weiterhin durch eine zukunftsorientierte Bildungspolitik, durch eine engagierte Politik zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Förderung der Wirtschaft die Rahmenbedingungen in Hessen so zu gestalten, dass Familien bei ihrem unersetzlichen Auftrag in der Gesellschaft unterstützt werden und sich entfalten können.

2. Der Hessische Landtag fordert die Landesregierung dazu auf, die seit Antritt der CDU/FDP-geführten Landesregierung verfolgte Politik der Schaffung eines familienfreundlichen Umfeldes im Land Hessen und in den Kommunen weiter fortzusetzen und insbesondere die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Hessen weiter zu verbessern.

3. Der Hessische Landtag begrüßt die bisher getroffenen Maßnahmen der hessischen Landespolitik als einen effizienten Beitrag zur Gestaltung Hessens als Familienland.

Begründung:

Die Hessische Landesregierung hat die Familienfreundlichkeit in Hessen durch vielfältige Maßnahmen spürbar gestärkt und zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beigetragen. Die Erfüllung der Unterrichtsgarantie, der Ausbau und die Flexibilisierung der Kinderbetreuungsangebote für Klein- und für Schulkinder, die Förderung von Tagesmüttern im Rahmen der Offensive für Kinderbetreuung, die Gründung der Hessenstiftung Familie hat Zukunft und die Förderung kommunaler Projekte zur Stärkung der Familienfreundlichkeit (z.B. Familien-Tische) sind wichtige Meilensteine für mehr Familienfreundlichkeit. Hessen wird dadurch immer mehr ein vorbildliches Familienland.

Die Zahl der Hortplätze für Schulkinder vom 6. bis 14. Lebensjahr ist seit dem Jahr 1999 von 8,3 Plätzen pro 100 Kinder auf mehr als 11 Plätze gegenwärtig angestiegen. Im laufenden Schuljahr machen 867 von 1.172 Grundschulen Betreuungsangebote, 1999 waren es nur 288 Schulen. Damit hat sich die Zahl mehr als verdreifacht. Bei den Krippenplätzen für unter Dreijährige nimmt Hessen inzwischen mit 3,5 Plätzen pro 100 Kinder Rang 4 unter den Bundesländern ein. Ende des Jahres 1998 waren es nur 2,6 Plätze.

Zu diesem Erfolg hat auch die Offensive für Kinderbetreuung beigetragen, für die in diesem Jahr 9,91 Mio. bereitgestellt werden. Nahezu zwei Drittel aller hessischen Städte und Gemeinden beteiligen sich an diesem Programm.

Hessen fördert dabei besonders auch die Betreuung durch Tagesmütter und bezuschusst als einziges Bundesland die Altersvorsorge von Tagesmüttern.

Die Verordnung über die Mindestvoraussetzungen in am 7. Mai 2002 · Ausgegeben am 13. Mai 2002

Zur Behandlung im Plenum vorgesehen einrichtungen hat nicht nur eine völlig unsinnige Gängelei der Träger beendet, sondern sichert bereits jetzt durch die Fachkräftedefinition und einen erhöhten Fachkraftschlüssel, ebenso wie das Netzwerk Qualität, eine verbesserte Qualität der Betreuung. Diese wird Schritt um Schritt weiter ausgebaut werden.

Hessen stellt aus dem Programm Zukunftsoffensive das Stiftungskapital für die Familienstiftung in Höhe von über 10 Mio. zur Verfügung. Erstmals wird im Jahre 2002 ein landesweiter Familientag stattfinden.

Hessen fördert darüber hinaus mit einem gezielten Sonderprogramm den Erwerb der deutschen Sprache für Kinder im Kindergartenalter und trägt somit vor Schuleintritt nachhaltig zur Integration und zur Chancengerechtigkeit von solchen Kindern bei, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.